1. bw24
  2. Wissen

Der Weiße Hai rottete den Megalodon aus: Zahn-Analyse bestätigt Theorie

Erstellt:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Wie der Megalodon ausgestorben ist, blieb lange ein Rätsel. Nun gibt eine Studie Aufschluss: Der viel kleinere Weiße Hai löchte den Urzeit-Hai aus.

Chicago – Es ist eines der größten Mysterien der Meere: das Leben und Aussterben des Urzeit-Hais Megalodon. Sei es die Frage, ob er möglicherweise doch noch existiert oder danach, wie der mächtige Hai ausgestorben sein könnte – über kaum einen Meeresbewohner wird so viel spekuliert wie über ihn. Nun scheint Licht ins Dunkle zu kommen, denn eine Studie der DePaul University in Chicago soll Aufschluss über das Leben und den Tod des Megalodons geben, wie kreiszeitung.de berichtet. Die verblüffende Theorie der Forscher: Der viel kleinere Weiße Hai ist für das Aussterben des Megalodons verantwortlich.

HaiartMegalodon
Wissenschaftlicher NameOtodus megalodon
FamilieOtodontidae
OrdnungMakrelenhaiartige (Lamniformes)

Weißer Hai beendete Existenz von Megalodon: Uni-Studie lüftet Geheimnis

Dr. Kenshu Shimada ist Professor für Umwelt- und Biowissenschaften an der DePaul University. Zusammen mit Dr. Matthew Bonnan, Dr. Martin Beck und Michael Giffiths hat er an der Megalodon-Studie gearbeitet. Sie soll auch neue Erkenntnisse über die Geburt, das Wachstum und die Fortpflanzung der Tiere liefern. „Im Vergleich zu vielen meiner anderen Projekte war es eine bemerkenswert einfache Studie, aber die Auswirkungen der in dieser speziellen Studie gewonnenen Daten waren wirklich tiefgreifend“, so Shimada. Eine außergewöhnliche Erkenntnis machten auch Forscher aus Indonesien, nachdem Fischer einen einäugigen Albino-Hai entdeckt hatten.

A giant Megalodon shark during the Cenozoic Era of time.
Der Megalodon soll einer Studie nach vor 3,6 Millionen Jahren aufgrund des Weißen Hais ausgestorben sein. © imago stock&people

Der Megalodon war mit 20 Metern Länge der größte Hai der Welt – der Weiße Hai misst nur maximal 6 Meter

Mit bis zu 20 Metern Länge sei der Megalodon der größte Hai der Welt gewesen. Ausgerechnet der viel kleinere 4,5 bis 6,4 Meter lange Weiße Hai soll der Studie nach für das Aussterben des Megalodons vor rund 3,6 Millionen Jahren verantwortlich gewesen sein. Doch nicht etwa, weil es zu erbitterten Kämpfen gekommen sei, auch wenn zuletzt vermeintliche Spuren eines Megalodons an einem Weißen Hai gesichtet wurden, sondern insbesondere aufgrund der Nahrungssuche.

Megalodon stand ganz oben in der Nahrungskette – trotzdem setzte sich der Weiße Hai durch

Denn Weißer Hai und Megalodon hatten Forschungen zufolge ein äußerst ähnliches Jagd- und Essverhalten. Zwar stehe der Megalodon als Spitzenprädator ganz oben in der Nahrungskette, was bedeutet, dass er von keinem anderen Lebewesen gefressen wurde. Jedoch konnte er sich laut der Studie bei der Jagd langfristig nicht gegen den Weißen Hai durchsetzen, da er zwar robuster, dafür aber auch langsamer und weniger dynamisch gewesen sei.

Weißer Hai löschte Megalodon aus: „Überschneidung bei der Beute“ – Hai besserer Jäger

„Diese Ergebnisse implizieren eine gewisse Überschneidung bei der Beute, die von beiden Haiarten gejagt wird“, so Shimada. Weil der Weiße Hai der besser Jäger sei, seien Megalodons auf lange Zeit gesehen nicht ausreichend an Nahrung gekommen. So seien sie ausgestorben und der Weiße Hai wurde zum König der Meere. Bei der Geburt hingegen sei der Megalodon hingegen im Vorteil gewesen, da die Tiere bereits mit einer Körpergröße von zwei Metern auf die Welt gekommen seien und somit für andere Raubtiere ein schwierigeres Ziel darstellten.

Megalodons hatten für Haie völlig außergewöhnliche Art der Fortpflanzung und Geburt der Jungtiere

Forscher Shimada sei fasziniert davon, das Reproduktions- und Wachstumsmuster des Megalodon zu untersuchen, da frühere Studien „weitgehend im Bereich der Spekulation“ lagen. Der Megalodon konnte demnach 85 bis 100 Jahre alt werden. Erst kürzlich entdeckten Forscher den ältesten lebenden Hai der Welt – der ist sehr viel älter, aber noch quicklebendig. Zudem unterschied sich die Reproduktion des Megalodons von anderen Haiarten: „Megalodonhaie legten ihre Eier nicht außerhalb des Körpers, sondern Eier schlüpften in der Mutter, die schließlich junge Welpen lebend zur Welt brachte“, fanden die Forschenden heraus.

Lebt der Megalodon noch? Forscher widerlegt Theorie über heutige Existenz des Urzeit-Hais

Doch auch Spekulationen nach der heutigen Existenz werden durch die Studie widerlegt. Erst zuletzt ging das Video eines vermeintlichen Megalodon-Angriffes auf einen Hai viral, auch der Angriff eines Weißen Hais auf ein Boot befeuerte die Theorie um die Existenz des Megalodons. Doch laut den Forschern ist der Urzeit-Hai mit Sicherheit ausgestorben, denn ein Megalodon könnte sich demnach nicht vor den Menschen verstecken. Forscher Shimada merkte dazu an, „dass der Megalodon in kalten Gewässern der Tiefe nicht überleben kann – die einzige Chance, unbemerkt zu bleiben“. Er müsste also relativ sichtbar leben – und wäre dann eben auch längst nachweisbar gesichtet worden.

Neue Megalodon-Studie hilft „mehr über das Aussterberisiko von modernen Haien zu erfahren“

„Ich glaube, dass die neue Studie einen bedeutenden Fortschritt bei der Entschlüsselung der Biologie des Megalodon gemacht hat“, so Shimada. „Das Verständnis der Biologie von Megalodon ist wichtig, weil man vernünftigerweise behaupten kann, dass es als großer Fleischfresser, der in der Vergangenheit lebte, eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Meeresökosysteme gespielt haben muss, die wir heute kennen“, sagte Shimada.

Dafür gibt es auch Zuspruch von Dr. Dena Smith-Nufio, Programmdirektorin für Sedimentgeologie und Paläobiologie an der Nationalen Wissenschaftsstiftung der USA: „Diese Forschung wird uns nicht nur helfen, alte Haie zu verstehen, sondern uns auch dabei helfen, mehr über das Aussterberisiko von modernen Haien zu erfahren“. Doch vieles scheint noch unerforscht zu sein. In New South Wales machte eine Geschichte die Runde, wie ein Taucher und ein Hai sich jeden Tag zum Kuscheln treffen.

Auch interessant

Kommentare