„Knochenschwund“-Diagnose trifft Millionen in Deutschland – So können Sie mit Ernährung vorbeugen
Uns auf Google folgenOsteoporose ist eine weit verbreitete Krankheit. Welche Nahrungsmittel und Lebensstiländerungen zur Förderung der Knochengesundheit beitragen können.
München – Ein Abbau der Knochensubstanz ist im Alter ein natürlicher Prozess, der bei einer Osteoporose-Erkrankung jedoch beschleunigt wird.
Laut dem medizinischen Handbuch MSD Manual nimmt bei der chronischen Erkrankung die Knochendichte so stark ab, dass sich eine Verschlechterung der Knochenstruktur einstellt. Dadurch erhöht sich das Risiko für Knochenbrüche schon bei einer geringfügig äußeren Belastung. Um Osteoporose rechtzeitig vorzubeugen, hilft neben viel Bewegung auch eine knochenstärkende Ernährung.

Volkskrankheit Osteoporose: Besonders häufig erkranken Frauen an Knochenschwund
In Deutschland sind geschätzt sechs Millionen Menschen von der Volkskrankheit betroffen. Osteoporose tritt meist im höheren Alter auf, wobei Frauen früher und sehr viel häufiger daran erkranken als Männer, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Schuld daran ist ein verminderter Östrogenspiegel, der im Zuge der Wechseljahre immer weiter abnimmt.
Eine richtige Ernährung in jungen Jahren kann dem späteren Auftreten einer Osteoporose vorbeugen, informiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Ebenso könne bei der Behandlung einer bestehenden Osteoporose die Ernährung den Krankheitsverlauf beeinflussen.
Osteoporose vorbeugen: Calciumreiche Ernährung hilft Knochen zu stärken
MSD Manual zufolge sind eine Calcium- und vitaminreiche Ernährung sowie Aktivitäten mit Gewichtsbelastung gute Maßnahmen, um Osteoporose vorzubeugen und die Knochen zu stärken.
Folgende Lebensmittel können Knochenschwund mildern:
- Mineralwasser: Calciumreiches Mineralwasser sorgt für eine ausreichende Calciumzufuhr. Bei Osteoporose sind Mineralwässer, die mehr als 150 Milligramm Calcium pro Liter enthalten, empfehlenswert.
- Calcium: Ein lebenswichtiger Mineralstoff, der Zähne und vor allem Knochen stabil hält.
- Vitamin D-Zufuhr: Vitamin D verbessert die Aufnahme von Calcium und Phosphor. Gleichzeitig braucht der Körper es, um das Calcium über den Darm aufzunehmen und in die Knochen einzubauen. Fettreiche Seefische wie Hering, Lachs, Heilbutt, Sardine und Thunfisch sind wegen des höheren Vitamin-D-Gehaltes zu bevorzugen. Übrigens: Ihre Haut bildet es auch mithilfe von Sonnenlicht selbst.
- Vitamin C: Das Vitamin aus Obst (Orangen, Brombeeren, Feigen, Kiwis) und Gemüse verbessert die Calciumwertung.
- Grüne Gemüsesorten: Grünkohl, Brokkoli, Feldsalat, Rucola, Fenchel und Petersilie sind weitere wichtige Calciumquellen. Mit grünem Gemüse punkten Sie im Übrigen gleich doppelt: Es enthält gleichzeitig viel Vitamin K für die Knochenfestigkeit.
- Milch, Joghurt und Käse: Damit decken Sie am einfachsten und schnellsten Ihren täglichen Calciumbedarf. Top-Lieferanten sind beispielsweise Hartkäsesorten wie Parmesan oder Gouda.
- Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte: Sie enthalten weitere wichtige Vitamine oder Eiweiße und sollten ebenfalls in der Ernährung integriert werden, insbesondere: Sesam, Haselnüsse, Paranüsse, Walnüsse, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Kichererbsen.
Quelle: Onmeda, Klinik für Ernährungsmedizin der TU München, Focus.de
Experten warnen: Vorsicht bei diesen Lebensmitteln
Laut TV-Ärztin Franziska Rubin ist bei allen Fertiggerichten besondere Vorsicht geboten. Diese enthalten demnach viel Phosphat, was „im Übermaß den Knochenstoffwechsel störe“. Weitere Lebensmittel, die die Calciumaufnahme hemmen oder die Calciumausscheidung steigern, sind dem Gesundheitsportal Onmeda zufolge:
- Alkohol
- Kochsalz- und fettreiche Kost
- Speisen mit einem hohen Phosphatgehalt wie Wurst, Fleisch und Schmelzkäse
- Ballaststoffe sowie Lebensmittel mit viel Oxalsäure wie etwa Spinat, Mangold, Rote Beete, Rhabarber oder Schokolade
Um Knochenschwund rechtzeitig vorzubeugen, hilft zudem viel Bewegung. Expertinnen und Experten empfehlen daher regelmäßig aktiv zu sein und vor allem Sportarten zu wählen, bei denen die Knochen stark beansprucht werden, wie beispielsweise Krafttraining, Klettern, Joggen oder Wandern. Eine Studie zeigte, dass Sport zu einer bestimmten Tageszeit das Sterberisiko deutlich senken kann.
Risikofaktoren für Osteoporose
„Osteoporose verläuft schleichend und wird daher oft zu spät oder gar nicht erkannt. Viele Frauen und Männer wissen nur wenig über die Erkrankung und wie man sich davor schützen kann“, erklärt Stefan Schwartze, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, in einer Mitteilung.
Neben Alter und Geschlecht erhöhen folgende Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit für Osteoporose:
- Familiäre Vorbelastung
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Starker Alkoholkonsum
- Langzeiteinnahme bestimmter Medikamente
- Ernährungsdefizite/Fehlernährung
- Mangel an Kalzium oder Vitamin D
- Starkes Untergewicht
Quelle: BZgA, Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., MSD Manual
Osteoporose bleibt oft lange unerkannt. Umso wichtiger ist es, die frühen Warnsignale zu erkennen, die auf die Erkrankung hindeuten. (vw)