„Gerechtigkeit und Beständigkeit“

Trigema-Chef Grupp: Kinder von Beschäftigten bekommen garantiert einen Ausbildungsplatz

Fotomontage Näherinnen und Grupp
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Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp liegt das Wohl seiner Mitarbeiter am Herzen.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Trigemas Firmenchef Wolfgang Grupp steht wie kein anderer für „Made in Germany“. Seit mehr als 50 Jahren leitet er die Textilfirma in Burladingen - und gibt seinen Angestellten ein besonderes Versprechen.

Burladingen - Der Burladinger Unternehmer Wolfgang Grupp feierte im April seinen 80. Geburtstag. Ans Aufhören denkt der Firmenmogul aber noch lange nicht. Obwohl die Textilbranche in den vergangenen Jahrzehnten mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, schaffte es Grupp stets, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. „Wir konnten nicht nur die Arbeitsplätze halten, sondern haben sie in den letzten Jahren auf 1.200 erhöht“, so Grupp. „Ich betrachte es als meine erste Pflicht, meine Mitmenschen miteinzubeziehen und unsere Arbeitsplätze auch für die Zukunft zu sichern.“

Grupp setzt nicht nur auf „100 Prozent Made in Germany“, sondern gibt auch seinen Angestellten ein besonderes Versprechen. So garantiert der Trigema-Chef den Kindern von Beschäftigten einen Ausbildungsplatz im Unternehmen. „Wir dürfen nicht noch mehr Arbeitsplätze abbauen, verdiente Mitarbeiter auf die Straße schicken und der Jugend keine Perspektive mehr bieten“, so Grupp.

Trigema-Chef Grupp: „Nicht Macht oder Marktanteile dürfen unser Handeln bestimmen, sondern Solidarität und Gerechtigkeit“

Der Mangel an Bewerbern für den Job als Näherin oder Näher führe laut Grupp derweil dazu, dass Stellen in Deutschland zunehmend mit ausländischen Fachkräften besetzt werden. Ein Problem sieht der Firmen-Patriarch auch darin, dass sich in Deutschland viele junge Menschen für ein Studium statt einer Ausbildung entscheiden. Auch sein Sohn, Wolfgang Grupp Junior, sieht den Fachkräftemangel problematisch. Der Trigema-Juniorchef plant sogar, Näherinnen auf lange Sicht durch Automaten zu ersetzen.

Wolfgang Grupp Senior ist überzeugt: „Nicht Macht, Marktanteile und Größe dürfen für unser Handeln bestimmend sein, sondern Solidarität, Verantwortung für die Mitmenschen, Gerechtigkeit und Beständigkeit.“ Für ihn sei es selbstverständlich, auch in den kommenden Jahren Verantwortung für seine „große Betriebsfamilie“ zu tragen.

Wolfgang Grupp: „Verlasse das Unternehmen erst, wenn ich den Eindruck bekomme, lästig zu sein“

Solange er das Gefühl habe, seine Mitarbeiter und seine Familie sähen ihn noch immer gerne in der Firma, wolle er auch mit 80 Jahren nicht aufhören zu arbeiten, erklärte Grupp im Gespräch mit dem SWR. Erst, wenn er den Eindruck bekomme, lästig zu sein und sich aufzudrängen, wolle er das Unternehmen verlassen.

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