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Wolfgang Grupp hält nichts von Homeoffice: „Man verlustiert sich Zuhause nur noch“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp
Wolfgang Grupp, Chef des Textilherstellers Trigema, sieht im Homeoffice kein Potenzial. © Bernd Weißbrod/dpa

Trigema-Chef Wolfgang Grupp kann den Trend zum Homeoffice nicht nachvollziehen. Bei seinen Mitarbeitern pocht er auf Anwesenheit. Zuhause würden sich Angestellte zunehmend vergnügen.

Burladingen - Spätestens seit der Corona-Pandemie kann sich kein Unternehmen mehr vor dem Thema Homeoffice verschließen. Auch diejenigen, die zuvor stets auf Anwesenheit gepocht hatten, mussten zeitweise auf digitale Absprachen umsteigen und ihre Workflows entsprechend anpassen. Nach mehr als zwei Jahren Pandemie kehren aktuell wieder viele Firmen zur Präsenzpflicht im Betrieb zurück. Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp sieht seine Angestellten lieber vor Ort als im Homeoffice. Zuhause würden sich die Leute aus seiner Sicht zunehmend vergnügen.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp: Anerkennung von Mitarbeitern gelingt nur in Präsenz

Bei einer Diskussion auf der New Work Experience in der Hamburger Elbphilharmonie sprach Grupp - wie gewohnt - Klartext. Im Gespräch mit der Chefin der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu, Nina Zimmermann, und der Wirtschaftsprofessorin Jutta Rump, stellte Grupp seinen Gegenentwurf zum Homeoffice vor. „Man verlustiert sich nur noch“, sagte er laut dem Abendblatt über die Heimarbeit. Sein Alternativvorschlag: Großraumbüros und die Abschaffung von Einzelbüros.

Bei Trigema gibt es laut Grupp keine Einzelbüros mehr. Er selbst arbeitet sogar in einem großen Büro zusammen mit mehreren Angestellten, die nicht räumlich voneinander getrennt sind. Auch Sohn Wolfgang Junior und Grupps Frau Elisabeth haben dort ihre Arbeitsplätze. Einen Computer besitzt Wolfgang Grupp nicht. Viel lieber lässt er sich E-Mails ausdrucken. Seine Mitarbeiter hat der Firmenpatriarch gerne im Blick, weshalb sein Schreibtisch auch auf sie zeigt. So könne er sehen, ob jemand telefoniere und er anrufen könne, erklärte er. Gebraucht zu werden und wichtig zu sein, sei für die Mitarbeiter eine Form der Anerkennung - und die gelinge nur in Präsenz.

Homeoffice könnte für zukünftige Ausrichtung von Trigema entscheidend werden

Ob Grupps Kinder, von denen eines einmal die Trigema-Nachfolge antreten wird, das Thema Homeoffice positiver bewerten als ihr 80-jähriger Vater, wird sich zeigen. Mit ihren 30 und 32 Jahren dürften Bonita und Wolfgang Grupp Junior womöglich eher daran interessiert sein, die Firma so auszurichten, dass sie auch für junge Bewerber attraktiv ist. Dabei dürfte eine Homeoffice-Möglichkeit keine unerhebliche Rolle spielen.

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