Tierquälerei in Freibad: Nilgans muss eingeschläfert werden – Geschäftsführer entlassen
Uns auf Google folgen
Nachdem eine schwerverletze Nilgans in Fellbach eingeschläfert werden musste, wird der Chef eines Freibads entlassen – er soll den Tod zu verantworten haben.
Eine Nilgans wurde am Montag im Bereich des F3 Freibads in Fellbach schwer verletzt aufgefunden. Daraufhin wurde sie zu einem Tierarzt gebracht, der das Tier letztendlich einschläfern musste. Die festgestellten Verletzungen des Tieres bestärken den Verdacht, dass diese mit Absicht zugefügt worden seien. Die verletzte Nilgans hatte sich laut Polizei vorher mit drei weiteren Jungtieren immer im Bereich des Freizeitbades in Fellbach aufgehalten.
Wegen inakzeptablen Umgangs mit Nilgänsen ist nun der Geschäftsführer des Freizeitbades in Fellbach fristlos gekündigt worden. Das teilte die Stadt im Rems-Murr-Kreis am Dienstag mit.
Tierquälerei im Freibad? Polizei ermittelt wegen schwer verletzter Nilgans in Fellbach
Dass die Tiere im Fellbacher Freibad F3 leben, ist nicht neu. Auf dem Freibadgelände ist seit dem Sommer 2022 eine Nilgans-Familie Dauergast. „Es war zunächst versucht worden, die Gänse mit Raubvogel-Attrappen und anderen Aktionen an einer Wiederansiedlung zu hindern“, hieß es in der Pressemitteilung.
Die Tiere sind für viele Freibäder zum lästigen Problem geworden, da sie auf Liegewiesen Kot hinterlassen. In Fellbach sei laut der Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (parteilos) bereits versucht worden, die Tiere mit Raubvogel-Attrappen abzuschrecken, jedoch ohne Erfolg. Anschließens sei es zu einem Vorfall gekommen, der nun zu der Entlassung geführt habe.
Geschäftsführer zeigt sich selber wegen Tierquälerei im Fellbacher Freibad an
Der Geschäftsführer hat die Vorwürfe laut Stadt zunächst dementiert. Erst am Wochenende habe er dann den Aufsichtsrat über sein Vorgehen und die Hintergründe informiert. „Er bedauerte sein Verhalten und stellte am Wochenende auch eine Selbstanzeige bei der Polizei, in der er ausführlich zu den Vorgängen Stellung bezog“, hieß es in der Pressemitteilung der Stadt.
Der Aufsichtsrat der Betriebsgesellschaft habe den Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung abberufen. Damit verbunden war die Entscheidung, eine fristlose Kündigung des Geschäftsführer-Dienstvertrages auszusprechen. „Inwieweit ich gegen die Entscheidung der Stadt vorgehen werde, kann ich noch nicht sagen“, sagte der Geschäftsführer gegenüber der „dpa“.
Laut Oberbürgermeisterin gehört zu einer gewissenhaften Geschäftsführung auch, sich an geltendes Recht zu halten und mit Lebewesen respektvoll umzugehen. Auch in Heilbronn kam es auf dem BUGA-Gelände schon zu Problemen mit den invasiven Nilgänsen, der Stadt waren jedoch die Hände gebunden.