Lukratives Geschäft

Rüstungsindustrie in Deutschland: Das verdient man bei Heckler & Koch und Co.

Soldaten der Bundeswehr haben mit G36 Sturmgewehren von Heckler & Koch hinter Sandsäcken Stellung bezogen.
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Die deutsche Rüstungsindustrie nimmt jährlich Milliardenbeträge ein. Der Waffenhersteller Heckler & Koch aus Oberndorf am Neckar, der unter anderem das Standardgewehr G36 (Symbolbild) der Bundeswehr produziert, profitiert derzeit vom Krieg in der Ukraine.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Die deutschen Rüstungsunternehmen machen jährlich Milliardenumsätze. Das wirkt sich dementsprechend auch auf die Vergütung der Top-Manager aus.

Oberndorf am Neckar - Die deutsche Wirtschaft ist vor allem für die äußerst starke Autobranche mit Weltkonzernen wie Mercedes-Benz, BMW und VW bekannt. Deutschland ist nach den Vereinigten Staaten und Russland aber auch einer der größten Waffenlieferanten der Welt. Diese beiden Branchen überschnitten sich in der Vergangenheit mehrfach, indem Autohersteller auch Fahrzeuge für den militärischen Einsatz bauten. Der Konzern Rheinmetall mit Sitz in Düsseldorf ist auch noch heute sowohl ein Autozulieferer, als auch ein Rüstungsunternehmen.

Neben Rheinmetall und dem Unternehmen ThyssenKrupp aus Essen, ist auch der Waffenhersteller Heckler & Koch mit Sitz im baden-württembergischen Oberndorf am Neckar ein bedeutendes Unternehmen der deutschen Rüstungsindustrie. Heckler & Koch ist vor allem als Hersteller des G36, dem Standardsturmgewehr der Bundeswehr, bekannt. Die Oberndorfer beliefern aber auch die Armeen der meisten NATO-Staaten sowie zahlreiche Polizei- und Sicherheitsbehörden. Insgesamt macht die deutsche Rüstungsindustrie in verschiedenen Bereichen, zu denen unter anderem auch Kommunikations- und Überwachungstechnologien gehören, jährlich Milliardeneinnahmen. Davon profitieren auch die Top-Manager der Unternehmen.

Gehälter in der Rüstungsindustrie: Das verdienen Mitarbeiter bei Heckler & Koch

Im Vergleich zu den US-Unternehmen Lockheed Martin oder auch Boeing, sind die deutschen Rüstungsunternehmen zwar eher kleine Fische; im vergangenen Jahr lag die Zahl der von der Bundesregierung genehmigten Rüstungsexporte aber auf einem Rekordniveau. Waffenhersteller Heckler & Koch profitiert derzeit auch vom Ukraine-Krieg. „Wir sind systemrelevant“, sagte CEO Jens Bodo Koch in einem Interview mit der Zeit. Der Manager führt das Unternehmen aus Baden-Württemberg seit 2018, im Jahr 2020 nahm Heckler & Koch etwa 275 Millionen Euro Umsatz ein.

Wieviel Gehalt Jens Bodo Koch als Chef von Heckler & Koch jährlich bekommt, lässt sich aus dem aktuellen Geschäftsbericht für das Jahr 2020 nur indirekt entnehmen. Demnach erhielt der Vorstand des Waffenherstellers, der neben dem CEO auch CFO Björn Krönert umfasst, zusammen rund 1,37 Millionen Euro im Jahr 2020. In Bezug auf die Vergütung der Mitarbeiter bei Heckler & Koch wurden auf dem Gehaltsportal Kununu bislang nur drei Angaben gemacht. Demnach verdient ein Maschinenführer rund 33.200 Euro pro Jahr, ein Konstruktionsingenieur 41.700 Euro und ein Ingenieur rund 74.900 Euro.

Rüstungsindustrie in Deutschland: Das verdienen die Top-Manager der großen Unternehmen

Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall erhält als Chef eines deutlich größeren Unternehmens auch mehr Gehalt als Jens Bodo Koch. Laut Business Insider erhielt Armin Papperger im Jahr 2021 laut dem Geschäftsbericht eine Vergütung von insgesamt knapp 6,15 Millionen Euro. Das Grundgehalt des Rheinmetall-Chefs liegt aber bei knapp 1,3 Millionen Euro. Das Gehalt von Hensolt-CEO Thomas Müller ist dagegen mit dem des Vorstands von Heckler & Koch vergleichbar. Der Chef des Rüstungsunternehmens mit Sitz in Taufkirchen bei München, an dem auch der deutsche Staat beteiligt ist, verdiente laut dem Geschäftsbericht 2021 1,53 Millionen Euro.

Der Industriekonzern ThyssenKrupp mit Sitz in Essen ist der größte Stahlhersteller Deutschlands und hat auch einen Standort im Kreis Heilbronn. Seit neun Jahren ist Oliver Burkhard als Chief Human Resources Officer Teil des Vorstands von ThyssenKrupp. Ab Mai wird er zusätzlich CEO der Rüstungssparte ThyssenKrupp Marine Systems, berichtet Business Insider. Als Vorstandsmitglied des Unternehmens verdiente Burkhard laut dem Geschäftsbericht 2020/2021 insgesamt rund 1,48 Millionen Euro.

Im Rahmen des anhaltenden Ukraine-Krieges gerieten auch Unternehmen in die Kritik, die per se keine Rüstungsunternehmen sind. Mercedes-Benz arbeitete mit einem russischen Panzerwagenhersteller zusammen und der ukrainische Außenminister warf Bosch vor, Komponenten für russische Panzer geliefert zu haben. Die Konzerne aus Stuttgart wiesen die Vorwürfe zurück.

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