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Archäologen machen „phänomenale Entdeckung“ in einem 6.500 Jahre alten Grab

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Von: Nadja Pohr

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Überreste in einer Ausgrabungstelle
Das Grab der 6.500 Jahre alten Frau stammte aus der Kupferzeit und beinhaltete neben den 169 Goldringen auch 800 Knochenperlen sowie ein verziertes spiralförmiges Kupferarmband. © Screenshot Facebook/Ţării Crişurilor-Museum

Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen in Rumänien Fundstücke aus verschiedenen Zeitaltern. Das Grab einer 6.500 Jahre alten Frau war jedoch eine der spannendsten Entdeckungen.

Oradea - Auf unserem Planeten wurden schon zahlreiche Entdeckungen gemacht, die weit in die Vergangenheit reichen. Spuren und Fossilien von Dinosauriern gehören zu den wohl spannendsten Fundstücke für die Forscher. Kürzlich legte beispielsweise ein ausgetrockneter Fluss in Texas neue Dino-Spuren frei. Sie ermöglichen uns einen Einblick in ein Land vor unserer Zeit.

Aber auch Ausgrabungen von alten Gräbern geben oft Aufschluss über unsere Vorfahren und deren Rituale oder Lebensweisen. In Oradea in Rumänien sind Archäologen nun nicht nur auf ein solches jahrtausendealtes Grab gestoßen, sie haben auch einen wahrlichen Schatz entdeckt.

Archäologen finden Grab einer Frau, die „extrem reich“ gewesen sein muss

Bei ihren Ausgrabungen stießen die Archäologen des Ţării Crişurilor-Museums neben Fundstücken aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, dem Römischen Reich sowie dem Mittelalter auch auf die Ruhestätte einer 6.500 Jahre alten Frau, die mit zahlreichen antiken Goldringen beerdigt wurde. Das Grab stammt laut den Forschern aus der Kupferzeit und beinhaltete neben den 169 Goldringen auch 800 Knochenperlen sowie ein verziertes spiralförmiges Kupferarmband. Aufgrund dieser sehr wertvollen Fundstücke gehen die Forscher davon aus, dass es sich um eine „extrem reiche“ Frau gehandelt haben muss, wie der Museumsdirektor Gabriel Moisa einer rumänischen Zeitung berichtete.

Anhand der Größe der Überreste und der Tatsache, dass sie ohne Waffen begraben wurden, identifizierten die Archäologen das Skelett als Frau. Anhand der Knochen konnte auch festgestellt werden, dass sie groß und wohlgenährt war. Der gute Zustand der Zähne lieferte einen weiteren Beweis dafür, dass sie einen Elitestatus genoss. Călin Ghemiș, der leitende Archäologe des Projekts, beschrieb die Funde als „phänomenale Entdeckung“. „Einen solchen Schatz gibt es in Mittel- und Osteuropa nicht mehr“, sagte er.

Forscher wollen mehr über die geheimnisvolle reiche Frau herausfinden

Obwohl die Forscher bereits viele Schlussfolgerungen aus den Überresten und den Grabbeigaben der Frau zogen, vermuten sie dennoch, dass sie noch weiter Geheimnisse verbirgt. Deshalb werden die Knochen nun für weitere Untersuchungen und DNA-Tests in verschiedene Labore geschickt. „Wir wollen herausfinden, welcher Kultur die Person angehörte und ob die Ringe aus Gold aus der transsylvanischen Region bestanden“, erklärt Museumsdirektor Moisa.

Auch in Deutschland kommt es hin und wieder zu spannenden Ausgrabungen und kleinen Sensationen. In Freiburg entdeckten Archäologen kürzlich mehr als 500 Skelette von Lepra-Kranken. Im baden-württembergischen Ludwigsburg wurde hingegen unter einem Haus bereits ein 1.300 Jahre altes Skelett gefunden. Wer weiß, was tief in der Erde bald noch zum Vorschein kommt.

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