Studie enthüllt

Es gibt einen wissenschaftlichen Grund, warum Kinder Brokkoli hassen

Ein Junge isst Brokkoli
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Kinder mögen Brokkoli und anderes Kohlgemüse meist nicht. In einer Studie wurde jetzt der Grund dafür herausgefunden.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Brokkoli finden die meisten Kinder eklig. Doch warum stößt das Gemüse bei so vielen Kindern auf strikte Ablehnung? Wissenschaftler haben den Grund herausgefunden.

Stuttgart - Eltern kennen die Diskussionen beim Essen nur zu gut: Kommt Gemüse auf den Tisch, verziehen die meisten Kinder angewidert das Gesicht. Vor allem Brokkoli scheint bei den Kleinen auf besonders große Abneigung zu stoßen. Doch warum ist das so? Ein Forscherteam ist der Sache nun auf den Grund gegangen.

Die Wissenschaftler haben sich dabei genauer angeschaut, was beim Essen von Brokkoli passiert. Das überraschende Ergebnis: Kinder können gar nichts dafür, dass sie Brokkoli nicht mögen. Es wird buchstäblich in ihr orales Mikrobiom geschrieben, dass sie Kohlgemüse hassen, berichtet die Wissenschaftsseite iflscience.com in Bezug auf eine neu veröffentlichte Studie im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“. Zum Glück gibt es noch genügend andere gesunde Lebensmittel wie Fisch oder Quinoa, die man Kindern vorsetzen kann.

Brokkoli? Igitt! Darum mögen Kinder das Gemüse nicht

Der Grund für die Abneigung: Im Mund können Speichel-Bakterien schwefelhaltige Verbindungen erzeugen, die unangenehm riechen, berichten Wissenschaftler in ihrer Studie. Eine hohe Konzentration dieser Verbindung sorgt dafür, dass Kinder Kohlsorten wie Brokkoli nicht mögen und könnte somit eine Erklärung für die Abneigung sein. Eine weitere Studie hat herausgefunden, dass Kinder immer dicker werden. Ein Grund dafür ist unter anderem die mangelnde Bewegung in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland.

Für die Studie identifizierten Forscher der australischen Wissenschaftsagentur Csiro als Erstes die wichtigsten geruchsaktiven Verbindungen in rohem sowie gedünsteten Brokkoli und Blumenkohl. Die Proben wiederum wurden 98 Familien mit Kindern im Alter zwischen sechs und acht Jahren vorgelegt. Diese konnten den Geruch dann bewerten. Am schlechtesten schnitt dabei Dimethyltrisulfid ab - die chemische Verbindung riecht faulig und schwefelig. Die Forscher vermischten anschließend Speichelproben mit rohem Blumenkohlpulver. Die dabei entstandenen Verbindungen wurden im nächsten Schritt analysiert.

Das Ergebnis: Kinder, deren Speichel hohe Mengen an flüchtigen Schwefelverbindungen aufweist, mochten rohes Kohlgemüse meistens nicht. „Es wurden signifikante negative Beziehungen zwischen den Sympathiewerten von Kindern für rohen Blumenkohl und ihrem oralen Mikrobiom gefunden“, erklärt die Studie. 

Kinder hassen Brokkoli, Erwachsene gewöhnen sich mit der Zeit an den Geschmack

Bei Erwachsenen hingegen kam die Studie zu einem anderen Ergebnis. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Geschmacksnerven einiger Menschen über längere Zeit an die Lebensmittel gewöhnen. Mit anderen Worten: Die Menschen scheinen im Erwachsenenalter die Abneigung gegen Kohlgemüse abzulegen, praktisch aus ihr herauszuwachsen.

Doch nicht jeder Mensch ist davon betroffen, es kommt ganz auf die Zusammensetzung des Speichels an. Wenn man die richtigen Mengen an bestimmten Bakterien im Speichel hat, erklären die Autoren, kann das die „Geruchsentwicklung im Mund“ beim Essen des Gemüses beeinflussen und Brokkoli lecker schmecken lassen. Schade, schließlich ist Brokkoli richtig gesund und steckt voller Vitamine und Nährstoffe. Aber ob wir Brokkoli mögen oder nicht bleibt schlichtweg Geschmackssache.

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