Gewagte Aussage

Trigema-Chef Grupp: USA ist „nicht ganz unschuldig“ am Ukraine-Krieg

Wolfgang Grupp, der Eigentürmer und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, spricht.
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Laut Trigema-Chef Wolfgang Grupp resultiert Putins Verhalten „nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche“.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Trigema-Chef Wolfgang Grupp gibt die Schuld am Ukraine-Krieg nicht alleine Russland. Vielmehr hätten die USA durch ihre Machtdemonstration Putin erst provoziert.

Burladingen - Er ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen: Trigema-Chef Wolfgang Grupp kommuniziert stets klar, was er denkt. Auch in politischen Diskussionen hält er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und äußerte sich zuletzt immer wieder zum Ukraine-Krieg. So erklärte Grupp etwa, dass er Gasimporte aus Russland befürworte. In einem Interview mit Business Insider geht er nun noch weiter. Dort sagt er, er sei „weder Freund noch Feind“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin - er kenne ihn schließlich nicht. Zudem gibt er Amerika eine Mitschuld an der Eskalation der Situation.

Wolfgang Grupp plädiert im Ukraine-Krieg für Kompromiss - „um nicht noch mehr Blut zu vergießen“

„Für mich ist unvorstellbar, dass in der heutigen Zeit ein solcher Krieg ausbrechen konnte“, sagt Grupp. Er wundere sich, dass dieser Krieg nicht verhindert worden sei. Von Deutschland habe er sich mehr Diplomatie erwartet. Enttäuscht sei er auch von den USA. „Ich bin der Meinung, dass Amerika nicht ganz unschuldig ist“, so Grupp. Beispielsweise wenn er höre, dass ein Präsident Obama gesagt habe, dass die USA eine Weltmacht seien und Russland eine Regionalmacht. Obama hatte 2014 während der Annexion der Krim durch Russland beim Atomgipfel in Den Haag Russland als Regionalmacht bezeichnet.

„Das Verhalten Moskaus resultiert nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche“, behauptet Grupp. Um „nicht noch mehr Blutvergießen anzurichten“, plädiert der Trigema-Chef in dem Konflikt jetzt für Kompromisslösungen. Auch sein eigenes Unternehmen wurde von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs schwer getroffen. So schoss die Gasrechnung von Trigema zuletzt um das Neunfache in die Höhe - von 100.000 auf 900.000 Euro pro Monat. Auf die Unterstützung der Politik vertraut Grupp in Krisenzeiten allerdings nicht.

Trigema-Chef Grupp: Russland hat sich unter Putins Regierung wirtschaftlich verbessert

In dem Interview mit Business Insider irritiert Grupp noch mit einer weiteren Aussage: Zwar kenne er Putin nicht, er wisse aber, dass Russland sich unter seiner Regierung mit Sicherheit nicht verschlechtert, sondern wirtschaftlich verbessert habe. Business Insider konnte diese Behauptung widerlegen: So würden Daten des Internationalen Währungsfonds dem widersprechen. Vor dem Krieg habe Russland mit 1,47 Billionen US-Dollar gerade einmal auf Platz elf der mächtigsten Wirtschaftsländer gelegen. Unter Putin sei die Wirtschaft in Russland nach vielversprechenden Erfolgen am Anfang im Laufe seiner Präsidentschaft stetig tief eingebrochen.

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