Voraussetzungen fehlen

Forscher finden überraschenden Grund, warum Leben auf dem Mars nicht möglich ist

Der Mars (Symbolfoto)
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Ist der Mars ein Kandidat für Leben? Forscher verneinen (Symbolfoto).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Visionäre träumen von einem Leben auf dem Mars. Eine Studie von US-Wissenschaftlern macht diese Vorstellung jedoch zunichte.

St. Louis - Tech-Milliardär und Weltraum-Unternehmer Elon Musk hat eine Vision: Bis 2050 sollen, wenn es nach ihm geht, eine Million Menschen auf dem Mars leben. Mit diesem Vorhaben ist er nicht alleine. Auch Forscher arbeiten bereits an Raketen, mit denen Menschen zum Mars reisen können. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Washington University in St. Louis dürfte für Visionäre wie Musk jedoch ein Schlag ins Gesicht sein: Demnach ist der Mars zu klein, um große Wassermengen zu halten. Folglich wäre das zukünftige Leben für den Menschen dort ziemlich zwecklos.

Über das Wasservorkommen auf dem Mars gibt es bereits zahlreiche Studien. Bilder von Satelliten im Orbit zeigen immer wieder, dass es einst Flüsse, Meere und Seen auf dem Mars gegeben hat. Doch warum ist mittlerweile so viel Wasser vom Mars verschwunden? Geochemiker Kun Wang von der Washington University erklärt: „Nicht nur die Nähe zu seinem Stern - beim Mars also die Sonne - ist ausschlaggebend dafür, ob ein Planet Wasser besitzt. Auch seine Größe spielt eine Rolle. Und der Mars ist einfach zu klein.“

Mars: Es braucht Wasser, um Bewohnbarkeit zu ermöglichen

Das Team fand heraus, dass der Mars viel mehr Kalium verloren hat als beispielsweise die Erde, die größer und feuchter ist als der Mars. Gleichzeitig zeigten die Untersuchungen, dass der Mars nicht so viel Wasser verloren hat wie der Mond, der viel kleiner und trockener ist. Untersucht wurde das Ganze anhand von flüchtigen Kalium-Isotopen aus Mars-Meteoriten. „Wahrscheinlich gibt es einen Schwellenwert für die Größenanforderungen von Gesteinsplaneten, um genügend Wasser zu speichern, um Bewohnbarkeit und Plattentektonik zu ermöglichen - mit einer Masse, die den Mars übersteigt“, erklärt Professor Kun Wang.

Für die Studie unterzogen Wang und sein Team 20 Mars-Meteoriten einer Kalium-Isotopenanalyse. Dieses Element ist relativ flüchtig und gilt als Indikator, wie viel flüchtige Elemente das Gestein eines Himmelskörpers enthält. Die untersuchten Gesteine waren mehrere hundert Millionen bis vier Milliarden alt. Anhand der Messung der Kalium-Isotope erkannten die Forscher, dass es im Vergleich zur Erde weniger flüchtige, dafür schwere Isotope auf dem Mars gibt. Da Wasser noch flüchtiger als die leichten Kalium-Isotope ist, bedeutet das, dass der Mars, anders als die Erde, sein Wasser nicht halten kann.

Mars-Forschung: „Anhand von Größe und Masse wissen wir, ob ein Planet ein Kandidat für Leben ist“

„Diese Studie unterstreicht, dass es einen sehr begrenzten Größenbereich für Planeten gibt, die gerade genug, aber nicht zu viel Wasser haben, um eine bewohnbare Oberflächenumgebung zu entwickeln“, sagt Klaus Mezger vom Center for Space and Habitability an der Universität Bern, Mitautor der Studie. „Die Größe eines Exoplaneten ist einer der am einfachsten zu bestimmenden Parameter“, so auch sein Kollege Wang. „Anhand von Größe und Masse wissen wir, ob ein Exoplanet ein Kandidat für Leben ist.“ Was Elon Musk wohl dazu sagt?

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