Nähert sich der Sonne

Mega-Komet steuert auf uns zu - „größter, der jemals gesehen wurde“

  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Kometen und Asteroiden sind Überreste der Entstehung eines Sonnensystems. Forscher entdeckten nun ein besonders großes Exemplar, das direkt auf unser Sonnensystem zusteuert.

Stuttgart - Astronomische Himmelsphänomene sind ein ganz besonders spektakulärer Anblick. Auch dadurch, dass sie so selten vorkommen. In diesem August gab es jedoch bereits einen Sternschnuppen-Regen zu sehen. Sternschnuppen oder auch Meteore sind kleine Gesteinsbrocken, die in der Hochatmosphäre verglühen.

Kometen und auch Asteroiden haben dagegen eine ganz andere Dimension. Sie sind Überreste der Entstehung eines Sonnensystems und bestehen aus gefrorenem Wasser, Staub und kohlenstoffhaltigen Verbindungen. Obwohl ein Komet durch das Fernglas aussieht wie ein glühender Stern, ist er also in Wahrheit eher ein großer schmutziger Schneeball. Forscher entdeckten nun einen gigantischen Kometen am Rande des Sonnensystems, wie hna.de* berichtet.

Komet auf dem Weg ins Sonnensystem - „größer als jeder Komet, der bisher genauer untersucht wurde“

Ein Komet kann ganz unterschiedliche Größen zwischen einigen hundert Metern und mehreren Kilometern annehmen. Bei dem von Pedro Bernardinelli und Gary Berstein gesichteten Himmelskörper handelt es sich jedoch um ein ganz besonders riesiges Exemplar. „Wir haben vielleicht den größten Kometen, der jemals gesehen wurde, entdeckt“, sagt Bernstein laut hna.de*. „Zumindest ist er größer als jeder Komet, der bisher genauer untersucht wurde.“ Der Komet, der zu Ehren seiner Entdecker „Bernardinelli-Bernstein“ getauft wurde, befindet sich am Rande unseres Sonnensystems und damit noch in sehr weiter Entfernung.

Forscher entdeckten einen gigantischen Kometen am Rande des Sonnensystems (Symbolbild)

Für die Forscher ist dieser Umstand jedoch positiv. Somit können sie die Reise des Kometen in Richtung unseres Sonnensystems über Jahre hinweg begleiten und analysieren. Zuvor war noch nie ein Komet in einer so großen Entfernung entdeckt worden. Die ganze restliche Reise des Kometen „Bernadinelli-Bernstein“ werden die beiden Forscher allerdings nicht miterleben. Laut planet-wissen.de dauert die Reise der Kometen aus der Oortschen Wolke bis in unser Planetensystem mehrere tausend Jahre. Die längste Zeit verbringen die Kometen als kalte Gesteins- und Eisbrocken im All. Erst die Sonne bringt sie zum Glühen, so entstehen auch die Kometenschweife.

Komet „Bernadinelli-Bernstein“ hat seit 2018 einen Schweif entwickelt

Der gigantische Komet wurde laut hna.de* bereits in den Jahren 2014 bis 2018 bei Aufnahmen eines Supercomputers entdeckt. Damals hatte „Bernadinelli-Bernstein“ aber noch keinen Kometenschweif. Dieser muss der große Himmelskörper demnach erst seit 2018 entwickelt haben. Aktuell nähert sich der Komet bereits der Sonne. Seine Reise begann er jedoch mit einer Entfernung von mehr als 40.000 astronomischen Einheiten (AU) von der Sonne. Eine AU entspricht etwa 149 Millionen Kilometern.

Im Jahr 2031 soll der gigantische Komet schließlich seinen sonnennächsten Punkt erreichen. Dann ist er laut hna.de* nur noch 11 AU von der Sonne entfernt. Näher soll er dem großen Stern im Zentrum des Sonnensystems allerdings nicht kommen. Die Forscher gehen aktuell davon aus, dass man den Kometen auch dann nur mit einem großen Teleskop sehen kann. Kometen sorgen in der Wissenschaft jedoch immer wieder für Begeisterung. Vor einigen Jahren wurde ein unbekannter Himmelskörper im Sonnensystem entdeckt. Einige Forscher sagen, es war ein Komet. Ein Astrophysiker aus Harvard ist sich dagegen sicher, dass es ein Alien-Satellit war. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © M. Kornmesser/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare