Alltagstest mit dem Mercedes-Benz G 500: Der Echte fürs Gelände
Uns auf Google folgenLängst hat sich die Mercedes G-Klasse seit ihrer Präsentation im Jahr 1979 vom Militärfahrzeug zum edlen Offroader und Statussymbol gewandelt. So fährt sich der aktuelle G 500.
Zum Bedauern vieler G-Freunde haben die Untertürkheimer bei der jüngsten Überarbeitung die Topmotorisierung, das prestigeträchtige 5,0-Liter-V8-Aggregat, durch einen Reihensechszylinder mit 3 Litern Hubraum ersetzt. Wenigstens hat der Hersteller den Klang des neuen Antriebsherzens per Sounddesign akustisch angeraut und ihm etwas Aggressivität verliehen. Die 536 Euro Aufpreis dafür fallen im Gesamtpaket sowieso nicht ins Gewicht.
Bewährtes wird bei der G-Klasse nicht verändert
Grundlegendes wurde ansonsten nicht verändert: Neben dem unverwechselbaren Design gehören zu dem echten Kernigen Details wie Türgriffe im Design der G-Klassen-Anfangsjahre mit Knopf zum Drücken, Schutzleisten, ein Ersatzrad am Heck und exponierte Blinker auf den vorderen Kotflügeln. Die Türen muss man mit Nachdruck schließen, besser zuknallen, und im Innenraum befindet sich vor dem Beifahrersitz der obligatorische Haltegriff.

Der Einstieg in den G 500 hebt einen gleich in die Höhe. Man steigt in einen Offroader und nicht in ein weichgespültes SUV. Die angegebene (und von uns nicht ausprobierte) Wattiefe von 70 Zentimetern samt einer Bodenfreiheit von 24 Zentimetern machen klar, dass es sich hier um einen beinharten Geländewagen handelt. Per Plakette wird ihm zudem attestiert, dass er den 1.445 Meter hohen Steyr-Hausberg Schöckl bei Graz schafft, der als eines der härtesten Offroad-Testgelände der Welt gilt. Und damit durch die Stadt fahren?

Üppige Maße, große Masse und keine Orientierungsprobleme
Ja, denn trotz der Masse (2.485 Kilogramm) und der Maße (4,91 Meter Länge, 1,93 Meter Breite) lässt sich der G 500 erstaunlich leicht manövrieren, hält sauber die Spur und schwimmt ganz entspannt durch den städtischen Berufsverkehr. Die vollelektrische Version des Geländewagens wartet übrigens mit einer Besonderheit auf: dem G-Turn. Dabei dreht sich die Elekro-G-Klasse auf der Stelle um die eigene Achse. Einparken sollte man mit großer Rücksicht und mit Bedacht, nicht zuletzt wegen des üppigen Ersatzrades am Heck. Ausreichend Kameras und die Kotflügel als Orientierungshilfe sorgen für Entspannung, der Parkplatz darf aber nicht zu klein sein. Dank der Höhe des Wagens von stattlichen 1,97 Metern hatten wir dafür nie Probleme, unseren G auf großen Parkplätzen schnell wiederzufinden.

Der 3-Liter-Sechszylinder mit einer Leistung von 449 PS kommt nie in Verlegenheit und bringt den Zweieinhalbtonner stets adäquat voran. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h zu fahren, wird jedoch ziemlich schnell zu einer akustischen Qual und an den Verbrauch mag man dabei sowieso nicht denken. Auch bei fast kompletter Ausnutzung der Zuladung von 715 Kilogramm zeigt der Mercedes weder beim Federungskomfort noch bei der Straßenlage irgendwelche Schwächen.

Eine nervige Mercedes-Tradition ist auch hier eingebaut
Traditionsbewahrer ist der G 500 leider auch bei der fummeligen Tastenbelegung am Lenkrad sowie dem mit Blinker und Front-/Heckscheibenwischer überfrachteten Lenkstockhebel links. Das ist Philosophie von Mercedes-Benz und daran muss man sich einfach gewöhnen.
Mit dem G 500 lernt man Tankstellen intensiv kennen: Trotz Unterstützung durch Hybrid-Technik und eher zurückhaltende Fahrweise kamen wir auf einen Verbrauch von zwölf bis 13 Litern auf 100 Kilometern. Bis der 100-Liter-Tank wieder gefüllt ist, bleibt man lange an der Zapfsäule stehen, lässt viel Geld liegen und wird vom Tankwart sehr freundlich und zuvorkommend behandelt. Wer jedoch die 132.328 Euro hinlegt, die für die Basisversion des G 500 ohne Extras fällig werden, wird den Treibstoffkosten vermutlich keine größere Bedeutung zumessen. Unser mit einer ordentlichen Portion Extras ausgestatteter Testwagen summierte sich letztlich auf exorbitante 151.100 Euro.
Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von unserem Partner 24auto.de.
Für viel Geld gibt es mit dem G 500 Luxus, Image und Daumen hoch
Mit der G-Klasse erwirbt man für sehr viel Geld aber nicht einfach nur ein durchaus luxuriöses Auto, sondern bekommt Tradition und ein unbezahlbares Image obendrein dazu. Auch wenn die Meinungen über den G 500 auseinandergehen, erhielten wir zu unserer Überraschung während unseres Tests ausschließlich positive Kommentare, anerkennende Blicke und in Form nach oben gereckter Daumen nonverbale Zeichen der Bewunderung.