Autozulieferer aus Baden-Württemberg

„Hoher persönlicher Einsatz“: ZF-Mitarbeiter erhalten 1.100 Euro Corona-Prämie

Monteur Marcel arbeitet im Werk zwei des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an einem Getriebe für Lastwagen, das ZF Traxon nennt.
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Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen zahlt den Mitarbeitern eine Prämie von 1.100 Euro und will langfristig auf Schwankungen vorbereitet sein.
  • Julian Baumann
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Die Tarifbeschäftigten der ZF Friedrichshafen erhalten eine Corona-Prämie über 1.100 Euro. Das Unternehmen will zudem flexibler auf Schwankungen reagieren.

Friedrichshafen - Aktuell beherrscht der Krieg in der Ukraine die Schlagzeilen weltweit. Der Angriff Russlands auf das osteuropäische Nachbarland und die Sanktionen gegen den Aggressor haben auch Folgen für die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Zudem haben die Unternehmen aber noch immer unter der anhaltenden Corona-Pandemie zu leiden. Um den Mitarbeitern für ihren Einsatz in der Krisenzeit zu danken, erhalten rund 50.000 Tarifbeschäftigte der ZF Friedrichshafen eine Prämie von 1.100 Euro mit dem März-Entgelt, berichtet die Automobilwoche.

Neben der Sonderzahlung für den Einsatz in der Corona-Krise will der Autozulieferer ZF Friedrichshafen auch langfristig auf Nachfrageschwankungen vorbereitet sein. Deshalb vereinbarte der Konzern aus Baden-Württemberg mit dem Gesamtbetriebsrat ein Modell für die Erfolgsbeteiligung, Investitionsbudgets für soziale Belange und ein Flexibilitätsbarometer.

ZF Friedrichshafen will Mitarbeiter am Geschäftserfolg beteiligen

Das erste Corona-Jahr war fatal für die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Das bekam auch der Autozulieferer ZF Friedrichshafen zu spüren. Der Mercedes-Zulieferer musste ein Werk aufgrund eines Corona-Ausbruchs temporär schließen. Im vergangenen Jahr 2021 konnte das Unternehmen jedoch wieder deutlich zulegen, wovon auch die Mitarbeiter profitieren sollen. „Mit hohem persönlichen Einsatz haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im herausfordernden Jahr 2021 dazu beigetragen, ZF nach dem verlustreichen ersten Corona-Jahr wieder auf den Erfolgskurs zurückzuführen“, erklärte Sabine Jaskula, ZF-Vorstandsmitglied für Personal und Recht der Automobilwoche.

Neben der Sonderzahlung von 1.100 Euro erhalten die Mitarbeiter der ZF Friedrichshafen zusätzlich eine Treueprämie von 15 Euro für jedes volle Jahr der Betriebszugehörigkeit. Die Mitarbeiter des Unternehmens aus Baden-Württemberg sollen zudem langfristig am Erfolg beteiligt werden, weswegen umfassende Flexibilitätsmöglichkeiten vereinbart wurden. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir für die kommenden Jahre ein System zur Ermittlung der Erfolgsbeteiligung festschreiben konnten“, sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Achim Dietrich. „Damit wird sichergestellt, dass alle Beschäftigten von der Entwicklung des Geschäftserfolgs von ZF profitieren.“

Ukraine-Krieg verstärkt Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft der ZF Friedrichshafen

Die weltweite Autobranche hat derzeit mit mehreren Problemen zu kämpfen. Der durch die Corona-Pandemie hervorgerufene Lieferengpass von wichtigen Halbleiterkomponenten verzögert noch immer die Fertigstellung von Fahrzeugen und Bauteilen. Der Ukraine-Konflikt verstärkt die Probleme noch zusätzlich. „Die Auswirkungen der globalen Pandemie auf das Geschäft von ZF werden durch den Krieg in der Ukraine noch verstärkt“, sagte Sabine Jaskula. „Wir tun nicht zuletzt deshalb gut daran, uns auf unruhige Zeiten vorzubereiten und uns Flexibilisierungsmöglichkeiten zu eröffnen, sodass wir das Auf und Ab der Nachfrage immer mit der richtigen Personalstärke abdecken und unsere Kunden verlässlich beliefern können.“

Deshalb hat die ZF Friedrichshafen einen sogenannten Flexibilitätsbarometer entwickelt, um auf eine schwankende Kundennachfrage und Probleme in der Lieferkette schnellstmöglich reagieren zu können. Auf dieser Grundlage wird an allen deutschen ZF-Standorten im Halbjahresrhythmus analysiert, wie sich die aktuellen Flexibilitätsoptionen gestalten, berichtet die Automobilwoche. Standortleitung und Betriebsrat können dann bei Bedarf Lösungsansätze definieren, mit dem Ziel, auf Änderungen im Markt passgenau zu reagieren.

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