1. bw24
  2. Wissen

Bananenspinnen in deutschen Supermärkten: Diese vier Arten sorgen für Panik

Erstellt:

Von: Olaf Kubasik

Kommentare

Wenn in deutschen Supermärkten eine Spinne auftaucht, herrscht Panik – doch nur eine Art ist hochgefährlich für Menschen.

Der globale Handel hat auch seine schaurigen Schattenseiten. Denn immer wieder gelangen dadurch Giftspinnen in Teile der Welt, in die sie eigentlich nicht gehören. Als invasive Arten sorgen die Neozoen dann für Angst und Schrecken, weil sie im Gegensatz zu den einheimischen Arten mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen und ihre Bisse schmerzhafte bis tödliche Folgen haben können, wie echo24.de von diesen womöglich bald in Deutschland einkehrenden fünf Arten zu berichten weiß.

Eine Brasilianische Wanderspinne auf dem Boden in Costa Rica.
Nur die Brasilianische Wanderspinne ist als „Bananenspinne“ in Supermärkten für Menschen hochgefährlich. © IMAGO / blickwinkel

Die als „Bananenspinnen“ stigmatisierten und oftmals von den Medien als „hochgiftige Monster“ stilisierten Spinnen-Arten werden hingegen fast ausnahmslos mit den Früchten importiert, wie echo24.de berichtet. Weil sie in ihren süd- und mittelamerikanischen Heimatländern als nachtaktive Lauerjäger tagsüber Schutz in Pflanzen suchen - und das vor allem in Bananenstauden. Weswegen sie immer öfter in deutschen Supermärkten landen.

Der Mythos von den „Bananenspinnen“

Bananenspinnen gibt es nicht, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitteilt: „Es Ist ein langlebiger Mythos, und es existiert keine Spinne, die explizit an und schon gar nicht in Bananen lebt.“ Da einige Spinnen-Arten Lauerjäger sind, suchen sie sich einen Platz, an dem sie auf Beute warten. Da Bananen aneinander wachsen und auch zu mehreren verpackt werden, ziehen die Tiere die Früchte anderen vor.

Biologin Claudia Wesseloh vom Naturkundemuseums Karlsruhe bemängelt in einem wissenschaftlichen Beitrag zu „Bananenspinnen“, dass man nach dem vermeintlichen Horror-Fund leider nur selten erfährt, „ob es sich denn tatsächlich um DIE vermeintliche Spinnenart gehandelt hat“. Die Expertin zielt dabei auf einen Achtbeiner ab, der das Ranking der fünf gefährlichsten Spinnen der Welt anführt. Es gibt aber auch noch drei andere weniger gefährliche Exoten neben der Supermarkt-Horrorspinne, die echo24.de allesamt vorstellt.

Bananenspinnen in deutschen Supermärkten: Vier Arten sorgen für Panik

Die Große Wanderspinne ist nichts für zartbesaitete Menschen. Wie ihr Name schon andeutet, ist Cupiennius salei ein imposantes Tier, das allerdings überhaupt kein Interesse daran hat, Menschen in deutschen Supermärkten zu beißen. Weil der scheue Achtbeiner aus der Familie der Fischerspinnen - nicht zu verwechseln mit Fischernetzspinnen, zu der diese invasive Art zählt - nach seiner importierten Entdeckung erstmal flüchtet, bevor er überhaupt jemanden bedroht. Das Problem der Art: Große Wanderspinnen sind von Laien kaum von der tödlichsten Spinne der Welt zu unterscheiden. Und das sorgt bei ihrem Entdecken für Panik, Evakuierung, Großeinsatz.

Für Großeinsätze in Supermärkten sorgt auch die längst in Deutschland etablierte Warmhaus-Riesenkrabbenspinne. Aufgrund ihrer enormen Erscheinung. DENN: Heteropoda venatoria verfügt über eine Beinspannweite von bis zu 30 Zentimetern! Doch der riesige Bananen-Versteck-Freund beißt zwar bei Bedrohung schmerzhaft, jedoch mit relativ harmloser Wirkung. Und in den meisten Fällen ist die Warmhaus-Riesenkrabbenspinne DER Achtbeiner, der aufgrund seiner weltweiten Verbreitung am häufigsten in den Bananenkisten deutscher Supermärkte auftaucht - wie zum Beispiel 2017 bei Edeka in Heilbronn.

Bananenspinnen in Deutschland: Todesgefahr in Supermärkten besteht nur bei einer Art

Doch nun zu dem Grund, warum „Bananenspinnen“ als Mega-Gefahr für Menschen gelten: Phoneutria heißt die Gattung, was „Mörderin“ bedeutet. Dass Phoneutria epilata dabei eine besondere, „neue“ Rolle in Deutschlands Supermärkten erfüllt, ist dem Mythos des Todes zuträglich. ALLERDINGS: Diese als Bananenspinne geltende Phoneutria-Art ist zwar giga-aggressiv, aber im Vergleich zu ihrer höllischen Schwester relativ ungefährlich. Maximale Folge für Menschen nach einem Biss:. Schwellungen und Reizungen der Lymphbahnen.

Pheunotria nigriventer, die Brasilianische Wanderspinne, ist hingegen der perfekte Menschen-Killer. Und letztlich DIE „Bananenspinne“, wegen der Supermärkte bei Funden evakuiert und Rettungsdienste alarmiert werden müssen. Grund: Das Tier fährt schnell aus seiner haarigen Haut, kann im bis zu 1,50 Meter weiten Sprung angreifen und besitzt ein Gift, das 20 mal tödlicher ist als das der Schwarzen Witwe. Wie sollten Menschen in Supermärkten reagieren, wenn sie einer großen Spinne begegnen?

Auch interessant

Kommentare