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Wolfgang Grupp befürwortet Gasimporte aus Russland: „Die Wirtschaft braucht es“

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Von: Nadja Pohr

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Aufgrund steigender Gaskosten bei Trigema spricht sich Chef Wolfgang Grupp für Gasimporte aus Russland aus und warnt vor einem Produktionstopp.

Burladingen - Der Ukraine-Krieg hat immer größer werdende Auswirkungen auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Während auf der einen Seite das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch einen Aufschwung verzeichnet, bleiben auf der anderen bei Lebensmittelhändlern wie Kaufland oder Lidl die Regale leer. Durch den Krieg wurde zudem das Rapsöl knapp und teuer.

Sorgen bereiten auch die steigenden Energiekosten im Land. Die Spritpreise erreichten Rekordhöhen, sodass Baden-Württembergs Umweltministerin unter anderem über autofreie Sonntage nachdachte, um die Kehrtwende zu schaffen. Aber auch die Gaspreise steigen an. Aus diesem Anlass meldete sich auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp zu dem Thema: Seine Gasrechnung explodiert.

Wolfgang Grupp spricht sich für Gasimporte aus Russland aus

Das Textilunternehmen aus Burladingen in Baden-Württemberg verzeichnet einen enormen Kostenanstieg beim Gas. Laut Trigema-Chef Wolfgang Grupp sei die Rechnung zuletzt um das Neunfache in die Höhe geschossen - von 100.000 auf 900.000 Euro pro Monat. Für den Betrieb von Grupp könnte das fatale Folgen haben: „Wenn das so weitergeht, dann müssten wir die Produktion einstellen“, warnt der Trigema-Chef.

Wolfgang Grupp, der zuletzt offen über das Thema Geld sprach und angab, alles in Top-Qualität zu besitzen, sieht als einzige Lösung, Gasimporte aus Russland wieder zuzulassen. Der Trigema-Chef sprach sich bei den Sendern RTL und NTV für die Nutzung aus. „Wir sollten es nehmen, solange wir das bekommen. Die Wirtschaft braucht es“, sagte Grupp. Deutschland bezieht 55 Prozent der Gaslieferungen aus Russland. Aufgrund des Angriffs auf die Ukraine wird derzeit darüber diskutiert, kein Gas mehr aus dem Osten zu beziehen.

Facebook-Nutzer kritisieren Trigema-Chef Grupp: „Jahrelang Kohle schaufeln und jetzt jammern“

Für Wolfgang Grupp trage zudem die Bundeswehr in Deutschland eine Mitschuld, da dort „gravierende Fehler“ offensichtlich seien. „Hier werden Milliarden verteilt. Und diese Milliarden, die verteilt werden, muss die Wirtschaft bringen“, so Grupp. Auf Facebook begegnen die Menschen den Forderungen mit Unverständnis und kritisieren den Trigema-Chef.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 22. März 2022. Da er für unsere Leser noch immer eine Relevanz hat, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

„Jahrelang volle Kohle schaufeln und wenn es jetzt mal schwierig wird jammern. Das kotzt mich bei unseren Unternehmern so an“, ärgert sich ein Nutzer. „Ein Unternehmer sucht Lösungen und meckert nicht“, tadelt ein User. „Warum hat er denn nicht schon lange nachhaltig gedacht, um überhaupt Energie zu sparen?“, fragt ein anderer.

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