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Wolfgang Grupp will Trigema vollständig an seine Frau übergeben – Entscheidung über Nachfolge fällt bald

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp führt seine Firma bereits seit mehr als 50 Jahren. Nun ist offenbar die Zeit für ihn gekommen, um loszulassen. 2023 wird er alle seine Firmenanteile an seine Frau übergeben.

Burladingen – Als er die Firma Trigema im Jahr 1969 übernahm, war Wolfgang Grupp gerade einmal 27 Jahre alt. Heute bringt er es auf stattliche 80 Jahre – was seiner Präsenz in der Firma keinen Abbruch tut. Pflichtbewusst geht er täglich weiter ins Unternehmen und hält noch immer alle Fäden in der Hand. Kontrolle abzugeben, schien für ihn lange undenkbar. Im kommenden Jahr könnte sich das ändern. Bis Ende 2023 will der Patriarch all seine Firmenanteile an seine Frau Elisabeth übergeben, wie er gegenüber Forbes verriet. Womöglich könnte dann etwas mehr Ruhe ins Leben des Patriarchen einkehren. Dennoch möchte er weiter arbeiten und sich ins Unternehmen einbringen, wo er kann.

Noch führt Grupp die Firma als eingetragener Kaufmann unter der Rechtsform e. K. Demnach ist er alleiniger Geschäftsführer und haftet für das Unternehmen persönlich und unmittelbar mit seinem gesamten Vermögen. Bereits vor einiger Zeit legte er fest, dass im Falle seines Todes alleine seine Frau über Trigema entscheiden wird - sie gilt als die „Liebe seines Lebens“ und war kürzlich in einem viralen Video-Clip zu sehen. Nun will Grupp die Übergabe offenbar früher als ursprünglich geplant über die Bühne bringen. Sobald seine Frau Elisabeth seine Firmenanteile übernommen hat, hat sie sechs Monate Zeit, um die Firma an eines ihrer Kinder zu übergeben. Die kurze Zeit sei laut Grupp notwendig, um nicht doppelt Erbschaftssteuer zahlen zu müssen.

Wolfgang und Elisabeth Grupp
Seit mehr als 34 Jahren verheiratet: Elisabeth und Wolfgang Grupp. © IMAGO / Tinkeres

Trigema-Nachfolge: Bonita oder Wolfgang Grupp Junior?

Ob Tochter Bonita (geb. 1989) oder Sohn Wolfgang Grupp Junior (geb. 1991) in Zukunft an der Trigema-Spitze stehen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Bislang betonte Vater Grupp angesprochen auf die Nachfolge stets, dass er es beiden Kindern zutraue. Besitzstreitigkeiten soll es aber keinesfalls geben. Auch der Verlierer im Duell um die Trigema-Geschäftsführung wird nicht leer ausgehen – und Ländereien in der Steiermark über 3.000 Hektar Fläche von der Mutter erben.

Das Schönste im Leben ist nicht, sein Geld zu zählen, sondern gebraucht zu werden.

Wolfgang Grupp

Trigema ohne Wolfgang Grupp als Chef – das ist bislang schwer vorstellbar. Durch seine direkte und unverblümte Art punktet der Unternehmer bei seinen Kunden und ist sich auch nicht zu schade, selbst in seinen Geschäften mit anzupacken und an der Kasse zu bedienen. Sein unternehmerisches Denken war immer klar auf den Produktionsstandort Deutschland ausgerichtet – von einer Produktion in Billiglohnländern hält er nichts.

Auch, wenn er sich Ende des kommenden Jahres als Geschäftsführer zurückzieht, bedeutet das nicht, dass Grupp sich vollständig verabschieden wird. Obwohl er sich getrost zurücklehnen und seine Freizeit genießen könnte, denkt der Trigema-Chef nicht, dass ihn das glücklich machen würde. „Das Schönste im Leben ist nicht, sein Geld zu zählen, sondern gebraucht zu werden“, sagt er. „Und solange man mir noch das Gefühl gibt, dass ich hier gebraucht werde, komme ich gerne her.“

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