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Physik-Nobelpreis geht an drei Quantenforscher – Preisträger Zeilinger spricht von „positivem Schock“

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Von: Tanja Banner

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Der Generalsekretär der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Hans Ellegren (M), Eva Olsson (l) und Thors Hans Hansson, Mitglieder des Nobelkomitees für Physik, geben auf einer Pressekonferenz in der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften die Gewinner des Nobelpreises für Physik 2022 bekannt, von links nach rechts auf dem Bildschirm, Alain Aspect, John F. Clauser und Anton Zeilinger.
Der Generalsekretär der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Hans Ellegren (M), Eva Olsson (l) und Thors Hans Hansson, Mitglieder des Nobelkomitees für Physik, geben auf einer Pressekonferenz in der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften die Gewinner des Nobelpreises für Physik 2022 bekannt, von links nach rechts auf dem Bildschirm, Alain Aspect, John F. Clauser und Anton Zeilinger. © Jonas Ekstromer/dpa

Der prestigeträchtige Physik-Nobelpreis geht im Jahr 2022 an die Quantenforscher Alain Aspect, John F. Clauser und Anton Zeilinger.

+++ 12.30 Uhr: Der frisch gekürte Physik-Nobelpreisträger Anton Zeilinger zeigte sich bei der Pressekonferenz der königlich-schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm, zu der er telefonisch zugeschaltet wurde, „immer noch irgendwie geschockt“ – es sei aber ein „positiver Schock“. Erst eine Stunde zuvor hatte er erfahren, dass er zu den diesjährigen Nobelpreisträgern zählt. „Dieser Preis ist eine Ermutigung für junge Menschen“, betonte er weiter.

+++ 12.15 Uhr: Mit dem Österreicher Anton Zeilinger (77) wurde der „Quantenpapst“ mit einem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Der Experimentalphysiker forscht seit Jahrzehnten an der Teleportation von Quanten – was ihm den Spitznamen „Mr. Beam“ eingebracht hat. 1997 gelang ihm die Teleportation – der Transport des Zustands eines Lichtteilchens. Die Teleportation – das verbindungslose Übertragen der Eigenschaft eines Systems auf ein anderes – habe ihn völlig verblüfft, erzählte Zeilinger einmal. „Das hat mich damals von den Socken gehauen und haut mit heute noch von den Socken“, erzählte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA zu seinem 75. Geburtstag.

Nobelpreis für Physik geht an drei Forscher aus Frankreich, Österreich und den USA

+++ 11.53 Uhr: Die drei Forscher erhalten den Nobelpreis für Physik „für Experimente mit verschränkten Photonen, mit denen sie die Verletzung der Bell-Ungleichungen nachwiesen und Pionierarbeit in der Quanteninformatik leisteten“, heißt es in der Begründung des Nobelkomitees. Die Ergebnisse hätten den Weg geebnet für neue, auf Quanteninformation basierende Technologien.

Update vom Dienstag, 4. Oktober, 11.50 Uhr: Der Physik-Nobelpreis geht im Jahr 2022 an Alain Aspect (Frankreich), John F. Clauser (USA) und Anton Zeilinger (Österreich). Das teilte die königlich-schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

Physik-Nobelpreis 2022: Träger oder Trägerin wird in Stockholm verkündet

Erstmeldung vom Freitag, 30. September: Stockholm – Der Träger des diesjährigen Medizin-Nobelpreises ist bekannt, doch wer wird im Jahr 2022 den Physik-Nobelpreis erhalten? Die höchste Auszeichnung von Leistungen auf dem Gebiet der Physik wird jährlich vergeben – dieses Jahr soll am 4. Oktober um 11.45 Uhr bekannt gegeben werden, wer den Preis erhält. Laut Preisstifter Alfred Nobel soll der Nobelpreis für Physik an die Person gehen, die „auf dem Gebiet der Physik die bedeutendste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat“.

Vor der Bekanntgabe der Preisträgerinnen oder Preisträger kursieren jedes Jahr zahlreiche Namen, die den prestigeträchtigen Nobelpreis für Physik erhalten könnten. Der Medienkonzern Clarivate veröffentlicht kurz vor der Bekanntgabe der Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen jährlich die Liste „Clarivate Citation Laureates“. Auf ihr werden die Namen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgeführt, die aufgrund ihrer häufigen Zitierung in wichtigen wissenschaftlichen Publikationen als Favoriten für einen künftigen Nobelpreis oder anderen Wissenschaftspreis eingestuft werden.

Nobelpreis für Physik 2022: Wer die prestigeträchtige Auszeichnung erhalten könnte

Auf der Liste für das Jahr 2022 stehen für den Physik-Nobelpreis insgesamt vier Namen:

Physik-Nobelpreis 2022: Ein deutscher Forscher ist unter den Favoriten

Im Jahr 2022 könnte also mit Immanuel Bloch nach 2020 und 2021 erneut ein deutscher Forscher mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet werden. Im vergangenen Jahr erhielt der deutsche Klimaforscher Klaus Hasselmann (gemeinsam mit Syukuro Manabe und Giorgio Parisi) den Nobelpreis. Er wurde für seine physikalischen Modelle für eine „zuverlässige Vorhersage der Erderwärmung“ geehrt, hieß es damals von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. 2020 erhielt ebenfalls ein deutscher Forscher den Nobelpreis: der Astrophysiker Reinhard Genzel teilte sich den Preis mit Andrea Ghez und Roger Penrose – alle drei erforschen schwarze Löcher.

Physik-Nobelpreis ist mit knapp einer Million Euro dotiert

Seit 1901 werden die Nobelpreise in den Kategorien Physiologie/Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Friedensbemühungen verliehen. Jeder Preis ist mit 10 Millionen schwedischen Kronen (etwa 981.000 Euro) dotiert. Das Preisgeld stammt aus dem Vermögen des schwedischen Erfinders und Industriellen Alfred Nobel, an dessen Todestag (10. Dezember) die Preise verliehen werden.

Physik-Nobelpreis 2022
Zeit:4. Oktober 2022, 11.45 Uhr
Ort:Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm
Bekannte Preisträger:Wilhelm Conrad Röntgen (1901)
Marie Curie (1903)
Max Planck (1918)
Albert Einstein (1921)
Niels Bohr (1922)
Werner Heisenberg (1932)
Peter Higgs (2013)

Die Namen der Nobelpreisträgerinnen und -preisträger werden jedoch schon im Oktober bekannt gegeben – am 3. Oktober wird der Preisträger oder die Preisträgerin des Medizin-Nobelpreises verkündet, am 5. Oktober folgt der Chemie-Nobelpreis, am 6. Oktober wird der Name des künftigen Literaturnobelpreisträgers bekannt gegeben und am 7. Oktober folgt der Friedensnobelpreis. Eine Woche nach dem Medizin-Nobelpreis (dieses Jahr am 10. Oktober) wird auch bekannt gegeben, werden Wirtschafts-Nobelpreis erhält. Dieser Preis wird im Gegensatz zu den anderen Preisen von der Schwedischen Nationalbank gestiftet. Sein offizieller Name: „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“. (tab/dpa)

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