Unter dem Aufmerksamkeits-Radar: So schlägt sich der Toyota Corolla Hybrid TS im Test
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Mit mehr als 50 Millionen produzierten Exemplaren hält der Toyota Corolla den Weltrekord. Wir waren mit dem japanischen Dauerbrenner auf Tour – in der Hybrid-Variante.
Seit 1966 wird der Toyota Corolla produziert, über 50 Millionen Exemplare rollten bislang von den Bändern der Produktionsstätten rund um den Globus. Dennoch fällt er im hiesigen Straßenverkehr kaum auf und wer mit ihm unterwegs ist, fährt tief unterm Aufmerksamkeitsradar. Das war eine der Erfahrungen, die wir im Alltagstest mit dem Corolla 2,0 l Hybrid TS GR Sport machten, wobei das TS für die Kombiversion Touring Sports steht. Dabei ist die Marke Toyota in der EU sehr begehrt, wie die Auswertung der Neuzulassungen zeigt: Hier belegen die Japaner im ersten Halbjahr 2025 den zweiten Platz.
Brummiger 2-Liter-Motor mit 196 PS
In der Kompaktklasse hat es der Japaner schwer, gegenüber den Mitbewerbern aufzufallen. Unser Exemplar hatte aber zumindest auf dem Papier gute Argumente, um aus der Masse herauszustechen: 196 PS stehen als Systemleistung für den Hybrid in den Papieren. Das Zwei-Liter-Aggregat werkelt etwas brummig vor sich hin und stellt sein Potenzial etwas in den Schatten. Vom GR-Kürzel in der Bezeichnung, das für die Toyota-Sportabteilung Gazoo Racing steht, darf man sich jedoch nicht irreleiten lassen – unser Exemplar hatte zwar beispielsweise Sportsitze und an diversen Stellen prangte das GR-Logo, aber vom Temperament einer Sportversion war es doch ein Stück entfernt. Da ist das Original – der Toyota GR Yaris – eine ganz andere Nummer.

Im Innerortsverkehr wird beim Antrieb meist alles elektrisch erledigt, bei höherem Tempo springt der Antrieb automatisch und deutlich hörbar um vom Elektro- aufs Benzinaggregat. Dass dieser Corolla sein Potenzial nicht ausleben darf und mit maximal 180 km/h fahren kann, hat uns indes nicht gestört. Denn der Toyota ist ein recht ruhiger Vertreter, der auch mit diesem eingeschränkten Tempo alle Anforderungen ans Fahren inner- und außerorts gut erfüllt und seine Ruhe auf die Person hinterm Lenkrad ausstrahlt. Hektik kommt hier am Steuer keine auf.
Kompakter Transporter mit 1.606-Liter-Kofferraum
Schnell ist der Corolla TS vom Fünfsitzer zum kompakten Transporter umgebaut. Als sehr praktisch entpuppte sich bei unserem Exemplar die Kunststoffmatte im Kofferraum, die gegen Verrutschen der Ladung hilft und Schmutz auffängt. Zwischen 596 und 1.606 Liter fasst der Gepäckraum, zuladen darf der Toyota-Kombi allerdings nur bis zu eher bescheidenen 440 Kilogramm.
Ernsthaft hat uns im Testzeitraum an dem Auto nichts gestört. Die Tankentriegelung über den Hebel im Fußraum nervt etwas, aber man gewöhnt sich letztlich doch dran, die Rückfahrkamera dürfte ein etwas schärferes Bild zeigen und einige Bedienknöpfe wie beispielsweise für Sitz- und Lenkradheizung scheinen recht willkürlich und unlogisch am Armaturenbrett platziert worden zu sein.

Sparsam im Verbrauch, riesige Reichweite aber stolzer Preis
Der Wagen ist ein Paradebeispiel fürs Hybrid-Prinzip. Er fährt innerorts meist elektrisch und springt außerorts auf den Verbrenner um. So erzielten wir im Stadtverkehr Verbrauchswerte von weniger als vier Litern, ansonsten begnügte sich unser Corolla mit knapp über fünf Litern auf 100 Kilometer. So kommt man mit einem randvoll gefüllten 43-Liter-Tank theoretisch deutlich über 800 Kilometer weit. Weniger genügsam ist der Toyota jedoch beim Preis: Der Einstieg zum Kombi kostet den Basispreis von 34.540 Euro, unser bestens ausgestatteter Testwagen stand in der Ausstattungslinie GR Sport mit 41.880 Euro in der Preisliste. Nimmt man dagegen die Kosten für ein ganzes Autoleben, kommen ganz andere Summen zustande.
Am Ende unseres Tests bleibt die Erkenntnis, dass es schon seinen berechtigten Grund hat, dass der Corolla das meistverkaufte Auto der Welt ist. Der kompakte Toyota ist in keiner Disziplin Spitze, aber überall gut bis sehr gut und kommt darum dem Prädikat „eierlegende Wollmilchsau“ sehr nahe.