Eismassen schmelzen

Forscher warnen vor „dramatischem Wandel“ bei „Gletscher des jüngsten Gerichts“

Der Thwaites-Gletscher, undatierte Aufnahme, die aus der Luft gemacht wurde.
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Im Westen der Antarktis liegt der Thwaites-Gletscher. Experten fanden heraus, warum er immer schneller schmilzt.

Durch den Klimawandel ist auch der Thwaites-Gletscher in der westlichen Antarktis bedroht. Forscher warnen nun vor einem „dramatischen Wandel“.

London (dpa) - Forscher eines britisch-amerikanischen Projekts haben vor einem «dramatischen Wandel» an einem gigantischen Gletscher in der Antarktis infolge der Erderwärmung gewarnt. Bereits innerhalb von weniger als zehn Jahren könne ein auf dem Meer schwimmender Teil an der Vorderseite des Gletschers «zersplittern wie die Windschutzscheibe eines Autos», warnte der leitende US-Glaziologe Ted Scambos von dem Projekt International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) im Gespräch mit der BBC. Sowohl veröffentlichte als auch noch unveröffentlichte Studien deuteten dies an, fuhr der Forscher fort. Grund dafür sei warmes Wasser, das unter den Gletscher gelange.

Der Thwaites-Gletscher steht unter Dauerbeobachtung der Wissenschaftler. Sie messen die Geschwindigkeit, in der das Eisfeld schmilzt. Die Menge an Eis, die den Gletscher verlässt, hat sich nach Angaben der Forscher in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt.

Der Thwaites-Gletscher, der auch als «Doomsday Glacier» (Gletscher des jüngsten Gerichts) bezeichnet wird, liegt in dem als Marie-Byrd-Land bezeichneten westlichen Teil der Antarktis. Das Eisfeld erstreckt sich über eine Fläche von der Größe des US-Bundesstaats Florida. Sollte das gesamte Eis im Einzugsgebiet des Gletschers eines Tages schmelzen, würde das den Meeresspiegel um bis zu 65 Zentimeter steigen lassen, wie die BBC berichtete. Mit diesem Szenario, auf das sich die Bezeichnung mit dem jüngsten Gericht bezieht, wird aber erst in mehreren Jahrhunderten gerechnet.

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