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Spinnen-Invasion in Deutschlands Wohnungen: Im Herbst sind es besonders viele

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der eine findet sie faszinierend, der andere hasst sie: Spinnen sind nicht bei allen beliebt. Jetzt im Herbst zieht es die Krabbeltiere nach drinnen.

Stuttgart - Beim Wetter in Deutschland stehen alle Zeichen auf Herbst: Langsam wird es draußen kälter und früher dunkel. Nicht nur unser Leben verlagert sich nach dem Sommer zunehmend nach drinnen. Auch Spinnen suchen nun die wohltuende Wärme von Wohnungen und Häusern.

Rund 100 verschiedene Arten gibt es in Deutschland. Manch eine ist sogar giftig. Der Biss des Ammen-Dornfingers kann unter anderem Kreislaufversagen auslösen. Eine andere gefährliche Art wurde aus den Kanaren eingeschleppt: die hochgiftige Kugelspinne. Auch wenn man womöglich nicht unter einer Spinnenphobie leidet, will nicht jeder die Tierchen bei sich zu Hause haben. Gerade jetzt im Herbst suchen Spinnen allerdings unsere Nähe, es findet geradezu eine Invasion in den Wohnungen statt, berichtet echo24*. Das hat einen Grund.

Spinnen-Invasion im Herbst: Darum zieht es die Krabbeltiere nach drinnen

Sinken draußen die Temperaturen, suchen sich auch Spinnen ein warmes Plätzchen, um den Winter gut zu überstehen. Und was bietet sich da besser an, als menschliche Behausungen? Hier ist es nicht nur warm, hier finden die Achtbeiner häufig auch genügend zu fressen.

Doch nicht alle Arten kriechen bei uns unter. Vor allem die Hauswinkelspinne und die Zitterspinne kommen bei kühlen Temperaturen in unsere Wohnungen. Andere Arten, wie etwa verschiedene Kreuzspinnen, landen eher zufällig drinnen. Für sie endet das Leben in Wohnungen spätestens dann tödlich, wenn die Heizungen angestellt werden. Denn laut dem Naturschutz Bund (NABU) vertrocknen sie durch die warme Luft und sterben.

Ein weiterer Grund, warum sie vermehrt im Herbst drinnen zu sehen sind: Im September und Oktober beginnt die Paarungszeit der Spinnen. Auf der Suche nach einer Partnerin krabbeln die Männchen durch das Haus - denn die Weibchen halten sich meist fest an einem Ort auf. Hauswinkelspinnen hingegen leben oft das ganze Jahr im Haus. Im Herbst fallen sie uns dann in der Wohnung nur verstärkt auf, da sie in der Paarungszeit aktiver sind und wir sie eher zu Gesicht bekommen.

Spinnen kommen in die Wohnung - mit diesen Tipps wird man sie los

Doch wie wird man die Spinnen wieder los? Am besten, man hindert sie daran, überhaupt in die Wohnung zu kommen. Hierbei helfen Insektenschutzgitter für Fenster und Türen. Auch Risse in Fensterrahmen sollten abgedichtet werden. Zudem soll der Geruch von Lavendel die Krabbeltiere vertreiben.

Spinnen mögen es auch nicht, gestört zu werden. Finden die Tiere keine Ruhe, ziehen sie weiter. Ein reinliches Haus ist daher ideal, um sie loszuwerden. Sichtbare Spinnennetze sollten regelmäßig entfernt und potenzielle Verstecke wie dunkle Ecken oder Ritzen unter Möbeln sauber gehalten werden. Aber nicht nur dort sind die Krabbeltiere zu finden: Die Zitterspinne etwa findet sich häufig in Netzen an der Decke.

Eines sollte man aber nicht vergessen: Spinnen sind auch ein Zeichen für gutes Raumklima. Nur wenn die Luftfeuchtigkeit einen guten Wert hat, fühlen sie sich wohl. Außerdem sind Spinnen nützliche Tierchen, die uns auch gefährliche Insekten wie etwa die Tigermücke vom Hals halten. Also nicht gleich mit der Fliegenklatsche erschlagen oder mit dem Staubsauger töten: Lieber die Spinne mit einem Becher oder Glas einfangen und vor die Türe setzen. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © imago images / Nature Picture Library

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