Der Beginn des Universums

Entdeckung vor seinem Tod: Stephen Hawking glaubte, dass das Universum Endpunkt hat

Stephen Hawking nimmt 2016 am STARMUS III Festival teil.
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Der Astrophysiker Stephen Hawking forschte bis kurz vor seinem Tod an der Urknalltheorie (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Vor seinem Tod reichte Astrophysiker Stephen Hawking einen letzten wissenschaftlichen Artikel ein. Seine These hatte es in sich: Die Urknalltheorie bekommt Risse.

Cambridge - Unser Universum besteht aus komplexen Mechanismen. Wissenschaft und Forschung befassen sich seit Menschengedenken damit, diese Vorgänge zu ergründen und zu verstehen. Astrophysiker Stephen Hawking versuchte ebenfalls, Erklärungen zum Ursprung unseres Planeten zu finden und stellte dazu auch Theorien auf. Auch über die Zukunft unseres Planeten machte er sich Gedanken. Stephen Hawking war sich sicher, dass die Menschen in den nächsten 100 Jahren die Erde verlassen müssen, da diese unbewohnbar wird.

Seine letzte These zum Ursprung des Universums verfasste er kurz vor seinem Tod. Diese stellte alle bisher entwickelten Theorien auf den Kopf. Der Astrophysiker war sich sicher: Unser Verständnis vom Universum ist falsch. Mit dieser Idee brachte und bringt Stephen Hawking noch heute sogar die Urknall-Theorie ins Wanken.

Stephen Hawking: Ergebnis seiner letzten Arbeit stellt Vorstellung des Universums auf den Kopf

Sieben Wochen nach Stephen Hawkings Tod erschien seine letzte große Arbeit. Wie die University of Cambridge in Großbritannien, an der Stephen Hawking auch den Lehrstuhl für Mathematik innehatte, damals mitteilte, behandelte er darin die Urknalltheorie. Wie der Spiegel berichtet, reichte der Astrophysiker seine Arbeit beim „Journal of High Energy Physics“ ein, wo sie anschließend auch veröffentlicht wurde. In einer anderen letzten Botschaft an die Menschheit wagte Stephen Hawking eine Prognose über die E-Mobilität.

Zum Ergebnis seiner Arbeit zum Urknall kam er aber nicht allein. Gemeinsam mit dem belgischen Forscher Thomas Hertog von der Katholischen Universität Löwen beleuchtete er die Urknalltheorie. Mit einer erstaunlichen Schlussfolgerung: Das Universum ist womöglich gar nicht unendlich - und es könnte viel einfacher sein, „als viele Urknalltheorien es aussagen“, so die beiden Forscher.

Stephen Hawking und Thomas Hertog warfen Frage auf: Ist das Universum wirklich unendlich?

In ihrer Arbeit behandelten Hawking und Hertog das Problem der sogenannten Inflation. Als kosmologische Inflation wird eine Phase bezeichnet, in der sich das Universum extrem schnell ausgedehnt hat. Man geht davon aus, dass diese Expansion unmittelbar nach dem Urknall stattgefunden hat. Die Theorie der sogenannten ewigen Inflation besagt, dass - wie der Name schon andeutet - diese Expansion des Universums ewig anhält, also kein Ende hat.

Nur in vereinzelten Gebieten, die als „Taschen“ bezeichnet werden, kommt dieser Prozess zum Erliegen. Dort greifen andere Naturgesetze, welche diese Gebiete bewohnbar machen. Unser Teil des Universums, in dem sich die Erde, der Mond und die Sonne befinden, ist ebenfalls solch eine „Tasche“. Forscher gehen zudem davon aus, dass es mehrere solche Taschen in den Weiten des Universums gibt. Theoretiker sprechen dabei auch von einem Multiversum, also einem Kosmos, in dem viele verschiedene Arten von Naturgesetzen nebeneinander bestehen können.

Urknalltheorie mit These widerlegt - Stephen Hawking konnte Arbeit nicht zuende bringen

Hawkings und Hertogs neue Theorie zum Urknall basiert auf der Stringtheorie. Diese widerlegt allerdings die bisherige Theorie der „Taschen“ und somit auch das Bestehen von einem Multiversum. Ihrer Auffassung nach gibt es eine viel einfachere Erklärung und Vorstellung des Kosmos: Am Ende der Inflation des Universums nach dem Urknall gibt es eine Art Oberfläche, die aber erst durch unsere Vorstellungen von Zeit ihre Gültigkeit bekommt. Demnach behaupten die beiden Physiker, das Universum habe damit einfache Strukturen, die theoretisch auch mithilfe der Astronomie beobachtbar sind. Dies würde bedeuten, dass es eine Grenze der Zeit gibt.

Beweisen konnte Stephen Hawking das zu Lebzeiten nicht mehr. Doch sein Kollege Thomas Hertog will weiter daran forschen und mithilfe von Gravitationswellendetektoren oder Beobachtungen der kosmischen Hintergrundstrahlung, dem sogenannten Urknall-Echo, beweisen, dass ihre Theorie stimmt. Zum aktuellen Stand der Technik ist dies allerdings noch nicht möglich, berichtet der mdr. Forscher hoffen aber, dass es bald so weit sein wird. Vorausgesetzt, ein Experiment in der Nähe von Baden-Württemberg lässt bis dahin nicht das Universum kollabieren, wie es Stephen Hawking befürchtete.

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