Polizei verhaftet Mann nach Bränden in Essen mit 30 Verletzten – acht davon schwer
Uns auf Google folgenZwei Brände mit rund 30 Verletzten haben sich in Essen ereignet. Nur wenig später steuert ein Mann einen Lieferwagen in zwei Läden.
Update vom 29. September, 19.33 Uhr: Wie die dpa mitteilt, ist inzwischen ein Motiv des festgenommenen 41-jährigen Mannes bekannt. Grund der schlimmen Tat sei gewesen, dass seine Frau sich von ihm getrennt habe. Aus Frustration darüber habe er Personen töten wollen, die seine Frau unterstützten.
Der Essener sei zuvor schon wegen Bedrohung und Sachbeschädigung in Erscheinung getreten. WDR-Informationen zufolge liegt die Trennung von der Frau bereits drei Jahre zurück. Die Frau sei danach mit den drei Kindern zunächst in ein Frauenhaus geflüchtet. Zur Tatzeit habe sie sich selbst gar nicht in einem der beiden Brandhäuser aufgehalten, ebenso wenig die Kinder.
Hausbewohner unterstützen Einsatzkräfte bei Rettung – Täter mit Stichwaffe gesehen
Die Bewohner der Häuser, in denen das Feuer wütete, konnten auch durch die Zivilcourage der Anwohner gerettet werden. „Es war so, dass die Feuerwehr noch nicht vor Ort war, aber das erste Kind schon gerettet war von den Anwohnern“, schilderte Nachbarin Petra Stolarski im WDR Fernsehen. Und weiter: „Selbst als die Feuerwehr kam, bis die Leiter und der Korb ausgefahren war, haben die weitergemacht.“
Auch mit Stichwaffen wurde der Mann danach gesehen, wie die Polizei mitteilt. Laut Innenminister Reul waren die Taten nach aktuellem Erkenntnisstand „das Werk eines Mannes, welcher möglicherweise die Trennung seiner Ex-Frau nicht verkraftet“ habe. Der Anwalt des Verdächtigen, Volker Schröder, äußerte sich ähnlich. Wahrscheinlich komme noch eine psychische Störung dazu, sagte er.
Update vom 29. September, 15.23 Uhr: Christina Kampmann, innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW, sagte zu IPPEN.MEDIA: „Das ist eine wirklich schreckliche Situation. Wir hoffen und beten für die in Lebensgefahr schwebenden Kinder und sind in Gedanken bei den Opfern dieser furchtbaren Taten.“
Es sei politisch „aktuell noch zu früh, die Lage zu bewerten und Schlüsse daraus zu ziehen“. Sie habe Innenminister Reul jedoch dazu aufgefordert, „die innenpolitischen Sprecher der Fraktionen unverzüglich zusammenzuschalten und über die Situation zu informieren, sobald genauere Erkenntnisse vorliegen.“
Feuer in Essen: Oberbürgermeister verrät Hintergrund der Angriffe
Update vom 29. September, 12.30 Uhr: Die mutmaßlichen Brandstiftungen in Essen richteten sich gezielt gegen eine Familie, sagt Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen. Es mache ihn besonders betroffen, dass dabei auch in Kauf genommen wurde, dass kleine Kinder zu Schaden kamen. Essen habe „dramatische Stunden“ durchlebt.
Am Sonntag soll der 41-jährige Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm werden schwere Brandstiftung und versuchter Mord vorgeworfen. Ein mögliches Motiv nennt die Polizei nicht.
Update vom 29. September, 6.28 Uhr: Kurz nach 17 Uhr waren am Samstag zwei Brände kurz nacheinander in zwei Mehrfamilienhäusern ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte Menschen teils über Leitern in Sicherheit, berichtet später von insgesamt 31 Verletzten.
Die Lage sei „dramatisch“ gewesen, sagt ein Sprecher. Vor dem Eintreffen der Rettungskräfte hatten Nachbarn an einem der Häuser schon Bauleitern an die Wand gestellt. Diese seien aber zu kurz gewesen, sagte der Feuerwehrsprecher. „Das hat aber dazu geführt, dass, als wir ankamen, schon Leute an den Fenstern hingen, Kinder rausgehalten haben.“
In der Spitze seien rund 160 Einsatzkräfte beteiligt gewesen. Zwei große Brände, die parallel bekämpft werden müssen, seien auch für eine große Stadt wie Essen eine Herausforderung. Der Einsatz habe etwa eineinhalb Stunden gedauert.

Der 41 Jahre alte Festgenommene wird auch verdächtigt, mit einem Lieferwagen in zwei Geschäfte im Stadtteil Katernberg gefahren zu sein. Eins davon war ein Obst- und Gemüseladen. Dabei wurde laut Polizei niemand verletzt. Ob die beiden Läden zum Tatzeitpunkt geschlossen waren, war laut dem Polizeisprecher zunächst unklar. In der Nähe dieser beiden Läden sei der Mann festgenommen worden.
Zu Berichten, wonach der Mann auch jemanden mit einem Messer und einer Machete bedroht habe, wollte der Sprecher nichts sagen. In dem Zusammenhang würden derzeit Videos aus den sozialen Netzwerken ausgewertet. „Die werden aktuell gesichtet und geprüft, inwiefern die mit der Tat zusammenhängen, inwiefern das der Tatverdächtige ist und was genau die Hintergründe sind“, sagte der Sprecher.
Erstmeldung vom 28. September, 22.54 Uhr: Essen – Am Samstagabend ist es in Essen zu zwei Bränden gekommen. Laut Polizeisprecher haben sich dabei rund 30 Menschen verletzt – acht von ihnen schwer. Unter den Betroffenen seien auch Kinder, wie die Polizei mitteilt. Zwei von ihnen würden laut Feuerwehr in Lebensgefahr schweben. Derweil haben die Beamten einen mutmaßlichen Täter verhaftet.
Rund 30 Verletzte nach Bränden in Essen
Während die Feuerwehr von 31 Verletzten berichtete, zählte die Polizei 29. Die Brände brachen kurz hintereinander in den Stadtteilen Altenessen und Stoppenberg aus. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Zum Teil wurden Menschen aus den betroffenen Häusern mit Leitern in Sicherheit gebracht.

Rettungskräfte behandelten die Verletzten – ein Teil von ihnen kam ins Krankenhaus, so die Polizei. Der Sprecher könne hingegen nicht sagen, ob Opfer der Brände lebensgefährlich verletzt wurden.
Polizei nimmt Tatverdächtigen fest – zuvor soll er mit einem Lieferwagen in zwei Geschäfte gefahren sein
„Wir haben einen Tatverdächtigen festgenommen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Zudem äußerten die Beamten den Verdacht, dass der Mann mit einem Lieferwagen in zwei Läden gefahren sein soll. Dabei wurde jedoch nach aktuellen Informationen niemand verletzt. In unmittelbarer Nähe der Taten kam es zu der Festnahme des Mannes.
Videos aus sozialen Medien im Zusammenhang mit der Tat würden derzeit noch ausgewertet werden. „Die werden aktuell gesichtet und geprüft, inwiefern die mit der Tat zusammenhängen, inwiefern das der Tatverdächtige ist und was genau die Hintergründe sind“, so der Sprecher der Polizei.
Erst vor wenigen Tagen kam es in Köln und Umgebung zu einer Serie von Explosionen. In diesem Fall ermittelt das LKA über einen möglichen Zusammenhang der Taten. (bk/jh/dpa)