Potenziell gefährlich

Geophysiker warnt vor Ausbruch eines gigantischen Vulkans im Mittelmeer

Der Hunga-Tonga mitten im Südpazifik schleudert Asche und Gestein in die Luft.
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Ähnlich wie der Hunga-Tonga im Südpazifik könnte auch der Marsili im Mittelmeer bei einem Ausbruch Schäden verursachen (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Vor der italienischen Küste, nördlich der Insel Sizilien, liegt der größte noch aktive Vulkan Europas. Laut einem Experten könnte ein Ausbruch verheerend enden.

Italien - Erst kürzlich erschütterte ein Vulkanausbruch vor Tonga im Pazifik* die Erde. Doch die Gefahr lauert offenbar nicht nur am anderen Ende der Welt. Der deutsche Geophysiker Birger-Gottfried Lühr warnt auch Europa vor dem Ausbruch eines Unterwasservulkans. (BW24* berichtete)

Vor der italienischen Küste, nördlich der Insel Sizilien, liegt der größte noch aktive Vulkan Europas: Marsili. Mit einer Fläche von 2.100 Quadratkilometern ist er fast so groß wie das Saarland. Zwar befindet sich der Unterseegigant mehr als 450 Meter unter dem Meeresspiegel, sein Ausbruch könnte dennoch spürbare Folgen haben.

Experte ist sich sicher: „Die Menschheit hat nur Glück gehabt in den vergangenen 200 Jahren“

„Vulkaneruptionen gehören zu den wenigen Naturereignissen, die nicht nur lokale oder regionale Auswirkungen haben können, sondern auch globale“, erklärt Experte Birger-Gottfried Lühr gegenüber Travelbook. „Die Menschheit hat nur Glück gehabt in den vergangenen 200 Jahren.“

Zwar betont Lühr, dass sich das Wasser über dem Vulkangipfel bei einem Ausbruch mildernd auswirken würde. „Aber wie auch bei anderen Eruptionen von Unterwasservulkanen könnte es in der Region rund um Marsili bei einem Ausbruch Probleme geben.“ Eurptionen wie etwa beim Hunga-Tonga-Hung Ha‘ apai könnten laut Lühr zu einem Tsunami führen.

Geophysiker: Marsili ist potenziell gefährlich, doch sein Ausbruch ist unwahrscheinlich

„Ich weiß von Unterwassereruptionen bei den Azoren, bei denen große Lavabrocken dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen und für Schiffe sehr gefährlich sein können“, so Lühr. Weiter gäbe es zudem möglicherweise giftige Gase und tote Fische. Obwohl der Geophysiker den Marsili für potenziell gefährlich hält, ist es eher unwahrscheinlich, dass dieser bald ausbricht. Wie geologische Analysen zeigten, lag seine letzte nennenswerte Aktivität 3.000 bis 5.000 Jahre zurück.

Auch ein anderer europäischer Vulkan geriet im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen: Auf der Kanareninsel La Palma kam es zu einem Ausbruch*, der ganze 85 Tage andauerte. Weiterhin bleibt der Vulkan unberechenbar und kann jederzeit wieder zum Leben erwachen. Auch in Deutschland stellten Forscher im vergangenen Jahr einen aktiven Vulkanismus in der Eifel fest.*(*BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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