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Wolfgang Grupp: „Menschen mit großen Problemen sind Versager“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Wolfgang Grupp bei der Feier zu 100 Jahren Trigema
Wolfgang Grupp hält nichts davon, Probleme zu verschleppen. © Philipp von Ditfurth/dpa

Trigema-Chef Wolfgang Grupp gilt als jemand, der ehrgeizig seine Ziele verfolgt und viel im Leben erreicht hat. Treten Schwierigkeiten in der Firma auf, versucht er diese sofort auszumerzen.

Burladingen - Es scheint, als vergeht kaum ein Tag, an dem Unternehmer Wolfgang Grupp nicht mit einem streitbaren Zitat in die Schlagzeilen gerät. Kein Wunder, denn der Trigema-Chef kommuniziert klar, was er denkt - und eckt mit seinen teils provokanten Aussagen nicht selten an. Erst vor kurzem erklärte Wolfgang Grupp es zum Problem, dass in Deutschland viele Abitur machen und studieren. Dass seine eigenen Kinder teure Eliteschulen und Universitäten besuchten, passt dabei nicht so ganz ins Bild. Nun polarisiert der Firmenpatriarch erneut mit einer Aussage.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp: „Hätte man ein Problem gelöst als es klein war, hätte man kein großes“

Wie Grupp im Gespräch mit dem SWR erklärte, kämpfe Trigema derzeit mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Durch die explodierenden Rohstoff- und Energiepreise stieg die Gasrechnung des Textilunternehmens zuletzt um das Sechsfache im Monat von 100.000 auf 600.000 Euro. „Aber ich weiß, dass meine Mitarbeiter auch in schwierigen Zeiten zur Firma stehen“, ist Grupp sich sicher. „Das macht uns aus und dafür bin ich sehr dankbar.“

In Krisenzeiten vertraut Wolfgang Grupp nicht auf die Politik. Stattdessen sieht er sich selbst in der Rolle des Machers. Probleme sind für ihn zum Lösen da. Schwierigkeiten will er direkt anpacken, wie er betont: „Wer ein großes Problem hat, ist für mich ein Versager. Denn jedes Problem war einmal klein und hätte man es gelöst als es klein war, hätte man kein großes.“ Auf der Instagram-Seite swrheimat postete der SWR Grupps Zitat und merkt an: „Zur Einordnung: Das Zitat bezieht sich auf Wolfgang Grupps unternehmerische Tätigkeit - nicht auf private oder gesundheitliche Probleme.“

Wolfgang Grupp erzürnt mit Aussage das Netz: „Unfassbar arrogant“

Trotz des Hinweises, dass Grupp sich mit seinem Statement rein auf geschäftliche Tätigkeiten bezieht, können viele Instagram-Nutzer die Aussage des Unternehmers überhaupt nicht nachvollziehen. „Wenn man Privilegien gewohnt ist“, heißt es da etwa, oder: „Unser Wolfgang hatte offenbar immer nur (relativ) kleine Probleme. Ich hasse nichts mehr als Zitate aus der Wohlstandsblase.“

Manche Nutzer schimpfen Grupp einen „alten weißen Mann“. „Ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich gerne möchte“, so die klare Haltung eines Nutzers. Andere werten die Aussage des Trigema-Chefs als „unfassbar arrogant“ und verweisen darauf, dass es nicht für alle Probleme klar definierte und naheliegende Lösungen gibt.

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