Die Kraft des Kakaos – was die Wissenschaft über das Maya-Superfood weiß

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Von: Alexandra Grauvogl

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Kakaobohnen, Schokolage, Trinkschokolade
Ob dunkle Schokolade, Trinkschokolade oder Pulver – Kakao bringt einige belegte Vorteile für die Gesundheit. © IMAGO / Depositphotos

Erfahren Sie mehr über 6 Studien-basierte Vorteile von Kakao für Herz, Hirn und Immunsystem. Außerdem: Warum dunkle Schokolade nicht automatisch gesund ist.

Kakao gilt seit Jahrhunderten als „Speise der Götter“ – und das nicht ohne Grund. Was die Maya bereits vor über 1500 Jahren wussten, bestätigt heute die moderne Wissenschaft: Kakao beeindruckt mit diversen gesundheitlichen Vorteilen. Doch wie gesund ist Kakao wirklich? Und worauf sollten Sie beim Verzehr achten?

Kakao: Herkunft und Anbau

Kakao stammt von der Kakaopflanze Theobroma cacao, deren lateinischer Name bereits „Speise der Götter“ bedeutet. Die Heimat des Kakaobaums liegt in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, wo er bereits um 400 n. Chr. von den Maya kultiviert wurde.

Heute wird Kakao hauptsächlich in Westafrika, Südamerika und Südostasien angebaut. Die Kakaobohnen reifen das ganze Jahr über, wobei es meist zwei Haupterntezeiten gibt: die Haupternte von Oktober bis März und eine kleinere Ernte von Mai bis August.

Nach der Ernte durchlaufen die Kakaobohnen einen komplexen Verarbeitungsprozess: Fermentation, Trocknung, Röstung und Mahlung. Dabei entsteht aus den Kakaobohnen das Kakaopulver, das wir kennen – reich an wertvollen Nährstoffen und bioaktiven Verbindungen.

Verwendete Quellen

Dieser Text soll auf Grundlage von wissenschaftlich ermittelten Daten zur Nährstoffzusammensetzung von Lebensmitteln, offiziell empfohlenen Referenzwerten zum jeweiligen Tagesbedarf und durch Studien belegte Wirkungen auf die Gesundheit über die Vor- und Nachteile von Lebensmitteln aufklären. Auf folgende Quellen wird sich dabei berufen:

- Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz (DEBInet)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
- Studien-Datenbanken, insbesondere PubMed

Nährstofftabelle: Das steckt in Kakao

Kakao ist ein wahres Nährstoffwunder. Das ungesüßte Kakaopulver enthält eine beeindruckende Menge an wichtigen Makro- und Mikronährstoffen. Besonders bemerkenswert ist der hohe Gehalt an Ballaststoffen (26,3 g), Magnesium (545 mg) und Eisen (46,8 mg). Kakao enthält zudem mehr Antioxidantien als die meisten anderen Lebensmittel – bis zu 50 mg Polyphenole pro Gramm. Aber Vorsicht: Auch das reine Kakaopulver ist alles andere als kalorienarm!

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Nährwerte pro 100 Gramm Kakaopulver (Quelle: DEBInet):

Nährwert/NährstoffMenge pro 100 Gramm
Energie390 kcal
Eiweiß22,61 g
Fett19,80 g
Kohlenhydrate17,83 g
Ballaststoffe26,32 g
Wasser4,62 g
Magnesium545 mg
Kalium3660 mg
Phosphor729 mg
Eisen46,8 mg
Kupfer4150 μg
Zink6,85 mg
Vitamin E4,78 mg
Folsäure44 μg

6 wissenschaftlich belegte Gesundheitsvorteile von Kakao

Visual: Die gesundheitlichen Vorteile von Kakao
Die gesundheitlichen Vorteile von Kakao sind durch wissenschaftliche Studien belegt. © IPPEN.MEDIA/IMAGO / Depositphotos
  1. Herzschutz: Kakao kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Die enthaltenen Flavanole, insbesondere Epicatechin, verbessern die Endothelfunktion der Blutgefäße und fördern die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO), was zu einer besseren Durchblutung führt. Eine Analyse von 35 klinischen Studien zeigte, dass der Verzehr von 30 bis 1218 mg Flavanolen aus Kakao den Blutdruck um durchschnittlich 2 mmHg senken kann. Eine weitere Übersichtsarbeit* mit 157.809 Teilnehmern fand heraus, dass höherer Schokoladenkonsum mit einem signifikant geringeren Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall und Tod verbunden war.
  2. Verbesserung der Gehirnfunktion und kognitiven Leistung: Die Flavanole in Kakao können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und unterstützen die Neurogenese sowie die Gehirndurchblutung. Dies kann zu einer verbesserten kognitiven Leistung führen. Die „Cocoa, Cognition, and Aging (CoCoA)“-Studie untersuchte ältere Erwachsene über acht Wochen. Die Teilnehmer, die täglich flavanolreichen Kakao konsumierten, zeigten signifikante Verbesserungen bei kognitiven Tests und eine bessere Insulinsensitivität.
  3. Antioxidative Wirkung: Kakao gehört zu den antioxidantienreichsten Lebensmitteln der Welt. Die enthaltenen Polyphenole, insbesondere Procyanidine, neutralisieren freie Radikale und schützen die Zellen vor oxidativem Stress (Übersichtsarbeit). Die antioxidative Aktivität von Kakao übertrifft die von Äpfeln, Cranberry-Saft und Rotwein deutlich.
  4. Unterstützung bei Diabetes-Prävention: Kakao-Flavanole können die Insulinsensitivität verbessern und den Blutzuckerspiegel stabilisieren. Sie verlangsamen die Kohlenhydratverdauung und fördern die Glukoseaufnahme in die Muskelzellen. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigte, dass der Verzehr von flavanolreicher dunkler Schokolade oder Kakao die Insulinsensitivität verbessern und Entzündungen sowohl bei diabetischen als auch bei nicht-diabetischen Personen reduzieren kann.
  5. Entzündungshemmende Eigenschaften: Kakao-Polyphenole beeinflussen die Aktivität von Molekülen wie NF-κB, einem zentralen Schalter für Entzündungsreaktionen. Dadurch wird die Produktion von entzündungsfördernden Stoffen (Zytokinen) gehemmt. Forschungen zeigen, dass regelmäßiger Kakaokonsum Entzündungsmarker im Blut senkt und die Immunfunktion stärkt. Die entzündungshemmenden Effekte tragen auch zur kardiovaskulären Gesundheit bei.
  6. Stimmungsaufhellung: Kakao kann die Stimmung verbessern und Symptome von Depressionen lindern. Dies geschieht durch die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin, den natürlichen Stimmungsstabilisator, sowie durch den Koffeingehalt. Eine Umfrage** unter rund 13.000 US-Amerikanern fand heraus, dass dunkle Schokolade mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für klinische Depressionssymptome verbunden war.

Einordnung der Studien

*Bei dieser Art von Studie handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Das bedeutet, sie kann einen Zusammenhang (Korrelation) aufzeigen, aber keinen ursächlichen (kausalen) Zusammenhang beweisen. Die Forscher weisen darauf hin, dass andere Faktoren des Lebensstils, die bei Menschen mit höherem Schokoladenkonsum häufiger vorkommen (z. B. jüngeres Alter, mehr körperliche Aktivität), ebenfalls zu den positiven Ergebnissen beigetragen haben könnten.

**Die Aussagekraft der Studie ist aufgrund von bestimmten Faktoren limitiert. Zum einen aufgrund des Querschnittsdesigns – die Daten wurden zu einem einzigen Zeitpunkt erhoben, eine Kausalität zwischen Kakaokonsum und Depressionssymptomen kann nicht hergestellt werden. Außerdem beruhen die Daten zur Ernährung der Teilnehmer auf Selbstauskunft. Diese ist oft ungenau (Verzerrungen aufgrund von Erinnerung oder weil Probanden gesünder dastehen wollen, als sie es tatsächlich sind).

Für wen Kakao besonders geeignet ist – und wer vorsichtig sein sollte

Der Verzehr von Kakao eignet sich besonders für Menschen mit erhöhtem Blutdruck oder Herz-Kreislauf-Risiken. Auch ältere Erwachsene zur kognitiven Unterstützung, Sportler zur Regeneration und Personen mit chronischem Stress profitieren davon.

Vorsicht ist jedoch bei Allergien geboten. Aufgrund seines Koffein- und Theobromingehalts kann Kakao Migräne auslösen und sollte in der Schwangerschaft nur in Maßen genossen werden. Auch Personen mit Nierensteinen sowie bei Einnahme von Medikamenten sollten zurückhaltend sein.

Wie gesund sind dunkle Schokolade und Kakaogetränke?

Dunkle Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil behält viele gesundheitliche Vorteile des reinen Kakaos. Sie enthält noch ausreichend Flavanole, um positive Effekte zu erzielen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt täglich 10 g dunkle Schokolade mit mindestens 200 mg Flavanolen (dies ist nicht generell bei jeder dunklen Schokolade der Fall) für die Herzgesundheit.

Herkömmliche Kakaogetränkepulver enthalten oft nur 20 bis 25 Prozent Kakao, dafür aber große Mengen Zucker. Ein Glas (200 ml) kann bis zu 20 g Zucker enthalten – das entspricht etwa 5 Teelöffeln. Die gesundheitlichen Vorteile des Kakaos werden durch den hohen Zuckergehalt zunichtegemacht.

Fazit: Wählen Sie ungesüßtes Kakaopulver oder dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil, um von den Gesundheitsvorteilen zu profitieren.

Gesundes Kakao-Rezept: Antioxidantien-Power-Smoothie

Reines Kakaopulver lässt sich vielseitig in Getränken wie Smoothies oder einer heißen Schokolade einsetzen. Es verfeinert zudem Frühstücksgerichte wie Overnight Oats und Chia Bowls oder kann einfach über Früchte wie Bananen und Erdbeeren gestreut werden. Auch zur Anreicherung von selbstgemachten Müsliriegeln oder Desserts eignet sich das Pulver hervorragend.

Dieser einfache und leckere Smoothie versorgt Sie mit einer geballten Ladung Antioxidantien und gesunden Nährstoffen.

Zutaten (für 1 Portion):

  • 1 EL ungesüßtes Kakaopulver (bio, roh)
  • 1 reife Banane
  • 200 ml ungesüßte Mandelmilch
  • 1 TL Mandelmus
  • 1 TL Honig oder Ahornsirup (optional)
  • 1 Handvoll Spinat (optional, für extra Nährstoffe)
  • 3-4 Eiswürfel

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten in einen Mixer geben
  2. 60 Sekunden auf höchster Stufe mixen. Bei Bedarf nachwürzen.
  3. Sofort servieren und genießen.

Nährwerte pro Portion: Etwa 180 kcal, 6 g Protein, 4 g Ballaststoffe, über 200 mg Flavanole

Tipp: Verwenden Sie rohes, unbehandeltes Kakaopulver für maximale Nährstoffdichte. Der Smoothie eignet sich perfekt als gesundes Frühstück oder Post-Workout-Snack.

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