John Cooper Works Countryman im Test: Im Go-Kart-Modus macht es „juchu“

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Von: Volker Pfau

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Vom größten Mini, dem Countryman, wurde jüngst die überarbeitete Version präsentiert. Natürlich durfte die Sportversion John Cooper Works nicht fehlen. Das Topmodell kommt mit 300 PS daher – wir durften einsteigen.

Obwohl John Cooper Works – von Kennern kurz JCW genannt – gerne seine langjährigen Wurzeln im Rennsport betont, ist das City-SUV bei einer ersten Sitzprobe ein ziemlich normales Auto. Ohne Schalensitze, ohne gelochte Pedale, ohne Sechs-Punkt-Renngurte. Der Platz hinterm Lenkrad lässt sich dank vieler Einstellmöglichkeiten des Fahrersitzes bequem und komfortabel gestalten. Den vertikal gestellten Start-Stopp-Knopf mittig unterm Zentraldisplay, mit dem man den Zwei-Liter-Vierzylinder zum Leben erweckt, muss man im stockdunklen Parkhaus aber erst einmal finden.

Drei Fahrprogramme stehen zur Wahl - bei Go-Kart gibt‘s zum Start ein „juchu!“

Welches der drei zur Wahl stehenden Fahrprogramme Eco, Normal oder Sport der Mini bevorzugt, macht er selbst kund: Schaltet man auf Go-Kart, wie das dynamische Powerprogramm genannt wird, ertönt ein freudiges „juchu!“ aus dem Lautsprecher. Ist man dann so unterwegs, entpuppt sich der JCW Countryman als knackiger Untersatz und macht der Go-Kart-Benennung alle Ehre. Auf der Autobahn zieht er mit Macht und entsprechender akustischer Untermalung davon, bei 250 km/h ist dann Schluss. Bei der Highspeedfahrt kann der Countryman bei entsprechender Streckenführung oder nicht optimalem Straßenbelag minimal unruhig werden, was Nerven und Kraft kostet und was man sich nicht dauerhaft antun muss.

Cockpit des Mini JCW Countryman mit Fahrprogramm Go-Kart
Das Sport-Fahrprogramm heißt Go-Kart und startet mit einem freudigen „juchu!“ © Volker Pfau

Wer etliche Zusatz-Pferdestärken aktivieren will, kann durch ziehen des Schaltpaddels links am Lenkrad die Boost-Funktion aktivieren, die nach zehn Sekunden dem Wagen einen Extra-Push verleiht, was beispielsweise einen Überholvorgang beschleunigt. Dieser Schub kann durchaus auch hilfreich sein, wenn man schnell und sicher einen sogenannten Mittelspurschleicher auf der Autobahn passieren will.

Sportliche Landstraßenfahrt mit tollem Auspuff-Sound und Go-Kart-Feeling

Viel mehr Spaß als die auf Dauer anstrengende Hatz auf der Autobahn bereitet der Power-Mini jedoch bei flotter Fahrt auf kurvigen Land- und Bundesstraßen, wo er sich - unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften - im Sport-Programm tatsächlich fast wie ein Kart fährt. Wechsel im Sieben-Gang-Getriebe werden entsprechend akustisch untermalt, bisweilen jault der Vierzylinder aber laut, wenn die Drehzahl partout nicht für den Gangwechsel reichen will. Der Allradler bleibt sauber und präzise auf der gewählten Linie, folgt willig den Lenkbefehlen. Letztlich kann er aber doch nicht verleugnen, dass man in einem 1.735 Kilogramm schweren, 4,44 Meter langen und 1,64 Meter hohen SUV unterwegs ist, das bauartbedingt zu Pendelneigungen tendiert.

Mini JCW Countryman bei zügiger Kurvenfahrt
Flott ums Eck: Im Mini JCW Countryman machen Fahrten auf kurvigen Straßen am meisten Spaß. © Bernhard Filser/BMW/Mini

Seine Aufgaben als variables Nutzfahrzeug erfüllt der Kugelblitz aber ebenfalls sehr gut: Zwischen 505 und 1.530 Liter Gepäck schluckt der Kofferraum, zuladen darf der Mini 575 Kilogramm, die Rückbank ist in Längsrichtung verschiebbar. Vier Erwachsene finden ein ordentliches Platzangebot mit gutem Sitzkomfort vor.

Rundes Zentraldisplay hat zu viele Unterebenen und ist umständlich zu bedienen

Etwas nervig: Die Bedienung des Zentral-Displays mit diversen Unterebenen stellte uns bis zum Ende der Testfahrten immer wieder vor Rätsel und zeigte nicht das Gewünschte an. Manche Einstellungen wie zum Beispiel für Sitz- und Lenkradheizung blieben wie gewünscht und waren auch bei der nächsten Fahrt aktiv. Andere, wie die Einstellung des Radiosenders und der Spracherkennung, mussten vor jeder Fahrt neu konfiguriert werden.

Kein Spar-Mini: Der JCW Countryman kostet ab 56.500 Euro und braucht zwölf Liter

Ein Sparmobil ist der JCW Countryman nicht. Das zeigt sich beim Verbrauch, den wir nur im Eco-Modus und bei großer Zurückhaltung beim Beschleunigen und Fahrten bei gemäßigtem Tempo unter neun Liter drücken konnten. Ansonsten registrierten wir eher Werte zwischen elf und zwölf Litern. Und das bezieht sich auch auf den Preis: Bei 56.500 Euro beginnt die Liste, dazu können noch etliche weitere Extras geordert werden. Ähnlich viel Geld hat Mini beim vollelektrischen Cooper SE Cabrio aufgerufen: Die Preisliste des auf 999 Exemplare limitierten offenen Flitzers begann bei 60.000 Euro! Was Freunde des offenen Stromer-Fahrens aber nicht abschreckte: Die Sonderserie war in Kürze ausverkauft.

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Fazit: Im Mini JCW Countryman All4 stecken viele Rennsport-Gene, die er aber in einer durchaus beherrschbaren Art und Weise im Alltag einsetzt. Man kann ihn durchaus zahm fahren und Spaß haben, es geht aber auch flott. Überhaupt nicht flott, dafür aber garantiert über Stock und Stein, geht es mit einem Mini Cooper S mit Kettenantrieb, der in den USA gesichtet wurde.

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