Wegen Fehlinformation von Hotline: Reise zum Flughafen Frankfurt wird für Gruppe zum 15.000-Euro-Desaster

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Von: Paul Luka Schneider

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Drei Reisende hatten einen Flug zum Flughafen Frankfurt gebucht. Doch der Flieger hob nicht ab. Teurer Ersatz musste her. Die Airline soll nun zahlen.

Frankfurt – Während es manch einer vielleicht eher locker nimmt und sich eventuell über ein paar Urlaubstage mehr freut, ist es für das Gros der Menschen wohl eher ein Horrorszenario und Stress pur. Man kommt am Terminal im Flughafen an und erfährt, dass der gebuchte Flug annulliert worden ist. Und man sitzt dann erst einmal auf gepackten Koffern ohne Unterkunft.

So geschehen für drei Personen im August 2022. Die wollten aus der iranischen Millionenstadt Schiras im Süden des Landes über die katarische Hauptstadt Doha zum Flughafen Frankfurt fliegen. Doch am Terminal kam dann die bittere Kunde: Heute hebt für sie kein Flieger ab. Das wäre ihnen schon fünf Tage zuvor per E-Mail mitgeteilt worden.

Gruppe mit Reiseziel Flughafen Frankfurt erhält E-Mail der Airline nicht – wegen Restriktionen im Iran

96 Stunden lang will die Vereinigung Cockpit streiken. Davon wird auch der Flughafen Frankfurt in der Hauptreisezeit betroffen sein. (Archivbild)
Ein Bild des Grauens für viele: Terminalt-Tafeln, wie hier im Flughafen Frankfurt, die gestrichene Flüge ausweisen. Eine Reisegruppe sorgte selbst für teuren Ersatz. (Symbolfoto) © Lando Hass/dpa

Doch die konnte die drei Betroffenen erst verspätet abrufen. Grund war, dass im Iran, der derzeit in den Nahost-Konflikt verwickelt ist, Restriktionen für die Nutzung des Internets galten. Deswegen aktualisierte sich das E-Mail-Programm nicht und die Mail der Fluggesellschaft blieb für die Drei im Verborgenen.

Die Gruppe organisierte sich also Tickets für einen Ersatzflug – für satte 15.000 Euro. Den Beitrag wollten sie von der Airline zurück, doch die stellte sich quer. Denn sie betonte, sie hätte einen Ersatzflug für den übernächsten Tag angeboten und das Buchen von Tickets quasi auf eigene Faust sei dadurch allein die Entscheidung der Reisenden. Einen Anspruch auf Erstattung der Kosten sah die Airline nicht. Die Sache ging vor Gericht. Das Frankfurter Landgericht urteilte daraufhin für die Reisegruppe.

Gericht urteilt für Reisegruppe – Airline muss teuren Trip zum Flughafen Frankfurt zahlen

Die Reiserechtskammer begründete dies mit einer Zeugenaussage. Nach dem Feststellen der Annullierung ihres Flugs haben die Geschädigten demnach Kontakt mit einer Person in Deutschland aufgenommen, die sich beim Callcenter der Airline in Deutschland meldete und die Sachlage schilderte.

„Eine Callcenter-Mitarbeiterin in Deutschland erteilte die fehlerhafte Auskunft, dass Ersatzflüge nicht angeboten werden könnten und sich die Fluggäste selbständig um eine Rückkehr kümmern müssten“, verlautbarte das Gericht in seiner Urteilsbegründung und ergänzte: „Die Auskunft der Callcenter-Mitarbeiterin muss sich die Beklagte zurechnen lassen.“

Gericht sieht Callcenter-Mitarbeiterin in der Schuld

Da gegen das Urteil beim Oberlandesgericht Frankfurt Berufung eingelegt worden ist, ist es noch nicht rechtskräftig. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen Fluggäste bei Annullierungen nun flexibel umbuchen.

Am Flughafen Frankfurt gibt es indes ab sofort neue Sicherheitsmaßnahmen. Zudem hat die „Letzte Generation“ eine abermalige Protestaktion auf Deutschlands größtem Airport geplant. (pls)

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