Dolce Vita in Rimini: Wer nur den Strand sieht, verpasst etwas
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Rimini hatte lange ein hartnäckiges Image: ein Nachtleben, das seine besten Jahre hinter sich hat, Hotelblöcke aus Beton und Party-Touristen im Günstigbus.
Aber Rimini hat sich verändert. Wer heute durch die Stadt läuft, merkt: Hinter den breiten Stränden liegt ein Ort, der sich neu entdeckt hat. Geschichte, Kultur und modernes Stadtleben neben- und ineinander. Oft nur ein paar Straßen vom Meer entfernt beginnt landeinwärts eine andere Stadt, beschreibt la-bella-vita.club. Eine, deren Geschichte mehr als zwei Jahrtausende zurückreicht.
Die alten Römer sind noch heute im Einsatz

Schon die Römer wussten, wo es sich gut bauen lässt. Rimini – damals Ariminum – lag an wichtigen Handelsrouten zwischen Nord- und Mittelitalien. Einige Bauwerke aus dieser Zeit stehen noch heute. Der Arco d’Augusto ist eines davon. Das monumentale Stadttor entstand im Jahr 27 vor Christus und markierte einst den Beginn der Via Flaminia, einer der wichtigsten Straßen des römischen Reiches. Die Straße verband Rom mit der Adria.
Ein paar Schritte weiter wartet das nächste Relikt aus der Antike: die Ponte di Tiberio, oder auch Ponte d‘Augusto. Die steinerne Brücke überspannt den Marecchia-Fluss seit fast 2000 Jahren. Fünf Bögen aus hellem istrischem Stein, gebaut unter Kaiser Augustus und vollendet unter Tiberius. Auch heute fließt hier noch der Verkehr, daneben sitzen Menschen am Wasser, trinken Aperitivo oder schlendern in Richtung Borgo San Giuliano. Das frühere Fischereiviertel auf der anderen Seite der Brücke gehört heute zu den charmantesten Ecken der Stadt. Kleine Häuser, enge Gassen, Wandmalereien an den Fassaden – viele davon erinnern an einen Mann, der Rimini weltweit berühmt gemacht hat.

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Fellini und die kulturelle Seite der Stadt
Federico Fellini wurde 1920 in Rimini geboren. Seine Filme machten ihn zu einem der einflussreichsten Regisseure des 20. Jahrhunderts – und die Stadt ehrt ihn inzwischen auf ziemlich eindrucksvolle Weise. Mitten in der Altstadt entstand in den vergangenen Jahren das Fellini Museum. Es verteilt sich auf mehrere Orte, darunter das mittelalterliche Castel Sismondo und das historische Kino Fulgor. In diesem Kino sah Fellini als Jugendlicher seine ersten Filme.

Das Museum funktioniert anders als klassische Ausstellungen. Statt Vitrinen gibt es Projektionen, Installationen und Räume, die Szenen aus Fellinis Filmen aufgreifen. Besucher bewegen sich durch eine Art begehbare Filmwelt. Auch die Piazza Malatesta vor dem Schloss wurde in das Konzept einbezogen. Der Platz ist heute offen, großzügig nach Filmthemen gestaltet und verbindet Museum, Altstadt und Spazierwege.
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Die neue Promenade: Parco del Mare
Während im Zentrum viel restauriert wurde, hat sich auch die Küste verändert. Früher verlief entlang des Strandes eine breite Straße, auf der Autos Richtung Süden rollten. Heute entsteht dort Schritt für Schritt das Parco del Mare. Die alte Uferstraße wird in eine große Flanierzone verwandelt. Holzdecks, Radwege, Sportflächen und bepflanzte Plätze ersetzen Asphalt und Verkehr.

Einer der bekanntesten Punkte entlang der Promenade bleibt dabei die Fontana dei Quattro Cavalli, der Brunnen mit den vier Pferden. Er steht hier seit den 1920er-Jahren und wirkt heute fast wie ein Denkmal aus der Zeit, als Rimini gerade erst begann, Badegäste anzuziehen. Die Stadt versucht inzwischen, mehr zu sein als nur ein Badeort. Rimini bewarb sich sogar um den Titel der italienischen Kulturhauptstadt und schaffte es bis in die Endrunde. Wer nur den Strand sieht, merkt davon allerdings wenig.