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Business-Experte glaubt an die Zukunft der 4-Tage-Woche: „Angestellte müssen sich wohlfühlen“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Business-Man
Die richtige Work-Life Balance ist für viele Angestellte im heutigen Berufsleben ein entscheidender Faktor. (Symbolbild) © IMAGO/Joseffson

Marco Lücke hat mehr als 10 Jahre in Großkonzernen wie IBM oder Amazon gearbeitet - bis er gemeinsam mit einem Freund beschloss, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Im Gespräch mit BW24 verrät er, wie für ihn die Berufswelt von Morgen aussieht.

München - In vielen Unternehmen herrscht heutzutage noch immer der Glaube, dass Mitarbeiter nur im Rahmen von 40-Stunden-Wochen und Dauer-Präsenz ihre volle Leistung entfalten. Forderungen nach Teilzeit werden mitunter kritisch beäugt. Erst kürzlich wetterte Europa-Park-Chef Roland Mack gegen junge Bewerber, die zum Teil nur drei Tage in der Woche arbeiten wollen. Auch andere Unternehmer der alten Schule können mit den Trends in der Berufswelt wenig anfangen. Trigema-Chef Wolfang Grupp sprach sich etwa deutlich gegen Homeoffice aus. Müssen Firmenchefs in Zukunft umdenken? Wenn es nach Business-Experte Marco Lücke geht: Ganz klar ja.

„Mit traditionellen Stellenanzeigen haben wir extrem schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt Lücke im Gespräch mit BW24. In der von ihm gemeinsam mit einem Freund gegründeten Firma Immocation unterstützt er flexible Arbeitsmodelle. „Wenn jemand sagt, er möchte nur zwei Tage in der Woche arbeiten, ist das für uns kein Problem.“ Jemand, der zwei Tage in der Woche motiviert arbeite, sei ihm lieber als jemand, der fünf Tage in der Woche unmotiviert sei. Einige der mehr als 70 Personen, die in unterschiedlichen Rollen für uns arbeiten, sind zu 100 Prozent remote aktiv, viele davon aus dem Ausland.“

Marco Lücke: Unternehmen müssen ein Umfeld schaffen, in dem Menschen Lust haben, zu performen

Lücke, der viele Jahre für Großkonzerne wie IBM und Amazon gearbeitet hat, schätzt sein Leben als Selbständiger enorm. In den Konzern will er nicht mehr zurück. „Ich bin viel unterwegs und kann von verschiedenen Orten aus arbeiten. Das hätte ich mir vor ein paar Jahren nicht vorstellen können.“ Neben dem flexibleren Arbeiten glaubt Lücke stark an das Modell der 4-Tage-Woche. „Ich denke, es wird sich in Zukunft durchsetzen. Es geht immer mehr darum, dass Angestellte sich wohlfühlen müssen - anstatt nur ihre Stunden zu schrubben.“

Unternehmer Marco Lücke
Marco Lücke: Mit seiner Firma Immocation unterstützt er Menschen beim erfolgreichen Vermögensaufbau mit Immobilien. ©  Nadine Stegemann

Marco Lücke

Nach seinem dualen Studium der Wirtschaftsinformatik an der Berufsakademie Stuttgart arbeitete Marco Lücke 11 Jahre bei IBM, zuletzt als Head of Sales Europe. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Amazon als Account Manager für Startups gründete Lücke 2017 mit seinem Freund Stefan Loibl ein eigenes Unternehmen: Die Firma immocation (Immobilien und Education) hilft Menschen beim erfolgreichen Vermögensaufbau mit Immobilien. Neben Content auf Youtube, Instagram und Facebook bietet die Firma auch ein vom Staat anerkanntes Ausbildungsprogramm im Bereich Immobilien an.

Ursache dafür, dass viele Firmen auf Regeln pochen, sei mitunter die Angst, dass Resultate nicht erzielt werden würden. „Das ist der falsche Gedanke“, so Lücke. Vielmehr gelte es, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeiter Lust hätten, zu performen. Er selbst ist froh, nicht mehr in einem Konzern zu arbeiten und dass er damals das Risiko eingegangen ist und gekündigt hat. „So groß, wie viele es vielleicht an meiner Stelle wahrgenommen hätten, war das Risiko gar nicht“, sagt er. Wer gut ausgebildet sei, finde auch wieder einen neuen Job. „Gerade verbringe ich Zeit mit meiner Familie am Meer und kann trotzdem arbeiten. Das hätte ich mir vor ein paar Jahren nicht vorstellen können“, sagt er.

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