Mini-SUV für junge Wilde? Der Nissan Juke Hybrid im Check

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Von: Volker Pfau

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Mit seinem auffälligen Look und cleveren Details will der Juke Hybrid vor allem jüngere Käufer ansprechen. Doch beim Platzangebot und der Rundumsicht zeigt sich, dass der kleine SUV nicht nur Stärken hat.

Wie alt muss man sein, um in ein SUV zu steigen? Als klassische Kundschaft dieser Fahrzeuge gelten gemeinhin eher ältere Menschen. Doch es ist kein Geheimnis, dass auch Jüngere gerne in ein Auto mit erhabenerem Fahrersitz steigen, wenn es nicht zu konservativ daherkommt. Zudem bietet diese Altersgruppe ein noch weitgehend unerschlossenes Kundenpotentzial. Nissan will eben jenen Menschen mit dem Juke ein Mini-SUV schmackhaft machen – und hat gute Argumente: Es ist frech gestylt und die Eckdaten versprechen Fahrvergnügen. Wir waren mit dem kleinen Japaner in der Top-Ausstattungsvariante 1.6 N-Sport unterwegs, die im sehr auffälligen Iconic Yellow-Gelb lackiert war. Auffälliger geht es kaum, doch die Lackierung brachte uns jede Menge überwiegend positiver Kommentare ein. Wir fühlten uns jung.

Frech gestylt und mit cleverem Design: Wo sind die hinteren Türen?

Das Design ist clever und originell. Der viertürige Juke hat scheinbar nur zwei Vordertüren, weil die Griffe der hinteren Türen im Dachholm der C-Säule versteckt sind. So mancher Mitfahrer, der hinten einsteigen wollte, musste erst mal eine Weile suchen. Allzu bequem ist dann allerdings die Sitzgelegenheit auf der Rückbank nicht. Als Erwachsener muss man auf längeren Strecken etwas leidensfähig oder besser nicht allzu groß gewachsen sein.

Der Juke hat die Griffe im Türholm
Clever versteckt: Der Juke sieht dank der Griffe im Türholm so aus, als habe er hinten keine Türen. © Nissan

Ton in Ton von außen nach innen

Das Innere des Juke ist im Bereich des Armaturenbretts sowie bei den Ziernähten der Mittelkonsole und der Vordersitze farblich im selben Ton wie der Außenlack aufgefrischt und wirkt jugendlich. Der Touchscreen mit 12,3-Zoll-Bildschirmdiagonalen ist gut zu bedienen, die Menüsteuerung logisch. Temperaturen und Funktionen der Klimaanlage werden nach wie vor über Schalter und Knöpfe unterhalb des Bildschirms geregelt. Dem knappen Platz im Innenraum geschuldet sind die ziemlich verstreut angeordneten Schalter auf der Mittelkonsole.

Die Außenlackierung zieht sich bis ins Innere
Die Außenlackierung zieht sich im Inneren übers Armaturenbrett bis zu den Ziernähten der Sitze. © Nissan

Beim Start sorgt der kleine Elektromotor im Hybrid für einen überraschend flotten Antritt. Dabei sind die 143 PS für den 1.405 Kilogramm schweren Kleinen im Grund bereits ausreichend Power. Abheben kann man allerdings nicht, denn die Höchstgeschwindigkeit ist auf überraschend bescheidene 166 km/h beschränkt. Dafür kann man mit dem Juke wunderbar über Tempo-100-Straßen cruisen oder im Sport-Fahrmodus mal einen flotteren Reifen wagen, was Fahrwerk, Lenkung und Bremsen nicht in Verlegenheit bringt. Aber auch bei langsamerem Tempo sollte man im Regen besonders sensibel mit Gas- und Bremspedal umgehen, um bei Nässe sicher ans Ziel zu kommen.

Beim Umschalten von Elektro auf Verbrenner wird der Juke brummig

Aktiviert man per Schalterdruck das sogenannte E-Pedal, rekuperiert der Wagen beim Gaswegnehmen elektrische Energie und verzögert den Wagen fast bis zum Stillstand, nimmt man den Fuß vom Fahrpedal. Irritierend ist das Geräusch des etwas brummigen Motors beim Umschalten von Elektro- auf Verbrennerbetrieb, aber daran gewöhnt man sich ziemlich schnell. Das Nissan-typische E-Power-System wird beispielsweise auch im kompakten SUV Qashqai eingebaut, wo man nur wenig mehr verbraucht als im Juke.

Verbrauch unter sechs Litern auf 100 Kilometer
Bei entspannter Fahrt bleibt man beim Verbrauch unter sechs Litern auf 100 Kilometer. © Nissan

Schnelle Heizung und gute Rückfahrkamera

Lob gibt es für die schnell wärmenden Lenkrad- und Sitzheizungen, die wir an den kühlen Tagen in unserem Testzyklus sehr zu schätzen lernten. Auch die sehr gute Rückfahrkamera war beim Einparken und Rangieren eine große Hilfe und zeigte ein Bild, das in dieser Klasse oberhalb des normalen Standards liegt. Das allerdings nur bei gutem Wetter, bei Regenwetter war sie wegen der exponiert angebrachten Linse leider wenig brauchbar.

Knuffiges Design verhindert gute Rumumsicht

Bauartbedingt eher überschaubar ist der Kofferraum mit einer 78 Zentimeter hohen Ladekante, in den von 354 bis 1.237 Liter Gepäck passen. Ein zusätzliches Staufach befindet sich unterm Kofferraumboden. Der Nissan Juke ist zwar klein und knuffig, doch die extravagante Karosserie ermöglicht vom Fahrersitz aus nur eine schlechte Rundumsicht. Und trotz der geringen Länge von nur 4,21 Metern hat der Wagen einen Wendekreis von stattlichen 11,4 Metern und braucht entsprechend viel Platz beim Rangieren.

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Der Verbrauch bei unseren Fahrten schwankte geschwindigkeitsabhängig. Bei entspannter Fahrweise und mit E-Pedal-Aktivierung blieben wir locker unter sechs Litern auf 100 Kilometern, bei Autobahnrichtgeschwindigkeit konsumierte der Juke etwa einen Liter mehr. Gravierende Unterschiede in Bezug auf den Benzinverbrauch konnten wir zwischen den Fahrprogrammen Eco und Standard jedoch nicht feststellen. Der Grundpreis des von uns gefahrenen Juke Hybrid N-Sport, der Top-Version der Baureihe, beträgt 34.890 Euro, der Einstiegspreis für das günstigste Modell liegt bei 24.790 Euro. Wer angesichts dieser stolzen Preise meint, beim Reifenwechsel Geld sparen zu können, sollte einige Hinweise beachten, denn wenn man nicht richtig vorgeht, kann es schnell gefährlich werden.

Der erfrischende Kleine macht Spaß und nicht nicht ganz billig

Fazit: Der Juke ist ein erfrischender Kleiner, er sieht ungewöhnlich aus, überzeugt im Alltag, macht Spaß im Stadtverkehr und auf flotter Landstraßenfahrt – aber entscheidet man sich für die Top-Version 1.6 N-Sport ist der Preis, den man dafür bezahlen muss, doch ziemlich hoch.

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