Versteckte Türgriffe, sichtbare Qualitäten: So schlägt sich der neue Kia EV3 im Alltag

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Von: Volker Pfau

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Das vollelektrische Kompakt-SUV Kia EV3
Das vollelektrische Kompakt-SUV Kia EV3 überzeugt mit vielen Stärken. © Kia

Der Kia EV3 rundet derzeit die Elektro-Familie der koreanischen Marke nach unten ab. Wir waren mit dem kompakten SUV unterwegs.

In der inzwischen großen Riege der kompakten Elektroautos ragt der Koreaner zumindest schon mal optisch aus der Masse heraus. Der Wagen sehe aus wie ein futuristisch gestaltetes Raumfahrzeug, wurde uns immer wieder beschieden. In der Tat haben die Designer gute Arbeit geleistet und dem EV3 eine modisch-kantige Karosserie verpasst. Darüber hinaus haben sie die Türgriffe hinten elegant im Dachholm versteckt, sodass der Wagen noch größer erscheint.

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Klar und gut verständliche Instrumente im Cockpit

Im Innenraum dominieren ebenfalls klare Linien. Der eingebaute Tisch in der Mittelkonsole, den man in Ladepausen nach vorn schieben kann, erscheint uns in diesem Kompaktwagen jedoch als ein bisschen zu viel des Guten. Die Instrumente im Cockpit informieren mit vielen Anzeigen, sind aber insgesamt klar und verständlich angeordnet und lassen sich obendrein nach individuellen Bedürfnissen anpassen. Weniger gefiel uns, dass das Lenkrad den Hebel mit Startknopf und Fahrstufenwahl fast vollständig verdeckt. Man gewöhnt sich nach einer gewissen Zeit zwar daran, es hätte aber eleganter gelöst werden können.

Cockpit im Kia EV3
Übersichtliche und gut ablesbare Instrumente im Cockpit des Kia EV3. © Kia

Mit einer Leistung von 204 PS und 283 Nm Drehmoment ist der EV3 ausreichend ausgestattet, in unserem Exemplar speicherte eine 81,4-kWh-Batterie die Energie. Als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 170 km/h an. Da wir uns bei Streckenfahrten jedoch fast ausschließlich im Bereich bis 120 km/h bewegten, konnten wir bemerkenswerte Reichweiten erzielen. Etliche Zusatzkilometer und eine deutlich bessere Effizienz kann man mit Rekuperation erzielen. Dabei wird der Elektromotor beim Bremsen oder Bergabfahren kurzerhand zum Generator umfunktioniert.

Je besser wir uns an den Wagen gewöhnten und je milder im Testzyklus die Temperaturen wurden, desto weiter kamen wir. Am Ende lagen wir mit realen 550 Kilometern fast bei der vom Hersteller angegebenen WLTP-Reichweite von 605 Kilometern. Überhaupt war die Reichweitenangabe sehr praxisfreundlich und realistisch: So war beispielsweise nach real gefahrenen 95 Kilometern die theoretisch angezeigte Reichweite gerade einmal um 50 Kilometer gesunken. Welche Reserven tatsächlich in einem Elektroauto stecken, hat kürzlich c’t gemeinsam mit dem ADAC getestet und einige Modelle so lange gefahren, bis deren Akkus vollkommen leer waren.

Der Kia EV3 begnügte sich oft mit nur 15 kWh auf 100 Kilometern
Sparsam im Verbrauch: Der Kia EV3 begnügte sich oft mit nur 15 kWh auf 100 Kilometern. © Kia

Wendig beim Rangieren und praktisch beim Beladen

Im Alltag erwies sich der 4,30 Meter kurze Kia, der sich dank 10,4 Metern Wendekreis auch gut rangieren ließ, als unaufgeregter Begleiter. Der Kofferraum mit einem zusätzlichen großen, unterteilten Fach unter dem Ladeboden schluckte 430 bis 1.251 Liter Gepäck, in den Frunk vorne passte perfekt das Ladekabel. Gut ist der Blick über die Heckkamera nach hinten, schlecht ist jedoch, dass diese – wie die gesamte Heckklappe – sehr schnell verschmutzt. Der kleine Scheibenwischer kämpft hier einen vergeblichen Kampf.

Bei umgeklappten Rücksitzen passen bis zu 1.251 Liter Gepäck in das kompakte SUV
Bei komplett umgeklappten Rücksitzen passen bis zu 1.251 Liter Gepäck in das kompakte SUV. © Kia

Letztlich erwies sich der EV3 als ein sehr sparsames Elektroauto. Im Laufe unserer Testfahrten sank mit den steigenden Außentemperaturen der Verbrauch. Anfangs pendelte er noch um 16 kWh/100 Kilometer, am Ende bescherte uns das Frühlingswetter Werte von 14 bis 15 kWh/100 Kilometer. Voraussetzung war aber immer, dass wir sehr zurückhaltend unterwegs waren. Eine außergewöhnliche Ladetechnik können E-Auto-Fahrer seit Kurzem in Köln anwenden. Nach einjährigem Testlauf wurden dort Ladebordsteine in Betrieb genommen, bei denen das Lademodul in den Bordstein integriert ist. Für die von uns gefahrene Version mit der stärkeren Batterie beginnen die Preise bei 41.390 Euro, können aber mit diversen Extras problemlos über die 50.000-Euro-Schwelle gehoben werden.

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Die interessante E-Auto-Alternative taugt als Erstwagen

Als Fazit bleibt die Erkenntnis, dass der Kia EV3 auf dem Weg zur Elektromobilität eine interessante Alternative ist. Mit der großen Batterie und der entsprechenden Reichweite taugt er durchaus zum Erstwagen, nur der Preis könnte für viele Interessenten noch eine hohe Hürde darstellen.

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