Konto überzogen: Wie kann der Weg aus dem Dispo gelingen?
Uns auf Google folgenManchmal entstehen unerwartete Kosten – und wer keine Rücklagen hat, muss womöglich das Konto überziehen. Doch dafür zahlen Kontoinhaber hohe Zinsen.
Ungeplante Kosten, eine größere Investition oder vorübergehende finanzielle Engpässe: Dass das Konto überzogen ist, kann schnell einmal passieren – und man findet sich im Überziehungskredit, kurz Dispo. Doch aufgepasst: Der Dispokredit biete zwar kurzfristige finanzielle Flexibilität, gehöre aber mit seinen vergleichsweise hohen Zinsen zu den teuersten Kreditformen, informiert der Bankenverband in einem Blogbeitrag (Stand: 19. September). Umso wichtiger sei es, den Dispo schnell wieder auszugleichen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Wie kann das gelingen?
Konto überzogen: Wie kann der Weg aus dem Dispo gelingen?

Überblick über Ein- und Ausnahmen verschaffen – Rotstift ansetzen
Wird das Geld knapp? Experten raten, sich zunächst einen klaren Überblick über den Kontostand und die regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. Dazu kann man das Online-Banking nutzen. Oder man führt beispielsweise ein Haushaltsbuch – darin sollte man, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärte, „vom Einkauf über die Zuzahlung zum Rezept bis hin zur fälligen Stromrechnung alle Ausgabenposten“ festhalten. So ließen sich mögliche Einsparpotenziale leichter erkennen. Abos oder teure Handyverträge könnten dann ebenso auf den Prüfstand gestellt werden wie hohe Ausgaben für Strom oder Versicherungen.
Auch darüber, wie man sich womöglich zusätzliche Einkommensquellen erschließen kann, lässt sich nachdenken. „Zum Beispiel kann der Verkauf von nicht mehr benötigten Gegenständen über Online-Plattformen oder Flohmärkte kurzfristig helfen“, heißt es in dem Blogbeitrag des Bankenverbands.
Dispo gezielt abbauen oder umschulden
Mit einem Rückzahlungsplan lasse sich festlegen, wie viel Geld man monatlich zur Rückzahlung des Dispos aufbringen kann, heißt es unter anderem vonseiten des Bankenverbands in dem Blogbeitrag. Will man hohe Überziehungszinsen meiden, kann man über einen Ratenkredit nachdenken. Man sollte sich jedoch vorher ausführlich informieren und Angebote stets gründlich miteinander vergleichen.
Künftige Dispo-Nutzung vermeiden – „Notgroschen“ ansparen
Grundsätzlich wird allerdings empfohlen, dass man seine Finanzen langfristig im Überblick behält und sich für unvorhersehbare Ausgaben einen sogenannten Notgroschen beiseitelegt. Dieser Notgroschen sollte „idealerweise drei Netto-Monatsgehälter“ betragen. Und, so heißt es ebenfalls in dem genannten Blogbeitrag auf Bankenverband.de: „Behalten Sie zukünftig mit einem Haushaltsbuch den Überblick über Ihre Finanzen.“
Raus aus der Schuldenfalle – Hilfe bei offiziellen Stellen
Bei Schulden sollte man nicht lange zögern und kann mit einem Bankberater sprechen. Auch eine Schuldnerberatung kann demzufolge in schwierigen Fällen unterstützen. Wichtig: Dabei solle man sich an die offiziellen Stellen wenden und etwa in der Kommune und bei den Wohlfahrtsverbänden vor Ort nachfragen, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zum Thema. Einen solche Service bieten demnach unter anderem Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt und Diakonie an – die Beratung sei in der Regel kostenfrei. Denn kann man im Zuge finanzieller Schieflagen – bedingt etwa durch Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Trennung – die eigenen Schulden nicht mehr bedienen, wird es problematisch.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät auch dazu, Kontoauszüge und Telefonrechnungen unbedingt regelmäßig zu überprüfen. „Bei unberechtigten Abbuchungen gilt es, schnell zu reagieren und sich Hilfe in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale zu suchen“, heißt es auf Verbraucherzentrale.de.