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Klon-Labor will gefährliches Raubtier züchten, das seit 90 Jahren ausgestorben ist

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Von: Nadja Pohr

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Tasmanischer Tiger
Australische Wissenschaftler wollen in Melbourne mittels Klon-Technologie den ausgestorbenen Tasmanischen Tiger im Labor züchten. © IMAGO / Ardea

Die University of Melbourne will mithilfe eines Klon-Labors den Tasmanischen Tiger wiederbeleben, den es zuletzt vor fast 90 Jahren gab. Die Chance auf Erfolg besteht.

Melbourne - Die Wissenschaft entwickelte sich über die Jahre stetig weiter. Mittlerweile scheint für Forscher mithilfe verschiedenster Technik kaum etwas mehr unmöglich zu sein. Eine Projektgruppe der University of Melbourne nutzt die Möglichkeiten der Wissenschaft nun, um ein Raubtier zu klonen, dass es seit 90 Jahren nicht mehr auf der Erde gibt.

Es handelt sich um den Tasmanischen Tiger. 1936 verstarb das letzte bekannte Exemplar im Beaumaris Zoo von Hobart. Der Tasmanische Tiger war das größte räuberisch lebende Beuteltier auf dem australischen Kontinent und wurde bis in die frühen 1900er-Jahre exzessiv gejagt - und dadurch vermutlich ausgerottet. Auch in Baden-Württemberg* kehrte ein ausgerottetes Raubtier nach fast einem Jahrhundert zurück (BW24* berichtete).

Universität in Australien will Raubtier wiederbeleben - Erfolgschancen seien hoch

An der University of Melbourne soll nun durch eine Großspende von fünf Millionen Dollar ein hochmodernes Labor eingerichtet werden. In diesem könne der Tasmanische Tiger (Thylacin) wiederbelebt und geschützt werden. „Einer unserer größten Erfolge war die Sequenzierung des Thylacin-Genoms, anhand dessen uns mittlerweile ein fast vollständiger Bauplan des Thylacines vorliegt“, erklärt Biowissenschaftler Andrew Pask das Klonen.

In weiteren Schritten müsse das Wissen vertieft und Technologien entwickelt werden, die es ermöglichen, aus Stammzellen von Beuteltieren Embryonen zu züchten und diese dann erfolgreich in einen Ersatzwirt-Uterus einzupflanzen, erläutert Pask. Er schätze die Erfolgschancen der Wiederbelebung als sehr hoch ein. „Einer der Gründe liegt darin, dass sich der tasmanische Lebensraum seit dem Aussterben der Art bis heute größtenteils kaum verändert hat. Er liefert somit die perfekte Umgebung, um die Tiere wieder in ihr angestammtes Ökosystem auszuwildern.“

Weitere ausgestorbene Tierarten sollen dem Tasmanischen Tiger folgen

Das Hauptaugenmerk liegt zunächst auf dem Versuch, den Tasmanischen Tiger wiederzubeleben, doch gibt es noch mindestens 39 weitere australische Beuteltiere, die in den vergangenen 200 Jahren ausgestorben sind. Auch sie sollen irgendwann im Rahmen des Projekts geklont werden.

Neben dem gefährlichen Beuteltier plant die Wissenschaft, ein weiteres, längst ausgestorbenes Tier zurückzuholen. Forscher wollen Mammuts wiederbeleben*, da die Tiere im Kampf gegen den Klimawandel helfen könnten. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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