Neue Studienergebnisse

Hunde wissen ganz genau, was sie tun, wenn sie uns mit ihren „Welpenaugen“ ansehen

Der typische Welpenblick – wer kann da widerstehen?
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Der Dackelblick ist einer Studie zufolge ein bewusst eingesetztes Kommunikationsmittel.
  • Felix Herz
    VonFelix Herz
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Die meisten Hundebesitzer haben es schon geahnt, eine neue Studie bestätigt es nun: Hunde setzen ihre Kulleraugen gezielt zur Kommunikation mit Menschen ein.

Stuttgart - Ein Blick sagt mehr als tausend Worte – dieses Sprichwort trifft auch auf Hunde zu. Denn wie verschiedene Forscher jüngst herausgefunden haben, setzen die Vierbeiner den klassischen Dackelblick ganz bewusst ein. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Gesichtsausdruck eines Hundes seine emotionale Stimmung widerspiegelt. So lächelte etwa ein Hunde-Opa vor Glück im Schlaf, nachdem er eine liebevolle Familie gefunden hatte (BW24* berichtete).

Dank einer umfassenden Studie unter der Leitung der Biologin Juliane Kaminski, die im Fachmagazin Scientific Reports veröffentlicht wurde, weiß man jetzt, dass hinter den Gesichtsausdrücken von Hunden gezielte Absicht steckt. Laut popsci.com zeigt die Studie, dass Hunde ihren „Welpenblick“ ganz bewusst einsetzen.

Hunde setzen den Dackelblick ganz bewusst ein, wie eine Studie zeigt

In der Studie führte Kaminski mit 24 Familienhunden verschiedene Experimente durch, schreibt einfachtierisch.de. In mehreren Situationen drehten sich dabei die Hundebesitzer mit und ohne Leckerli in der Hand zum Hund und wieder weg oder kehrten dem Hund einmal mit und einmal ohne Futter den Rücken zu.

Dabei kam heraus, dass die Hunde vor allem den typischen Dackelblick aufsetzten, wenn ihnen die Aufmerksamkeit des Menschen zuteilwurde - überraschenderweise unabhängig davon, ob dieser ein Leckerli in der Hand hielt oder nicht. Daraus folgerten die Wissenschaftler, dass die Hunde ihre Gesichtsausdrücke gezielt zur Kommunikation mit den Menschen einsetzten und nicht etwa, weil sie darauf konditioniert sind, mit einem bestimmten Verhalten entlohnt zu werden.

Gesichtsausdrücke bei Hunden: Menschengemachte Evolution?

In einer weiteren Studie untersuchte die Biologie-Anthropologin Anne Burrows, wie Hunde evolutionstechnisch überhaupt die Fähigkeit zu verschiedenen Gesichtsausdrücken erhielten. Dabei untersuchte sie auch die Gesichtsmuskeln von domestizierten Hundearten und freien Wölfen, schreibt popsci.com. Sie fand heraus, dass eine Vielzahl der untersuchten Hunderassen ausgeprägtere Gesichtsmuskeln im Bereich der Augenbrauen haben, die ihnen das Hochziehen selbiger ermöglichen – bei Wölfen fand sie dies nicht vor.

Burrows schlussfolgert daraus, dass Menschen, als sie vor etwa 15.000 bis 35.000 Jahren begannen, Wölfe zu zähmen, vor allem Exemplare mit freundlicherem Verhalten und Aussehen wählten. Dazu zählt zum Beispiel das überzeugende Hochziehen der Augenbrauen. Über mehrere Jahrtausende hinweg hat dies nun dazu geführt, dass Hunde die treuesten – und oft auch rettenden – Begleiter des Menschen sind und mit ihnen gezielt kommunizieren können – und dies auch bewusst tun. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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