Initiative will Tigermücke ausmerzen

Bill Gates warnte 2014 vor „tödlichstem Tier der Welt“: Deutschland will es ausrotten

  • Sina Alonso Garcia
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Schon vor einigen Jahren warnte Software-Gründer Bill Gates vor dem „gefährlichsten Tier der Welt“. Doch obwohl es klein und für viele selten wahrnehmbar ist, ist es gefährlich und sogar tödlich.

Stuttgart/Speyer - Seit 2015 breitet sich die asiatische Tigermücke immer stärker in Baden-Württemberg aus. Begünstigt durch den Klimawandel, macht es sich die gefährliche Mückenart aus den Tropen nun auch in unseren Gefilden gemütlich. Wissenschaftler reagierten auf die Funde alarmiert. Die Tigermücke gilt als Hauptüberträger des gefährlichen Dengue-Fiebers. Microsoft-Gründer Bill Gates warnte bereits vor Jahren vor „dem tödlichsten Tier der Welt“. In der Landeshauptstadt Stuttgart wurde die Tigermücke erstmals im Sommer 2020 gesichtet.

Um die Ausbreitung gefährlicher Mückenarten im Südwesten einzudämmen, wurde 1976 die „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (Kabs) ins Leben gerufen. Sie sorgt für eine Ausmerzung von Tigermücke und Co. Zur „Kabs“ gehören mehr als 90 Städte und Gemeinden im Südwesten, die sich für die Jagd von Stechmücken einsetzen. Dabei arbeiten sich die Jäger am Boden durchs Dickicht oder bekämpfen Brutstätten aus der Luft. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs das biologische Mückengift BTI, das die Larven der Blutsauger tötet. Bei der Bekämpfung setzt die Organisation auch auf Gammastrahlen, mit denen sie die tödlichen Tiere ausrotten will.

Laut Bill Gates ist Tigermücke „tödlichstes Tier der Welt“: Südwesten startet Monitoring

Für die kommenden Monate hat die Kabs angekündigt, ein Tigermücken-Monitoring durchzuführen, um neue Populationen zu entdecken. Neben Gemeinden in Baden-Württemberg kommt das Monitoring auch in Hessen und Rheinland-Pfalz zum Einsatz. „Es werden Eiablage-Fallen an zufälligen Standorten aufgestellt. Von Mitte Juli bis September werden so Stechmücken-Eier abgesammelt und anschließend auf ihre Art bestimmt“, heißt es von der Aktionsgemeinschaft.

Bisher geht sie bei ihrer Bekämpfung der Stechmücke in den Mitgliedsgemeinden in einem zweiwöchigen Turnus vor. „Diese hohe Frequenz soll dazu führen, dass es bestmöglich keine unbehandelte Regentonne und so weiter mehr gibt. So soll die Population der exotischen Stechmücke ausgedünnt und letztendlich ausgemerzt werden.“ Das scheint bitter nötig: Denn die Tigermücke wurde in immer mehr Regionen im Ländle nachgewiesen, unter anderem in Heilbronn, wie Echo24* berichtet.

Bill Gates warnt vor Tigermücke: Übertragung von Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus

Schon 2014 warnte Bill Gates vor der tödlichen Bedrohung durch die Tigermücke. Und das nicht umsonst: Als Überträger von Krankheitserregern, etwa des Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus, kann der Blutsauger für den Menschen schnell zur Gefahr werden. Die Infektion mit dem Zika-Virus etwa wird für eine von geistigen Einschränkungen begleitete Schädel-Deformation von Föten und Neugeborenen verantwortlich gemacht.

Vor allem aus Brasilien sind Fälle bekannt. Das Dengue-Virus führt beim Menschen zu plötzlichen Ausbrüchen von Fieber, starken Muskelschmerzen und manchmal fleckigem Hautausschlag. Ähnliche Symptome zeigen sich beim Chikungunya-Virus. *Echo24.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen

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