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Wolfgang Grupp Junior erklärt, warum er „keine Kopie“ seines Vaters sein will

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Von: Sina Alonso Garcia

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Wird er der neue Trigema-Chef? Wolfgang Grupp Junior könnte in Zukunft an der Spitze des Burladinger Textilunternehmens stehen. Wie er betont, will er aber nicht als Kopie seines Vaters gesehen werden, sondern seinen eigenen Weg gehen.

Burladingen - Es bleibt weiterhin spannend im Hause Trigema: Wolfgang Grupp Junior (*1991)oder Bonita (*1989)? Wer das Rennen um die Nachfolge des Vaters macht, ist noch nicht abschließend geklärt. Beide wären grundsätzlich zu einer Übernahme des Postens von Wolfgang Grupp Senior bereit und wissen um ihre eigenen Stärken - versuchen aber keinesfalls, sich gegenseitig auszuschalten.

Im Podcast “Chefetage“ sprach Wolfgang Grupp Junior über Leistungsdruck - und wie er mit hohen Erwartungen umgeht. Dazu hat er eine klare Meinung: „Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man auf keinen Fall versuchen sollte, eine Kopie von jemandem zu sein“, findet er. Man müsse sich selbst entwickeln und auch seine eigenen Wege gehen. Einen berühmten Vater zu haben, sei „in gewisser Weise manchmal ein Druck - aber auch ein positiver Druck.“ Viele würden davon träumen, so etwas machen zu dürfen. Diese Chance müsse man nutzen. Es wird deutlich: Der Junior schätzt seinen Vater, hat aber nicht vor, dessen Mini-Klon zu werden.

Trigema-Erbe: Wolfgang Grupp Junior liegt am Herzen, „die Firma in die nächste Generation zu bringen“

Sowohl Grupp Junior als auch seiner Schwester ist bewusst: Irgendwann wird der Punkt kommen, an dem sie sich entscheiden müssen, wer in die Fußstapfen des Vaters tritt. „Das Wichtigste ist uns, die Firma Trigema in die nächste Generation zu bringen“, so Grupp Junior. Am Ende könnten formale Kriterien über die Nachfolge entscheiden: So erklärte Grupp Senior, er mache die Nachfolge an der Trigema-Spitze von der Partnerwahl seiner Kinder abhängig.

Wolfgang Grupp Junior, Sohn des Eigentümers der Textilfirma Trigema.
Wolfgang Grupp Junior, Sohn des Eigentümers der Textilfirma Trigema, will sich selbst treu bleiben - und keinen anderen imitieren. © Bernd Weißbrod/dpa

Während seine Schwester bei Trigema inzwischen den Bereich Onlinehandel und Personal leitet, ist Wolfgang Grupp Junior verantwortlich für Geschäftskunden und IT-Projekte. Bereits im Alter von Mitte 20 stiegen beide Geschwister ins Unternehmen ein. Beide haben an Elite-Unis im Ausland studiert und bringen viel theoretisches Wissen mit. In der Praxis sieht dann aber vieles ganz anders aus. Wie Grupp Junior gegenüber Chefetage berichtet, hätten ihm seine Eltern geraten, gleich ins eigene Unternehmen zu kommen - was in Business-Kreisen recht ungewöhnlich sei. So sei es eher gang und gäbe, zunächst in andere Unternehmen zu gehen und dort Fehler zu machen.

Wolfgang Grupp Junior: Sohn des Trigema-Chefs gesteht sich zu, Fehler zu machen

Grupp Junior gesteht sich zu, die ersten Fehler auch in der eigenen Firma zu machen. „Ich kenne keinen, der in meinem Alter auch angefangen hat, der keine Fehler macht.“ Es sei ihm lieber, die Fehler in jungen Jahren zu machen, wie wenn er erst mit Mitte dreißig ins Unternehmen gekommen wäre. Zudem lebe das Unternehmen von langjährigen Mitarbeitern. „Deshalb ist es immer ganz gut, wenn man da früh anfängt.“ Derzeit plant Grupp Junior einen „Polohemd-Automaten“ als Ersatz für Näherinnen - und wirkt damit dem drohenden Personalengpass entgegen.

NameWolfgang Grupp Junior
Alter32
Bei Trigema seit2014
StudiumMaster (BWL und Politik) an der London School of Economics an Political Science (LSE)

Auch, wenn er nicht genau so wie sein Vater werden möchte, gibt es einiges, was Grupp Junior am Senior bewundert. „Wir dürfen so viel von unserem Vater lernen, er hat diese brutale Disziplin, diese Geradlinigkeit“, sagte er gegenüber Zeit Online. Der Vater habe ihm mitgegeben, seinen eigenen Weg zu gehen und auch in schwierigen Situationen durchzuhalten. Wie Grupp Junior betont, hätten er und seine Schwester „sicherlich viele Vorteile, aber auch viele Nachteile aus dem Ganzen“. Dennoch sei es eine „Riesen-Chance“ und man dürfe sich in einer sehr glücklichen Position schätzen.

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