Blutuntersuchungen bei Astronauten

Brisante Studie: Reisen ins Weltall können Schäden am Gehirn verursachen

  • Sina Alonso Garcia
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Der Weltraum als potenzieller Lebensraum für Menschen scheint greifbarer denn je. Eine aktuelle Studie sieht das kritisch: Demnach kann der Aufenthalt im All gefährliche Schäden im Gehirn verursachen.

München - Astrophysiker Stephen Hawking war überzeugt: Wenn die Menschheit überleben will, muss sie die Erde in 100 Jahren verlassen. Mit dieser Vision stand das britische Genie nicht alleine da. Auch Tech-Milliardär und Weltraum-Unternehmer Elon Musk träumt von der Übersiedlung der Menschen auf den Mars. In Anbetracht einer neuen Studie von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München könnte die Abkehr vom blauen Planeten für uns jedoch problematisch werden. So fanden die Forscher der LMU heraus, dass lange Aufenthalte im All Schäden im Gehirn von Raumfahrern auslösen können.

Wie die LMU mitteilte, deuten die Studienergebnisse auf eine leichte, aber anhaltende Hirnverletzung sowie eine schnellere Alterung des Gehirns bei der Rückkehr zur Erde hin. Konkret seien in den vergangenen zehn Jahren bei Astronauten zunächst Veränderung des Augapfels festgestellt worden. Später deuteten Untersuchungen auf potenziell schädliche Auswirkungen auf das Gehirn hin. In der Fachzeitschrift Jama Neurology, in der die Studie erschienen ist, sprechen die Forscher von „weitreichenden Auswirkungen auf die menschliche Physiologie“.

Blutuntersuchungen bei Astronauten: Erschreckende Ergebnisse

Schon vor der jetzt veröffentlichten Studie hat die Wissenschaft beobachtet, dass längere Reisen in den Weltraum bei Menschen nicht nur Muskeln und Knochen schwinden lassen, sondern sich auch auf deren Gehirne auswirken. Unklar war bisher allerdings, ob die Veränderungen schädlich sind. Dies fanden die LMU-Forscher nun anhand von Blutuntersuchungen fünf russischer Raumfahrer heraus, die rund fünfeinhalb Monate in der internationalen Raumstation ISS verbracht hatten.

In ihren Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass mehrere Kernproteine für Alterung und Verletzungen des Gehirns bei den Astronauten direkt nach der Rückkehr aus dem All stark anstiegen. Die Forscher glauben, dass durch die Schwerelosigkeit der Blutabfluss bei den Raumfahrern gestört wurde und der Druck im Nervenwasser dadurch im Laufe der Zeit angestiegen ist. Noch ist aber unklar, ob die Veränderungen im Gehirn auch zu bleibenden Einschränkungen führen.

Grenzen des Weltalls: So versuchen NASA und ESA gegenzusteuern

Die Raumfahrtagenturen NASA und ESA arbeiten bereits an Gegenmaßnahmen zu den oben genannten Veränderungen. Sie erforschen Verfahren zur Erzeugung künstlicher Schwerkraft und Unterdruck in der unteren Körperhälfte.

Nicht nur unsere körperlichen Bedingungen zeigen uns Grenzen auf, wenn es um das Überleben im Weltall geht. Manchmal fehlen auch extern die Voraussetzungen für Leben. So fanden Forscher in einer Studie heraus, dass Leben für den Menschen auf dem Mars nicht möglich ist, da es dort zu schlechte Voraussetzungen für ein ausreichendes Wasservorkommen gibt.

Rubriklistenbild: © Nasa/dpa

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