Beunruhigende Prognose

Stephen Hawking: Gen-Experimente erschaffen „Super-Menschen“ noch in diesem Jahrhundert

  • Sina Alonso Garcia
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Vor seinem Tod machte der Physiker Stephen Hawking eine unheimliche Prognose: Reiche könnten bald eine Rasse von „Super-Menschen“ mit perfekten Genen schaffen.

Cambridge - Die Superreichen der Welt können sich vieles leisten - laut Astrophysiker Stephen Hawking vielleicht bald auch bessere Gene. In seinem Buch „Brief Answers to the Big Questions“ (zu Deutsch: „Kurze Antworten auf große Fragen“), das er vor seinem Tod schrieb, stellte er die These auf: Wohlhabende Menschen werden in Zukunft imstande sein, ihre DNA und die ihrer Kinder durch Genmanipulation grundlegend zu verändern.

„Ich bin mir sicher, dass die Menschen noch in diesem Jahrhundert herausfinden werden, wie man sowohl Intelligenz als auch Instinkte wie Aggression verändern kann“, schrieb Hawking in einem Essay zu seinem Buch. „Wahrscheinlich werden Gesetze gegen die Gentechnik am Menschen erlassen. Aber einige Menschen werden der Versuchung nicht widerstehen können, Eigenschaften wie Gedächtnis, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Lebenslänge zu verbessern.“

Stephen Hawking: Optimierte Menschen werden Probleme mit Nicht-Optimierten bekommen

Was würde es bedeuten, wenn Hawkings Theorie eintreffen und tatsächlich bald derartige „Übermenschen“ unter uns verweilen würden? Auch darauf hat der Astrophysiker eine Antwort: „Sobald solche Übermenschen auftauchen, wird es erhebliche politische Probleme mit ‚normalen‘ Menschen geben, die nicht konkurrenzfähig sein werden“, schrieb er. „Vermutlich werden sie aussterben oder unbedeutend werden.“

Stephen Hawking ging davon aus, dass Menschen in der Zukunft ihre DNA verändern.

Seiner Theorie legt Hawking Techniken wie „CRISPR-Cas9“ zugrunde. Dabei handelt es sich um ein DNA-Editing-System, das vor neun Jahren erfunden wurde und es Wissenschaftlern ermöglicht, schädliche Gene zu verändern oder neue hinzuzufügen. Auch Lebensmittel können anhand von CRISPR genverändert werden - wie beispielsweise eine genetisch veränderte Tomate, die kürzlich in Japan auf den Markt kam.

Stephen Hawking: Auch künstliche Intelligenz könnte zur Gefahr werden

Neben Superreichen, die sich genetisch optimieren, warnte Stephen Hawking auch vor künstlicher Intelligenz (KI). So befürchtete er, dass KI den Menschen irgendwann vollständig ersetzen könnte. Darüber hinaus machte das britische Genie sich Sorgen um den Fortbestand der Erde. Diese könnte laut Hawking in weniger als 600 Jahren durch einen fatalen Fehler der Menschen zerstört werden. Er war überzeugt: Bereits in 100 Jahren müsste unsere Spezies die Erde verlassen, um zu überleben.

Rubriklistenbild: © Derek Storm/Everett Collection v

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