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Teamviewer will als Sponsor bei Manchester United aussteigen - auch Ausstieg bei Mercedes gefordert

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Der Spieler Antony von Manchester United gestikuliert. Auf seinem Trikot ist das Logo von Teamviewer zu sehen.
Der Softwareanbieter Teamviewer aus Göppingen will den teuren Hauptsponsorvertrag mit dem Fußballclub Manchester United auflösen. © Martin Rickett/dpa

Der Softwareanbieter Teamviewer hat eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem teuren Hauptsponsorvertrag mit dem englischen Fußballclub Manchester United ausgehandelt.

Göppingen (dpa) - Der Softwareanbieter Teamviewer aus Göppingen (Baden-Württemberg) hat auf die Kritik von Investoren reagiert und eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem teuren Hauptsponsorvertrag mit dem englischen Fußballclub Manchester United ausgehandelt. Nach vertraulichen Gesprächen in den vergangenen Monaten vereinbarten die Unternehmen, dass Manchester United die Rechte am Haupttrikotsponsoring zurückkaufen und sich einen neuen Hauptsponsor suchen kann, wie Teamviewer am späten Donnerstagabend mitteilte.

Mit der Vereinbarung gehe die Erwartung einher, dass die Göppinger so schnell wie möglich aus der Rolle als Haupttrikotsponsor ausstiegen, hieß es vom MDax-Unternehmen. Das soll die Kostenbelastung aus dem Man-United-Sponsoring bei dem Spezialisten für Fernwartungssoftware auf einen einstelligen Millionen-US-Dollar-Betrag senken und die Profitabilität damit deutlich erhöhen. Mit einem angepassten Umfang der Partnerschaft sei es Teamviewer weiterhin möglich, seine Markenbekanntheit mithilfe der Reichweite von Manchester United auszubauen.

Teamviewer-Logo auf Man-United Trikots kosten Softwareanbieter rund 50 Millionen Euro pro Jahr

Teamviewer hatte sich im März 2021 bei den Briten als Sponsor eingekauft und das teuer bezahlt: Wegen der hohen Kosten für die Werbung senkte das Unternehmen damals seine Ergebnisprognose und schockte damit die eigenen Anleger, die die Aktie deutlich fallen ließen. Konkrete Zahlen nannte Teamviewer nicht, doch Medienberichten zufolge kostete der Platz des Firmenlogos auf der Trikotbrust des englischen Premier-League-Teams gut 50 Millionen Euro jährlich. Zum Vergleich: Teamviewer machte im Jahr 2021 gut 501 Millionen Euro Umsatz - rund ein Zehntel der Erlöse ging demnach für dieses Sportsponsoring drauf.

Der Fall der Aktie zog auch personelle Konsequenzen nach sich, Finanzchef Stefan Gaiser musste letztlich das Unternehmen verlassen. Investoren wie der Fonds Petrus Advisers forderten zuletzt öffentlich den Ausstieg aus dem Vertrag mit Manchester wie auch aus dem mit dem Mercedes-Formel-1-Team. Teamviewer hatte mit Ausbruch der Corona-Pandemie wegen seiner Videokonferenzlösungen einen Boom erlebt, der danach aber schnell abebbte.

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