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Bill Gates warnt vor Trend, der in Baden-Württemberg Überhand nimmt

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Von: Franziska Vystrcil

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Bill Gates, Microsoft-Gründer, bei der Diskussion «Innovationspotenzial in Afrika».
Microsoft-Gründer Bill Gates gab in einem Blogbeitrag eine Prognose für 2022 ab. © Britta Pedersen/dpa

Trotz Coronapandemie steht Bill Gates 2022 optimistisch gegenüber. Doch eine Sache bereitet ihm Sorgen: das wachsende Misstrauen von Menschen gegenüber Regierungen.

Stuttgart - Neues Jahr, neues Glück: Zum Jahreswechsel lassen viele Menschen das vergangene Jahr Revue passieren und blicken zugleich hoffnungsvoll in die Zukunft - so auch Milliardär Bill Gates. In einem kürzlich veröffentlichten Blogbeitrag mit dem Titel „Gründe für Optimismus nach einem schwierigen Jahr“ trifft der Unternehmer einige schöne Prognosen für 2022.

Eine Sache beobachtet Bill Gates allerdings mit großer Sorge und Anspannung. Und dieser Trend ist auch in Baden-Württemberg spürbar: das Misstrauen der Menschen gegenüber Regierungen.

Microsoft-Gründer Bill Gates warnt: Misstrauen gegenüber Regierungen könnte Fortschritt behindern

Wie Bill Gates in seinem Blogeintrag schreibt, könnte dieses Misstrauen gegenüber Regierungen und Landesführern einen Großteil des Fortschritts, den wir 2022 erreichen könnten, verlangsamen oder gar zum Entgleisen bringen. So könnte beispielsweise der Kampf gegen die Coronapandemie darunter leiden. „Das ist eines der Probleme, die mir auf dem Weg ins Jahr 2022 am meisten Sorgen machen“, schreibt Gates laut cnbc.com.

Vor allem öffentliche Einrichtungen müssen bei der Bekämpfung des Klimawandels oder der Verhinderung der nächsten Pandemie eine wichtige Rolle spielen, so der IT-Pionier. Wenn die Menschen ihre Führung allerdings aus Prinzip ablehnen, könnten die Institutionen auch nicht ganz so viel für die Gesellschaft tun. „Wenn deine Leute dir nicht vertrauen, werden sie keine großen neuen Initiativen unterstützen“, so Gates. „Und wenn sich eine größere Krise anbahnt, ist es unwahrscheinlicher, dass sie den Anweisungen folgen, die notwendig sind, um den Sturm zu überstehen“, so der Microsoft-Gründer.

Dieses Misstrauen gegenüber der Regierung habe sich vor allem durch die Coronapandemie gezeigt. Sowohl in den USA als auch im Rest der Welt haben sich falsche Informationen verbreitet, was die Impfquoten behindert und letztlich das Ende der Pandemie verzögert hat, ist sich Bill Gates sicher. Auch in Deutschland lässt sich dies beobachten. Die Querdenker-Bewegung etwa hat ihren Ursprung in Baden-Württemberg. Die Initiative „Querdenken 711“ nahm in der Landeshauptstadt Stuttgart ihren Anfang und protestierte mit der Zeit immer radikaler gegen die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Inzwischen beobachtet auch der Verfassungsschutz die Querdenker bundesweit.

Bill Gates in Sorge: „Wachsende Kluft“ muss gestoppt werden

Die Bewegung gegen die Coronamaßnahmen wird zudem immer radikaler. Die Stadt Konstanz verbot daher Reichskriegsflaggen bei einer Querdenken-Demo. In seinem Blogbeitrag plädiert Bill Gates daher dafür, dass die Regierungen möglicherweise Online-Plattformen regulieren müssen, um Fehlinformationen wirksam zu verhindern und zu stoppen. Denn seiner Meinung nach haben Nachrichten, politisch motivierte Schlagzeilen sowie soziale Medien eine Rolle bei der „wachsenden Kluft“ zwischen den Menschen gespielt.

Das Misstrauen der Menschen gegenüber vieler Regierungen sei ein Problem, das man lösen müsse. Wie, da ist sich selbst ein Genie wie Bill Gates nicht sicher. „Normalerweise würde ich an dieser Stelle meine Ideen darlegen, wie wir das Problem lösen können. Die Wahrheit ist, dass ich die Antworten nicht kenne“, so der Milliardär. „Ich habe vor, weiterhin die Ideen anderer zu suchen und zu lesen, insbesondere von jungen Menschen. Ich bin zuversichtlich, dass die Generationen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, neue Ideen haben werden, wie man ein Problem angehen kann, das so tief im Internet verwurzelt ist.“

Deutsche und baden-württembergische Politiker beobachten die Entwicklung ebenfalls besorgt. Bade-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hatte harte Worte für Coronaleugner, bezeichnete sie als „asozial“.

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