Audi A5 Avant im Test: Wie schlägt sich der Premium-Kombi mit 204 PS im Alltag?
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Der neue Audi A5 tritt das Erbe des A4 an. Wir waren mit der 204 PS starken Avant-Version unterwegs – so schlägt sich der Kombi im Alltag.
Mit neuer Nummerierung wollte Audi das Elektro-Zeitalter einläuten. Aus dem A4 wurde folglich der A5 und baut auf einer komplett neuen Plattform auf. Mit der Umnummerierung taten sich die Ingolstädter aber keinen Gefallen, denn nach großen Protesten der Kunden erhielten die folgenden Modelle wieder die alten Zahlen. Kurios war es beim A6: Da lautete die Einladung zur Fahrpräsentation noch auf A7, wurde dann aber wieder auf A6 korrigiert, da in der Zwischenzeit die Nummerierung der Audi-Modelle wieder auf die alte Nomenklatur zurückgestellt wurde. Und steht nun mit der gewohnten Bezeichnung A6 beim Händler.
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Verwirrender Zahlensalat bei Audi: von A4 zu A5
Wie verwirrend der Zahlensalat ist, merkten wir während unseres Alltagstests mit dem A5 Avant. Immer wieder mussten wir erklären, dass es sich hierbei nicht um eine neue Kombiversion des Mittelklasse-Coupés handelt, sondern um den A4-Nachfolger. Nicht vergessen sollte man jedoch bei dieser überraschend emotional geführten Diskussion, dass auch jener A4 nicht vom Himmel gefallen ist: Im Jahr 1994 wurde der damalige Audi 80 in A4 umbenannt.
Flottes Design auch für die Kombiversion
Die Designer haben beim aktuellen Modell gute Arbeit geleistet, denn der Neue sieht auch als Avant, wie der Familienname der Ingolstädter für die Kombi-Version heißt, recht flott aus. Da er eines der Audi-Volumenmodelle ist, polarisiert er aber sowieso nicht durch sein Äußeres, sondern orientiert sich eher am Massengeschmack. Im Innenraum nimmt man gern hinterm Lenkrad oder auch auf den anderen Sitzen Platz, man fühlt sich sofort wohl. Spielernaturen genießen die schaltbare Transparenz des Glasdaches, einem 2.190 Euro teuren Extra, dessen Helligkeit per Knopfdruck mehrfach verstellt werden kann. Besonders begehrt war stets der Beifahrersitz: Im aufpreispflichtigen Technologiepaket war ein separater Bildschirm mit 10,9-Zoll-Display exklusiv für den Platz rechts vorne enthalten, auf dem ein für den Fahrer nicht einsehbares Programm abgespielt werden konnte.

Viele Tasten, viele Schalter und ein Assistent
Als Fahrer hat man ein sowieso mehr als ausreichend großes Infotainment-Angebot: In der Mittelkonsole befindet sich ein üppiger 14,5-Zoll-Bildschirm, dessen Bedienung selbsterklärend ist. Mehr Aufmerksamkeit muss man den 14 Schaltern plus vier Fensterhebern in der Türverkleidung widmen, deren Funktionen nicht auf Anhieb blind abrufbar sind und darum eine gefährliche Gewöhnungsphase brauchen. Die Lenkradtasten sind haptisch nicht einfach zu bedienen, es kommt leicht zu Fehlern. Wir aktivierten beispielsweise öfter mal ungewollt den Sprachassistenten.

Der Motor – in unserem Exemplar ein 2-l-Benziner mit 204 PS – braucht am Start eine Bedenksekunde, bis er loslegt, dann geht’s insbesondere im Dynamic-Modus aber ordentlich ab. 340 Nm beträgt das maximale Drehmoment, auf der Autobahn ist erst bei 242 km/h Schluss, was wir aber nur der Vollständigkeit halber erfahren haben. Viel öfter und entspannter ist man mit Richtgeschwindigkeit unterwegs, was das Stresslevel und den Verbrauch niedriger hält.

Ein ruhiger und entspannter Lastentransporter
Der grundsätzlich ruhige und unaufgeregte Vertreter seiner Zunft macht dank exakter Lenkung, souveränem Fahrwerk und sehr guten Bremsen gerade auf Bundes- und Landstraßen Spaß und ist auch im Stadtverkehr ein feines Gefährt. Beim Rangieren merkt man jedoch dem 4,83 Meter langen und 1,86 Meter breiten Audi den üppigen Wendekreis von 12,1 Metern, der öfters zu zusätzlichen Lenkmanövern führt. Erfreulich gut ist aber wiederum die optische und akustische Unterstützung durch die Einpark-Assistenzsysteme.
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Seine Grundaufgabe, den Transport von Lasten, erfüllt der A5 Avant recht ordentlich. Zwischen 448 und 1.396 Liter Gepäck fasst der Kofferraum, womit der Audi sich nicht groß von seinen Mitbewerbern abhebt. 535 Kilogramm darf die Ladung wiegen. Das Umklappen der hinteren Sitze zu einer ebenen Ladefläche geht in Sekunden.
Stolzer Preis – und die Extras kosten eine Stange Geld
Die Versuchung, den A5 etwas zügiger zu bewegen, hat ihren Preis, denn beim Verbrauch notierten wir 7,7 Liter auf 100 Kilometer. Seinen Preis – und keinen geringen – hat auch das ganze Auto: 56.000 Euro kostet das Basismodell, für unseren bestens ausgestatteten Testwagen muss man stolze 82.740 Euro hinblättern. Angesichts dieser Summe und dem Qualitätsanspruch der Marke fehlt das Verständnis dafür, dass an manchen Stellen sehr gespart wurde: Die Lenkstockhebel für Blinker und Scheibenwischer wirken billig und der Heckwischer wird über einen fummeligen Knopf aktiviert.

Vom Nummern-Wirrwar darf man sich nicht täuschen lassen, denn der Audi A5 Avant ist nicht nur ein würdiger Nachfolger des A4, sondern auch ein starker Mitbewerber zum BMW 3er Touring sowie dem T-Modell der Mercedes C-Klasse, den einheimischen Konkurrenten in der Mittelklasse.