Arbeit auf der ISS

Krieg im All: Nach Russlands Angriff auf die Ukraine drohen auch im Weltraum schwere Folgen

ISS der NASA.
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Der Krieg in der Ukraine kann auch für die Zusammenarbeit von Russland und den USA auf der International Raumstation folgen haben.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Nach Russlands Angriff auf die Ukraine fürchtet man in den USA, dass das auch Konsequenzen für die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation haben kann.

Washington - Die Bevölkerung blickt fassungslos in die Ukraine, die von Russland mit Bomben angegriffen wurden. Auch in Stuttgart reagieren die Menschen geschockt auf den Angriff. Man fürchtet die Konsequenzen, die dieser Krieg für andere Länder mit sich bringen könnte, denn Wladimir Putin hat bereits eine schreckliche Drohung an die Welt ausgesprochen. Bei Einmischung in den Krieg werde, „Russlands Antwort sofort erfolgen und zu solchen Konsequenzen führen, wie Sie sie in Ihrer Geschichte noch nie erlebt haben.“

Die Entwicklungen in der Ukraine werden sicherlich auch auf der Internationalen Raumstation (ISS) mit Spannung verfolgt werden. Im All arbeiten derzeit vier NASA-Astronauten und zwei russische Kosmonauten auf der ISS. Mitglieder des US-Kongresses haben nun bereits erste Bedenken geäußert, dass der Konflikt auch Auswirkungen auf die 400 Kilometer entfernte ISS und ihre Zukunft haben könnte.

Nach Russlands Angriff auf die Ukraine: Droht auch Krieg im All?

Sollte sich die Lage auf der Erde weiter zu spitzen - insbesondere in Bezug auf die USA und Russland - kann das auch Auswirkungen für die Arbeit im Weltall haben. Laut Scott Pace, Direktor des Space Policy Institute an der George Washington University, wäre das der Fall, wenn es zu einer „einer größeren militärischen Konfrontation“ und dadurch zum Abbruch von diplomatischen Beziehungen kommt.

Nach Einschätzung verschiedener Experten sei dies bisher allerdings unwahrscheinlich. Die Sanktionen gegen Russland, die Washington aufgrund des militärischen Angriffs verhängt hat, würden sich nicht gegen das russische Raumfahrtprogramm richten. „Der laufende Stationsbetrieb wird fortgesetzt. Dazu zählen auch die Bemühungen, die Besatzung zum orbitalen Außenposten zu fliegen und sie sicher zur Erde zurückzubringen“, bestätigt NASA-Sprecher Dan Huot gegenüber dem Spiegel.

Russische und amerikanische Astronauten sind im All voneinander abhängig

Russland oder die USA können darüber hinaus nicht einfach aus dem Raumfahrtprojekt aussteigen oder sich abkoppeln. „Die russischen und amerikanischen Segmente sind einfach zu stark integriert und erbringen Dienstleistungen, die der jeweils andere benötigt“, erklärt Pete Harding, ISS-Experte des Fachportals Nasaspaceflight, auf Twitter.

Laut Harding sind die beiden Nationen im All voneinander abhängig, um in unserer Galaxie überleben zu können. Allein deshalb müssen „die NASA und Russland zumindest auf einer gewissen Ebene weiterhin zusammenarbeiten.“ Im Rest der Welt kündigen derweil viele Unternehmen die Zusammenarbeit mit Russland. Unter anderem ändert der Europapark den Namen der „Blue Fire“-Achterbahn.

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