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Forscher berechnen Datum: „Globaler Kollaps“ könnte früher kommen, als gedacht

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Von: Patricia Huber

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Droht uns die Apokalypse? Einem Forschungsszenario zufolge könnte das schon in wenigen Jahren der Fall sein – sofern die Menschheit nichts ändert.

Rom – Durchforstet man das Netz nach den Begriffen „Weltuntergang“ oder „Apokalypse“, finden sich zahlreiche Schreckensszenarien. Viele davon entbehren wissenschaftlicher Grundlagen oder sind auf Basis oberflächlicher Recherchen zusammengeschustert. Doch eine Theorie sticht hervor – und zwar die des „Club of Rome“, ein Zusammenschluss von Experten unterschiedlicher Disziplinen aus mehr als 30 Ländern.

Bereits im Jahr 1972 veröffentlichte der „Club of Rome“ den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“. Darin wurde die Frage behandelt, ob auf unserem Planeten grenzenloses Wachstum möglich ist – und mit welchen Folgen. Die Experten beschrieben zwölf mögliche Szenarien - in sechs davon wurde der Zusammenbruch unseres Systems beschrieben. Auch eine Wissenschaftlerin aus Kalifornien hält eine Apokalypse für möglich – durch einen Sonnensturm.

Forscher sagen Apokalypse in wenigen Jahren voraus – „System wird zusammenbrechen“

Schließlich warnte der Bericht die Menschheit davor, den ökologischen Fußabdruck immer größer werden zu lassen. Selbst viele Elektroautos sind nicht nachhaltig – ein Batterie-Pass soll das ändern. Diesen ständigen Wachstum würde der Planet Erde auf lange Sicht nicht vertragen, schreibt Jorgen Randers, Professor für Klimastrategie und Co-Autor von „Die Grenzen des Wachstums“ in seinem Essay mit dem Titel „2052: Droht ein globaler Kollaps?“.

In den 40 Jahren seit Erscheinen des Berichts ist der ökologische Fußabdruck der Menschheit immer weiter gewachsen. Somit scheint seines der Negativ-Szenarien tatsächlich Realität zu werden. Aus diesem Grund hat Randers im Jahr 2012 eine neue Prognose für die nächsten 40 Jahre verfasst – und die sieht düster aus. Er ist sich sicher, dass die Gesellschaft trotz der negativen Entwicklung weiter wirtschaftliches Wachstum anstreben wird. „Im Laufe der kommenden Jahrzehnte wird sich die menschliche Gesellschaft verstärkt einer Vielzahl von Problemen gegenübersehen: Ressourcenabbau, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Ungerechtigkeit, soziale Konflikte“, schreibt Randers.

Armut und Hunger als Treiber des Weltuntergangs: Immer Menschen arm – auch in reichen Ländern

Der Wissenschaftler erwartet zwar eine Verlangsamung des weltweiten Wachstums, doch eine Klimakrise Mitte des 21. Jahrhundert sei nicht mehr zu vermeiden. Die Bevölkerung werde 2040 mit etwa acht Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen, der Energieverbrauch 2040 ebenso hoch sein wie nie zuvor. Randers erwartet außerdem größere Armut, sowohl in den reichen, als auch in den armen Ländern. In Deutschland ist inzwischen jeder fünfte Jugendliche armutsgefährdet – mit Bremen als Schlusslicht.

Ein Lauffeuer wütete am Stadtrand von Athen
Der Klimawandel bedroht die Welt, wie wir sie kennen. Experten zufolge könnte bereits in wenigen Jahren die Apokalypse drohen. © Vasilis Rebapis / Eurokinissi/Imago Images

Wann kommt die Apokalypse? Berechnungen legen einen baldigen Termin nahe

Die durch den Klimawandel verursachten müssten begrenzt oder behoben werden, was zu hohen Kosten führe. Diese würden entsprechend Randers Szenario mit steigenden Steuern abgedeckt, was zu einem Sinken des Konsums und der Lebensqualität führen würde. Auch die UNO warnt: Der Klimawandel könnte die Menschheit teuer zu stehen kommen. Wenn wir also einfach so weitermachen wie bisher, bedeutet das dann die Apokalypse?

 Solange das Wachstum ungebremst weitergeht, wird das System früher oder später zusammenbrechen.

Prof. Dr. Christian Berg, Vizepräsident des deutschen „Club of Rome“

Studienergebnis: Menschen haben immer noch die Wahl, die Apokalypse zu verhindern

Geht man nach der niederländischen Nachhaltigkeitsforscherin Gaya Herrington, lautet die Antwort: ja. Jahre später hat sie die Szenarien aus „Die Grenzen des Wachstums“ noch einmal überprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass 2040 die Apokalypse eintreten könnte, berichtet kreiszeitung.de. Auch Prof. Dr. Christian Berg, der Vizepräsident des deutschen „Club of Rome“ sagt: „Solange das Wachstum ungebremst weitergeht, wird das System früher oder später zusammenbrechen.“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Aber die Forscherin Herrington macht auch Mut: „Das wichtigste Ergebnis meiner Studie ist, dass wir immer noch die Wahl haben, uns an einem Szenario auszurichten, das nicht mit einem Zusammenbruch endet“, erklärt sie gegenüber demGuardian“. Dazu jedoch müsste das Wachstum gebremst werden, um eine nachhaltigere Welt zu schaffen.

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