Planet außerhalb der Milchstraße

Astronomen begeistert: erstmals Exoplanet außerhalb unserer Galaxie entdeckt - „fantastisch“

Ein sogenannter „Rouge Planet“, also ein Planet, der nicht um einen Stern kreist.
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Harvard-Astronomen ist es gelungen, einen Planeten außerhalb unserer Galaxie nachzuweisen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Unser Sonnensystem ist noch lange nicht vollständig erforscht. Astronomen entdeckten nun jedoch einen Planeten, der außerhalb unserer Galaxie liegt.

Cambridge MA - Die unendlichen Weiten der Galaxie: Noch immer ist in unserem Sonnensystem, in unserer Galaxie vieles unklar. Eine Frage, die sich besonders oft stellt, ist, ob es da draußen außerirdisches Leben gibt. Piloten der US-Navy entdeckten kürzlich unbekannte Flugkörper. Der Chef der Weltraumbehörde NASA sagte, er schließe nicht aus, dass es sich dabei um Außerirdische gehandelt haben könnte. Seine Argumentation war unter anderem, dass es ja sogar Theorien über andere Galaxien geben würde.

Eine potenzielle weitere Galaxie wurde bereits im Jahr 1773 vom französischen Astronom Charles Messier entdeckt und nach ihm, Messier 51 (M51) benannt. Heute ist das System als „Whirlpool-Galaxie“ (Spiralgalaxie) bekannt. Bislang war jedoch nicht klar, wie diese Galaxie beschaffen ist. Wie sciencenews.org berichtet, entdeckten Astronomen nun jedoch einen Planeten außerhalb unserer Galaxie, der einen Stern umkreist. Dabei könnte es sich um den ersten jemals entdeckten Exoplaneten außerhalb der Milchstraße handeln.

Exoplaneten in der Milchstraße entstammen anderem Planetensystem

Als Exoplaneten werden planetare Himmelskörper bezeichnet, die nicht unserem Sonnensystem angehören, sondern sich in anderen Planetensystemen bewegen. Die Existenz dieser Planeten beweist demnach, dass es allein in unserer Galaxie, der Milchstraße, mehrere Planetensysteme geben muss. Allein in der Milchstraße wurden bislang 4.800 Exoplaneten entdeckt, die um Sterne kreisen, die nicht die Sonne sind, schreibt sciencenews.org. Doch selbst mit der neuesten Technologie sei es schwierig, die weit entfernten Systeme im einzelnen genauer zu betrachten.

Bislang wurde mit der sogenannten Transitmethode, also optischem Licht, nach Exoplaneten gesucht, schreibt das Portal t3n.de. Für die Erforschung von eventuellen Planeten außerhalb unserer Galaxie waren diese jedoch immer zu weit entfernt. Die Astrophysikerin Rosanne Di Stefano und andere Astronomen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts griffen deshalb auf eine Untersuchung mit Röntgenstrahlungen zurück. Durch diesen komplexen Versuch wurde letztendlich ein Planet in der Whirlpool-Galaxie entdeckt. „Wir haben schon immer angenommen, dass es auch in anderen Galaxien Planeten gibt“, schreibt Di Stefano in der Oktober-Ausgabe von Nature Astronomy. „Aber tatsächlich etwas zu entdecken, ist fantastisch.“

Exoplanet außerhalb der Milchstraße: So wurde der Himmelskörper entdeckt

Das Verfahren, mit dem Rosanne Di Stefano und die anderen Wissenschaftler der Harvard University letztendlich den ersten Exoplaneten (also einem Planeten, auf den die Gravitation unserer Sonne nicht wirkt) außerhalb der Milchstraße nachweisen konnten ist komplex. Die untersuchte Röntgenstrahlung entsteht in einem binären System, wie M51 eines ist, in dem ein Neutronenstern, der durch eine Supernova (Explosion eines Sterns) entstand, Gas eines Begleitsterns ansaugt, schreibt die NASA laut t3n.de. Der Bereich, in dem diese Strahlung entsteht, ist klein, weswegen ein vorbeiziehender Himmelskörper gut zu erkennen ist, wenn er die Strahlung blockiert.

Die Entdeckung des Exoplaneten außerhalb der Milchstraße könnte darauf hinweisen, dass es sich bei M51 tatsächlich um eine eigene Galaxie handelt. Demnach müsste es dort noch weitere Planeten geben, die um eigene Sterne kreisen. Laut dem Bericht von Di Stefano und ihren Kollegen ist der entdeckte Planet, M51-ULS-1b, etwa doppelt so weit vom Zentrum seines Sonnensystems entfernt wie der Planet Saturn von der Sonne.

Ob es sich dabei jedoch wirklich um einen Exoplaneten handelt, also einen Planeten in einem eigenen Planetensystem, muss erst noch weiter erforscht werden. Das könne jedoch Jahrzehnte dauern, schreibt sciencenews.org. Deshalb wollen sich die Harvard-Astronomen zunächst auf die Suche nach weiteren Planeten außerhalb der Milchstraße begeben. „Der wirkliche Test ist es, weitere Planeten zu entdecken“, sagte Rosanne Di Stefano.

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