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Wolfgang Grupp: „Es kann nicht sein, dass Bürger wegen Waffenlieferungen frieren müssen“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp spricht sich immer wieder klar gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Nun verlieh er seinen Forderungen in einem Youtube-Interview erneut Ausdruck.

Burladingen - Wolfgang Grupps ablehnende Haltung zu Waffenlieferungen an die Ukraine ist bekannt. Dennoch sorgt ein aktuelles Interview des Trigema-Chefs für Wirbel. Auf dem Youtube-Kanal von Dominik Kettner, einem Goldhändler aus Villingen-Schwenningen, hat sich Grupp zum Krieg, zur Politik und wirtschaftlichen Lage des Landes geäußert. „Es kann nicht sein, dass Bürger frieren müssen, damit wir immer mehr Waffen in die Ukraine liefern können“, sagte der Firmenpatriarch im Interview mitunter. „Irgendwo muss man Vernunft haben.“

Laut Grupp muss der Krieg „so schnell es geht“ beendet werden. „Wir müssen sehen: Was können wir tun? Wir müssen ein Gespräch führen.“ Mit seiner Meinung, die Waffenlieferungen einzustellen, sei er „gegen den Mainstream“. „Wenn Sie etwas gegen den Mainstream sagen - wenn sie zum Beispiel ZDF oder ARD hören - Sie dürfen ja nichts sagen, was gegen den Krieg spricht. Sie müssen alles tun, damit man sagt, der Krieg ist berechtigt. Ich bin anderer Meinung und ich sage es auch!“ Indem man 20 Milliarden Euro in Nordstream 1 und 2 investiert habe und die zweite Pipeline jetzt nicht nutze, vergeude man Milliarden. „Irgendetwas muss da vorgefallen sein und das hätte man rechtzeitig verhindern müssen. Man kann nicht 20 Jahre mit Herrn Putin befreundet und dann plötzlich Todfeind sein - das gibt es nicht.“

Wolfgang Grupp: „Brauchen Politiker acht Jahre, bis sie Putins wahres Gesicht erkennen?“

„Wenn man sagt, mit der Ukraine-Übernahme hat Putin sein wahres Gesicht gezeigt - dann frage ich mich: Brauchen die Politiker acht Jahre, bis sie das wahre Gesicht erkennen? Ich meine, dann hätte man schon 2014 entsprechende Entscheidungen treffen müssen. Wir hätten sagen können, wir machen uns unabhängiger vom Gas - das ist alles versäumt worden. Und das ist für mich nicht erklärbar und ich verstehe das nicht.“ Man müsse den Krieg jetzt so schnell wie möglich beenden.

Wolfgang Grupp
Unternehmer Wolfgang Grupp plädiert für eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg. © Felix Kästle/dpa

Dass Kettner auf seinem Kanal in der Vergangenheit auch Verschwörungstheoretiker wie Daniele Ganser zu Wort kommen ließ, war Grupp laut eigenen Angaben nicht bewusst. Wie der Trigema-Chef gegenüber dem SWR erklärte, halte er Kettner nicht für einen Querdenker. Seine Mitarbeiter hätten den Kanal vorab geprüft und ihm zu dem Interview geraten. Nach dem Gespräch mit ihm habe Kettner aber wohl zwei Querdenker interviewt.

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