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Wolfgang Grupp: Die 10 markantesten Sprüche des Unternehmers

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp gilt als Unternehmer, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Mit seinen provokanten Aussagen eckt er mitunter an - was den Burladinger nicht im Geringsten stört. BW24 hat die 10 markantesten Sprüche des Firmenmoguls gesammelt.

Burladingen - Der schwäbische Unternehmer Wolfgang Grupp repräsentiert den heimischen Mittelstand wie kaum ein anderer und denkt auch mit 80 Jahren noch nicht ans Aufhören. In Talkshows, Zeitungsinterviews und Podcasts steht der Firmenpatriarch Rede und Antwort und gibt Einblicke in seine Lebenswelt. Im Laufe der mehr als 50 Jahre, in denen er den Textilhersteller Trigema erfolgreich aufgebaut hat, positionierte sich Grupp immer wieder deutlich zu wirtschaftlichen Themen - und erarbeitete sich einen Ruf als Unternehmer der alten Schule, dem traditionelle Werte am Herzen liegen. Seine Meinung vertritt er stets transparent - was nicht bei allen gut ankommt, ihm aber gleichzeitig auch Respekt verschafft. Mitunter sind die Aussagen allerdings so kurios, dass sie ihm im Nachhinein um die Ohren fliegen. BW24 hat die markantesten Sprüche des Unternehmers gesammelt.

1. „Wir werfen kein Stück Brot weg, weil es etwa hart ist.“

Obwohl Grupp Schätzungen zufolge über ein beachtliches Vermögen verfügt, spricht der Vorzeige-Unternehmer ganz offen über Geld. „Alles, was ich brauche, habe ich in optimaler Qualität“, sagte er etwa gegenüber Focus. „Das ist auch bei meinem Haus so. Bei mir gilt: Einmal richtig - und nicht nur halb und ständig nachbessern müssen.“ Sinnlosen Luxus lehne er aber ab. „Ich bin ja auch schwäbisch veranlagt.“ Wie es sich für einen Schwaben gehört, gibt sich der Unternehmer bescheiden und sparsam: „Wir werfen kein Stück Brot weg, weil es etwa hart ist.“

2. „Ein Wolfgang Grupp zahlt alles bar.“

Von Aktien oder Sparbuch hält Wolfgang Grupp wenig. Sein Geld lässt er von zwei befreundeten Bänkern verwalten. Auch die Kreditkarte kommt bei ihm fast nie zum Einsatz: „Ein Wolfgang Grupp zahlt alles bar.“ Dadurch müsse er im Nachhinein weniger kontrollieren, sagt er.

3. „Menschen mit großen Problemen sind Versager.“

In Krisenzeiten vertraut Wolfgang Grupp nicht auf die Politik. Stattdessen sieht er sich selbst in der Rolle des Machers. Probleme sind für ihn zum Lösen da, wie er im Gespräch mit dem SWR betont: „Wer ein großes Problem hat, ist für mich ein Versager. Denn jedes Problem war einmal klein und hätte man es gelöst als es klein war, hätte man kein großes.“

4. „Egal, wie alt ich bin, meine Frau sollte immer Anfang 20 sein.“

Während Wolfgang Grupp sich beruflich gerne als Macher zeigt, verliert er auch sein Privatleben nicht aus dem Blickfeld. Mit seiner Frau Elisabeth ist er bereits seit 34 Jahren glücklich verheiratet. Was die Grupps von vielen anderen Paaren unterscheidet: Ihr Altersunterschied ist vergleichsweise hoch. Als die beiden sich 1986 bei der Auerhahnjagd kennenlernten, war er 43 und sie erst 19 Jahre alt. Dennoch scheute sich der Trigema-Chef nicht, um die junge Baronesse zu werben - seine Entscheidung, damals per Brief einen Kontakt zu ihr herzustellen, wird er heute sicherlich nicht bereuen. Nachdem sie zusammengekommen waren, ging alles ganz schnell: Ein Heiratsantrag von Grupp auf der Autofahrt, die Hochzeit (1988), die Tochter Bonita (*1989), der Sohn Wolfgang (*1991).

In der Sendung Markus Lanz (ZDF, 20.04.2017) lässt Grupp gemeinsam mit seiner Frau das Kennenlernen Revue passieren. „Egal, wie alt ich bin, meine Frau sollte immer Anfang 20 sein“, sagt der Unternehmer selbstbewusst in die Kamera. „Ich wusste ja, als ich eine Frau gesucht hab: Sie muss nach Burladingen kommen. Und wenn sie schon alles erlebt hat, dann wird das immer schwieriger. Also muss ich sie so haben, dass sie offen dafür ist, etwas Neues zu erleben. Da ist es immer einfach, wenn sie jung ist und noch in das Leben hineinwachsen kann.“ Während die Aussage in der Runde für Irritationen sorgt, nimmt Elisabeth Grupp es gelassen: „Das dürfen Sie so stehen lassen, weil ich natürlich auch die Flexibilität hatte, die mein Mann nicht hatte. Mein Mann hatte die Firma, er hatte Verantwortung. Und ich konnte eben meinen Wohnsitz noch wechseln.“

5. „Twitter ist für mich einfach nur dumm, und die Menschen, die das nutzen, sind Idioten.“

Grupps Aussage, dass Twitter für ihn „einfach nur dumm“ sei, liegt zwar schon mehr als zehn Jahre zurück und wurde auch zwischenzeitlich von Grupp wieder abgeschwächt(Tagesspiegel, 2010). Mit den sozialen Medien angefreundet hat sich der Firmenpatriarch aber auch in der Zwischenzeit nicht. Die digitale Welt scheint ihm noch immer in Teilen suspekt zu sein. Völlig untypisch für einen Geschäftsführer hat Grupp keinen Computer und lässt sich alle Mails ausdrucken. „Ich brauche so etwas nicht“, sagte er gegenüber BusinessInsider. Stattdessen stehe auf seinem Schreibtisch nur eine Sprechanlage, ein Festnetz- und ein Mobiltelefon.

6. „Die Welt ist ein bisschen verrückter geworden und der ganze Scheiß kommt aus Amerika.“

Neben dem Internet hält Grupp auch die Arbeitsmoral von Start-ups für fragwürdig. Wenn es gut laufe, würden die Menschen kassieren, wenn es schlecht laufe, schmissen sie hin, sagte er in einem Podcast der WirtschaftsWoche. Man brauche verantwortungsbewusste Gründungen. Von Billigprodukten oder dem schnellen Geld hält er offensichtlich nichts: „Die Welt ist ein bisschen verrückter geworden und der ganze Scheiß kommt aus Amerika.“

7. „Wer Abitur macht, geht nicht mehr an eine Nähmaschine.“

Dass derzeit viele junge Menschen in Deutschland Abitur machen und studieren, hält Grupp für ein Problem. „Wir brauchen Facharbeiter, die intelligent sind und handwerkliches Geschick haben, und nicht so viele Studierte, die alles durcheinanderbringen“, beklagt er in einem Video-Interview anlässlich der 1250-Jahrfeier der Stadt Burladingen. In seiner Heimatstadt gebe es „viele tolle Unternehmen und Handwerksbetriebe“, bei denen man noch eine solide Ausbildung machen kann. Trigema brauche „gute, handwerkliche Mitarbeiter, die auch technisch etwas leisten können“, sagte er im Interview mit BW24. Als eine Näherin ihm erzählte, dass eine ihrer Töchter Abitur mache, reagierte Grupp enttäuscht. „Wer Abitur macht, geht nicht mehr an eine Nähmaschine“, bedauerte er.

8. „Wenn ich mich mit einem Studierten unterhalte, frage ich mich nicht selten: Was hat er eigentlich gesagt?“

Für Grupp steht fest: Es gibt zu viele Akademiker auf dem Arbeitsmarkt und zu wenig praktisch Veranlagte. Zwar räumt er ein, dass auch er selbst studiert hat. „Aber als klar war, dass ich die Firma führen werde, habe ich festgestellt, dass ich einfache Entscheidungen treffen muss“, so Grupp gegenüber BW24. „Und diese habe ich in der Volksschule gelernt. Wenn ich mich mit einem Studierten unterhalte, frage ich mich nicht selten: Was hat er eigentlich gesagt?“

9. „Mir ist eine Firma ohne Doktorarbeit lieber als ein Doktor ohne Firma.“

Als er Trigema im Jahr 1969 mit 27 Jahren von seinem Großvater und dessen Bruder übernahm, war Grupp gerade dabei, in Köln eine Doktorarbeit im Fach BWL zu schreiben. „Die Mitarbeiter raunten, der solle doch auch mal etwas tun und nicht nur High-Life in Köln machen“, so Grupp gegenüber dem OMR Podcast. „Die Firma hatte zehn Millionen Bankschulden.“ Dem jungen Unternehmer war bewusst, dass er eine Entscheidung treffen musste. „Dann habe ich die Doktorarbeit abgebrochen und meinem Professor gesagt: Mir ist eine Firma ohne Doktorarbeit lieber als ein Doktor ohne Firma.“ Zurück in Burladingen führte Grupp die Firma aus der Krise und machte sie schuldenfrei.

10. „Ich vertrete Werte, die viele Menschen vermissen.“

Auch, wenn er mit manchen Aussagen für Irritationen sorgt, wird Grupp von vielen Menschen für seine Ehrlichkeit und Direktheit geschätzt. Man kann ihm jedenfalls nicht vorwerfen, dass er vorgibt, etwas zu sein, was er nicht ist. Klare Kante, Authentizität, direkte Ansagen ohne Umschweife, manchmal auch etwas weit aus dem Fenster gelehnt - Grupp ist eben Grupp. Wie er im Gespräch mit BW24 erklärt, stehe er zu dem, was er sage - auch, wenn es nicht von allen gutgeheißen wird. „Ich vertrete Werte, die viele Menschen vermissen“, ist er sich sicher.

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