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Trigema-Chef Wolfgang Grupp will keine Sonderprämie an Mitarbeiter zahlen: „Es gibt Grenzen“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Wolfgang Grupp
Nachdem die Bundesregierung grünes Licht für eine steuerfreie Prämie an Arbeitnehmer gegeben hat, spricht sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp klar dagegen aus. © Patrick Seeger/dpa

Um Arbeitnehmer angesichts der hohen Inflation zu entlasten, dürfen Unternehmen ihren Mitarbeitern eine steuerfreie Prämie bezahlen. Trigema-Chef Wolfgang Grupp hält davon nichts.

Burladingen - Während die Inflation Bürger in Deutschland mit voller Wucht trifft, versucht die Politik, gegenzusteuern. Am vergangenen Freitag hat der Bundestag beschlossen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten in den kommenden Jahren eine Prämie von bis zu 3.000 Euro steuerfrei auszahlen dürfen. Wie viele Unternehmen davon Gebrauch machen werden, ist bislang unklar. Ein Firmenchef hat sich nun bereits klar gegen eine Auszahlung des Bonus positioniert: Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp hält es nicht für seine Aufgabe, für etwas aufzukommen, was laut seinen Angaben die Politik verschuldet hat.

„Die Politik hat angenommen, dass der Wirt eine Druckerei hat, die das Geld druckt. Aber bei uns gibt es Grenzen“, sagte Grupp im Gespräch mit RTL. Für ihn gebe es keine Begründung für eine Sonderzahlung für das, „was die Politik verursacht hat“. Trigema kämpft derzeit mit rasant steigenden Energiepreisen. Wie Grupp zuletzt erklärte, seien die Gaskosten im Vergleich zu 2020 von 1,2 Millionen Euro im Jahr auf rund 12 Millionen Euro im Jahr 2022 gestiegen.

Wolfgang Grupp: „Habe 53 Jahre lang versucht, meine Probleme eigenständig zu lösen“

Die 3.000-Euro-Prämie ist eine freiwillige Leistung, sprich: Der Arbeitgeber ist dazu nicht verpflichtet. Vonseiten der Bundesregierung heißt es, dass die Prämie auch in mehreren Teilbeträgen gezahlt werden kann. Hinzu kommt, dass die 3.000 Euro der Maximalbetrag sind - auch kleinere Beträge sind möglich. Ausgezahlt werden können sie bis Ende 2024.

Immer wieder verwies Wolfgang Grupp in den vergangenen Monaten darauf, dass die Politik an der wirtschaftlichen Misere Schuld habe. „Ich habe 53 Jahre lang versucht, meine Probleme eigenständig zu lösen und mich dem Wandel anzupassen. Aber jetzt werden mir von der Politik Steine in den Weg gelegt, die ich nicht wegräumen kann“, sagte der Trigema-Chef etwa kürzlich im Gespräch mit Focus. Zudem habe er lediglich eine Druckerei, die T-Shirts drucke und kein Geld.

Trotz Wirtschaftskrise stehen bei Trigema laut Wolfgang Grupp keine Entlassungen an

Trotz der gestiegenen Produktionskosten kann Grupp seine Mitarbeiter beruhigen: Bei Trigema seien keine Entlassungen geplant. Dennoch macht der Firmenpatriarch kein Geheimnis daraus, dass ihn die Situation bei Trigema umtreibt. Wie er im Interview mit BW24 erklärte, habe er kein Verständnis dafür, dass man “20 Jahre mit Herrn Putin befreundet und jetzt plötzlich Todfeind“ sei. Seiner Ansicht nach seien Waffenlieferungen nicht die Lösung, um den Krieg zu beenden. Stattdessen plädiert er für diplomatische Gespräche.

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