Weiteres Leben im All?

Stephen Hawking: Ein Rätsel über Außerirdische wollte er sein Leben lang lösen - „müssen wir wissen“

Der britische Star-Physiker Stephen Hawking sitzt am 2. Dezember 2014 während einer Pressekonferenz in London auf der Bühne.
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Der britische Star-Physiker Stephen Hawking sitzt am 2. Dezember 2014 während einer Pressekonferenz in London auf der Bühne.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der britische Astrophysiker Stephen Hawking war der Meinung, dass die Menschheit vor allem eine Frage klären soll.

Cambridge - Kleine graue Männchen oder fliegende Untertassen - bei der Vorstellung, wie außerirdisches Leben wohl aussehen könnte, ist unserer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber gibt es Aliens wirklich? Diese Frage beschäftigte auch Astrophysiker Stephen Hawking. Bis zu seinem Tod im März 2018 versuchte er das Rätsel zu lösen. „In einem unendlichen Universum muss es anderes Vorkommen von Leben geben“, war der Wissenschaftler überzeugt.

Mit dem Projekt „Breakthrough Listen“ in der Akademie der Wissenschaften der Royal Society in London erhoffte sich Stephen Hawking den Durchbruch auf der Suche nach anderem Leben im Weltraum. Das rund 100-Millionen-Dollar-Projekt startete 2015 und soll noch bis 2025 weitergeführt werden. Die Kosten übernimmt der russische Unternehmer und Milliardär Juri Milner.

Stephen Hawking warnte: Sollten Menschen überhaupt mit Aliens in Kontakt treten?

Der Durst nach Wissen war in Stephen Hawkings Leben stets allgegenwärtig. Woraus das Universum besteht, war ebenfalls Teil seiner Forschung. Doch der Astrophysiker warnte vor einem Experiment in der Nähe von Baden-Württemberg. Die Erforschung von Higgs-Teilchen könnte das Universum kollabieren lassen. Die Forschung nach außerirdischem Leben wollte er hingegen vorantreiben. Stephen Hawking suchte Antworten auf scheinbar unlösbare Fragen. So auch zu Leben im Universum. „Wir müssen es wissen“, sagte der Astrophysiker vor sechs Jahren bei der feierlichen Eröffnung des „Breakthrough Listen“-Projekts. Mithilfe von Radioteleskopen suchen Wissenschaftler seither nach Zeichen für andere Lebensformen im Weltall.

Ein weiteres Projekt, das „Breakthrough Message“-Projekt, soll zudem helfen, mit diesen Lebewesen in Kontakt zu treten. „Breakthrough Message“ ist ein internationaler Wettbewerb zur Entwicklung digitaler Botschaften, die an außerirdische Lebensformen geschickt werden könnten. Jeder auf der Welt kann dabei Vorschläge für den Inhalt von Nachrichten einreichen, die von Menschen an andere intelligente Wesen gesendet werden sollen.

Nicht nur Hawking, auch andere Wissenschaftler waren jedoch der Meinung, dass es sicher nicht klug wäre, die Aufmerksamkeit außerirdischer Zivilisationen zu erregen, berichtet space.com. Schließlich haben Wissenschaftler derzeit keine Ahnung, wie außerirdische Lebensformen aussehen könnten oder wie sie auf den Kontakt der menschlichen Zivilisation reagieren könnten. Eine Studie von zwei Forscherinnen hat unterdessen herausgefunden: Außerirdische haben uns offenbar längst entdeckt.

Durchbruch in Stephen Hawkings „Alien-Projekt“: Forscher empfangen Signale

Tatsächlich empfingen Forscher bereits ein merkwürdiges Signal aus dem All. Die Wissenschaftler hatten im April 2019 ein Radiosignal empfangen, das auf außerirdisches Leben hindeuten könnte. Es stammt von Proxima Centauri, dem der Sonne nächstgelegenen Stern. Das Signal von Proxima Centauri könnte jedoch auch von Satelliten oder anderen irdischen Geräten stammen. Doch die Forscher glauben, auf Alien-Signale gestoßen zu sein. Denn die Schwankungen in der Frequenz seien ungewöhnlich, könnten somit auf die Rotation eines Planeten hindeuten. Ein Durchbruch im „Breakthrough Listen project“, den Stephen Hawking leider nicht mehr miterleben durfte.

So sehr Stephen Hawking einen Beweis für außerirdisches Leben finden wollte - er fürchtete sich auch davor. Stephen Hawking warnte auch vor der Auslöschung des Kerns der Menschheit durch „Künstlicher Intelligenz“. Schon Jahre vor dem Beginn des „Breakthrough Listen“-Projekts sprach der Wissenschaftler über seine Ängste. Er war der Meinung, dass eine fortgeschrittene außerirdische Zivilisation kein Problem damit haben würde, die menschliche Rasse auszulöschen, so wie ein Mensch eine Ameisenkolonie vernichten könnte. „Solche fortgeschrittenen Außerirdischen würden vielleicht zu Nomaden werden, die alle Planeten erobern und kolonisieren wollen, die sie erreichen könnten“, sagte Hawking 2010 in der TV-Sendung „Into the Universe with Stephen Hawking“.

Seine Ängste und Bedenken äußerte er auch zum Start des „Breakthrough Listen“-Projekts. „Wir wissen nicht viel über Außerirdische, aber wir wissen einiges über Menschen. Wenn man sich die Geschichte ansieht, war der Kontakt zwischen Menschen und weniger intelligenten Organismen aus ihrer Sicht oft katastrophal, und Begegnungen zwischen Zivilisationen mit fortschrittlichen und primitiven Technologien sind für die weniger fortgeschrittenen schlecht gelaufen.“ Doch er fürchtete nicht nur die Auslöschung der Menschheit durch Aliens. Stephen Hawking warnte vor einem fatalen Fehler, der in weniger als 600 Jahren die Erde zerstören könnte.

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