Hund legt Pfote auf Halter – was die rührende Geste wirklich bedeutet

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Von: Sandra Barbara Furtner

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Ein Hund legt seinem Frauchen die Pfote auf die Hand auf.
Hunde suchen in vielen Momenten Körperkontakt mit ihrem Frauchen oder Herrchen. (Symbolbild) © Wirestock/Imago

Der Hund kommt ganz nah heran, schaut einen an – und legt plötzlich seine Pfote auf den Arm oder das Bein. Was wie eine freundliche Berührung wirkt, ist auch so gemeint – oder?

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist es ein Zeichen von Nähe, Vertrauen oder dem Wunsch nach Aufmerksamkeit. Aber es gibt verschiedene Gründe, warum ein Hund seine Pfote auf den Menschen legt – und es lohnt sich, genau hinzuschauen. Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, warum er das tut. Tatsächlich steckt mehr dahinter als nur Anhänglichkeit. Hunde möchten uns mit dieser Geste etwas Wichtiges mitteilen.

1. Zuneigung zeigen

Sehr häufig ist die Pfote einfach ein Ausdruck von Liebe. Der Hund möchte Kontakt aufnehmen – ähnlich wie wir jemanden berühren, um Zuneigung zu zeigen. Gerade wenn er entspannt neben Ihnen liegt und Sie dabei anschaut oder sich anlehnt, ist es sein Weg zu sagen: „Ich mag dich. Ich fühl mich wohl bei dir.“

2. Aufmerksamkeit erbitten

Oft ist die Geste aber auch ziemlich praktisch: Der Hund will etwas – vielleicht Kuscheln, ein Leckerli oder dass Sie mit ihm spielen. Die Pfote ist dann sein Mittel, um höflich nachzufragen: „Hey, hast du mal kurz Zeit für mich?“ Das merken Sie meist daran, dass er Sie dabei erwartungsvoll anschaut. Manchmal wird er dann auch unruhig, wenn Sie nicht gleich reagieren. „Viele Hunde setzen ihre Pfote gezielt ein, um Aufmerksamkeit zu bekommen – das ist ein gelerntes, aber sehr soziales Verhalten“, sagt Thomas Riepe, Tierpsychologe und Autor.

3. Verstärktes Verhalten durch Gewohnheit

Viele Hunde lernen sehr schnell, dass sie mit der Pfote zum Erfolg kommen. Wenn Sie Ihrem Hund jedes Mal, wenn er Ihnen die Pfote gibt, Aufmerksamkeit oder ein Leckerli geben, merkt er sich: „Aha, das funktioniert.“ So kann die Geste zu einem festen Bestandteil der Kommunikation werden – oft ganz ohne böse Absicht.

4. Unsicherheit oder Stress

In einigen Fällen kann das Pfotegeben, aber auch ein Zeichen von Unsicherheit sein. Besonders, wenn der Hund Sie dabei nicht direkt anschaut oder die Ohren nach hinten legt, kann es sein, dass er sich unwohl fühlt und Ihre Nähe oder Beruhigung sucht.

5. Dominanz? Meistens nicht.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Hunde mit der Pfote Dominanz zeigen wollen. In der modernen Verhaltensforschung wird das jedoch kaum noch so gesehen. Hunde handeln situationsabhängig. Viel häufiger steckt hinter der Geste ein Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit oder Interaktion. „Wenn ein Hund seine Pfote auf den Menschen legt, ist das in der Regel kein Dominanzverhalten, sondern ein sozialer Kontaktversuch. Hunde nutzen Berührung, um Nähe herzustellen, sich mitzuteilen oder Sicherheit zu suchen“, sagt Dr. Udo Gansloßer, Zoologe und Verhaltensbiologe.

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