„Kamo‘oalewa“

Forscher machen spektakuläre Entdeckung: Erde hat „zweiten Mond“

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Auf der Erde kannten wir bisher nur einen Mond, der sich um den Planeten bewegt. Nun hat er Konkurrenz bekommen.

Arizona - Bislang war uns nur ein Mond bekannt, der um unsere Erde kreist. Nun hat der uns bekannte Erdtrabant offenbar einen Nebenbuhler bekommen: Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, bewegt sich ein zweiter Mond in der Erdumlaufbahn - zumindest für die nächsten 300 Jahre. Das Himmelsobjekt wurde bereits 2016 entdeckt. Wissenschaftler rätselten lange, worum es sich bei dem Objekt handeln könnte. Einem Asteroiden, wie es ihn in Erdnähe häufig gibt, ähnelt er nämlich nicht.

Das Objekt, das den Namen Kamo‘oalewa trägt (hawaiianisch für: sich bewegendes Himmelsobjekt), hat einen Durchmesser von weniger als 50 Metern und umkreist die Erde wiederholt. Im Gegensatz zum uns bekannten Mond, der einen Durchmesser von 3.500 Kilometern hat, ist er damit ganz schön klein. In seiner korkenzieherartigen Flugbahn tänzelt der Mini-Mond um die Erde.

Mini-Mond: Entstand er aus einem Splitter unseres Mondes?

Laut einer neuen Studie, über die time.com berichtet, haben Wissenschaftler jetzt offenbar herausgefunden, wie der „Quasi-Mond“ entstanden ist. Sie erkannten: Während Asteroiden in der Regel hell leuchten, wenn man sie mit Infrarotlicht bestrahlt, blieb Kamo‘oalewa fast dunkel. Er „leuchte nur extrem schwach“ und sei deshalb „schwierig zu beobachten“, so Ben Sharkey, Doktorand am Lunar and Planetary Laboratory der Universität Arizona und Hauptautor der Studie. Dass es sich um einen Asteroiden handelt, war also ausgeschlossen.

„Kamo‘oalewa ist in erster Linie von der Anziehungskraft der Sonne beeinflusst“, erklärte Ben Sharkey. Zudem würde er von der Erde angezogen und sei „auch, aber nicht ganz“ auf einer erdähnlichen Umlaufbahn unterwegs, was aussehe wie eine Art „absurder Tanz“. Innerhalb ihrer Forschungsergebnisse deuteten die Forscher schließlich an, dass es sich bei dem mysteriösen Objekt um ein abgesplittertes Fragment unseres Mondes handeln könnte, das nun alleine durchs Weltall reist. Der Einschlag eines Asteroiden - wie etwa der, der auf die Erde zurast und uns im Mai 2022 gefährlich nah kommt - könnte das Fragment auf dem Mond abgespalten haben.

Mini-Mond: Mit dem bloßen Auge ist er nicht zu sehen

Nach Schätzungen der Forscher wird der Mini-Mond noch etwa 300 Jahre lang ein irdischer Begleiter bleiben. Dann wird er sich von seinen derzeitigen Gravitationsketten lösen und ins Leere stürzen. Ursprünglich ein Teil des Mondes, dann ein Begleiter der Erde, wird er den Rest seiner langen Reise alleine verbringen.

Dieser Mond ist uns allen bekannt. Er ist aber nicht mehr allein.

Mit bloßem Auge ist der „zweite Mond“ übrigens nicht zu sehen. Um ihn zu entdecken braucht es Hochleistungsgeräte. Selten stoßen jedoch auch Laien auf ungewöhnliche Entdeckungen in unserem Sonnensystem. So entdeckte kürzlich ein Hobby-Astronom einen bisher unbekannten Jupiter-Mond.

Rubriklistenbild: © dpa/Photoshot

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